Jörg Widmann
Libretto von Peter Sloterdijk
Oper in sieben Bildern
Die monumentale Großstadt Babylon wird zum Schauplatz eines zivilisatorischen Umbruchs im Moment des Aufeinanderprallens zweier Kulturen: Während die Babylonier noch das Menschenopfer praktizieren, haben die Juden, die hier im Exil festsitzen, es bereits abgeschafft. Die Oper verfolgt diesen Konflikt über die Liebe des Exilanten Tammu zur Babylonierin Inanna, Priesterin im Tempel der freien Liebe. Als die Götter im Weltall Chaos entfesseln, werden auch die Tage auf der Erde wirr, Meteoritenhagel bedrohen die Menschen, der Euphrat verlässt sein Bett, es kommt zur Sintflut. Der Priesterkönig verspricht Ruhe und Ordnung zwischen Himmel und Erde durch ein Menschenopfer, die Babylonier begehen dies in einem rauschhaften Fest. Inanna aber steigt hinab in die Unterwelt, um den geopferten Tammu zurück ins Leben zu holen und sich mit ihm zu vereinigen. Am Ende siegt die Liebe und Versöhnung zwischen dem Himmel und den Menschen löst das alte Opfer ab. Eine vertragliche Übereinkunft begründet eine neue Weltordnung, in der wir uns noch heute befinden: die auf geordnete Wiederkehr beruhende 7-Tage-Woche.
Der Komponist Jörg Widmann trug lange die Idee einer Oper zu Babylon in sich. Seine ursprüngliche Faszination wurde geweckt von dem völlig anderen, für uns kaum beschreibbaren Liebeskonzept im vorantiken Mesopotamien. Die Liebe zwischen Tammu und Inanna geht zurück auf eines der legendärsten mythologischen Liebespaare der Babylonischen Antike, das schon Mozarts
Zauberflöten-Dichter Schikaneder inspiriert hat: zwischen dem Helden Tammuzi und Inanna, Göttin der Liebe und des Krieges.
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Auftragswerk der Bayerischen StaatsoperPartner der Uraufführungen der Bayerischen Staatsoper

Die Premiere wird live auf BR-Klassik übertragen.
30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters:
Foyer, die Sendung zur Neuproduktion mit Gesprächen und Reportagen.
Termin
| Uraufführung am Samstag, 27. Oktober 2012 |
| Nationaltheater |  | | 19.00 - ca. 22.25 Uhr | | Dauer: 3 Stunden 25 Minuten (1 Pause) |  | | Preise M | | Freier Verkauf und Serie 44 Premieren-Abonnement |
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BesetzungMusikalische Leitung
Kent NaganoMusik
Jörg WidmannText
Peter SloterdijkInszenierung
Carlus Padrissa – La Fura dels BausBühne
Roland OlbeterKostüme
Chu UrozVideo
Tigrelab
welovecodeLicht
Urs SchönebaumSzenische Mitarbeit
Tine BuyseDramaturgie
Moritz Gagern
Miron HakenbeckChor
Sören EckhoffSeele
Claron McFaddenInanna
Anna ProhaskaTammu
Jussi MyllysPriesterkönig / Tod
Willard WhiteEuphrat
Gabriele SchnautSkorpionmensch
Kai WesselEzechiel
August ZirnerSeptette
Iulia Maria Dan
Golda Schultz
Silvia Hauer
Dean Power
Kenneth RobersonEin Bote / Das Kind
Tölzer Knabenchor
Priester
Joshua StewartSeptette / Pförtner 1
Tim KuypersSeptette / Der Schreiber / Pförtner 2
Tareq NazmiBayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper
>> Besetzungszettel als PDF-Download