Toscapiraten: Text und Inhalt
Der Text der Arie
Tosca:
Vissi d'arte, vissi d'amore,
non feci mai male ad anima viva.
Con man furtiva
cuante miserie conobbi, aiutai.
Sempre con fe' sincera
la mia preghiera ai santi tabernacoli salì.
Sempre con fè sincera
diedi fiori agli altar.
Nell'ora del dolore
perchè, perchè Signore,
perchè me ne rimuneri così?
Diedi gioielli della Madonna al manto,
e diedi il canto agli astri,
al ciel, che ne ridean più belli.
Nell'ora del dolor
perchè, perchè, Signor,
perchè me ne rimuneri così? |
Tosca:
Ich lebte für die Kunst, lebte für die Liebe,
tat nie einem lebenden Wesen etwas zuleide.
Stillschweigend
hab ich, wann immer ich elend sah, geholfen.
In aufrichtigem Glauben
stieg mein Gebet zu den heiligen Tabernakeln hinauf,
in aufrichtigem Glauben
schmückte ich den Altar mit Blumen.
In dieser schmerzensvollen Stunde,
warum, warum, o Herr,
warum belohnst du mich nun so?
Ich gab Juwelen für den Mantel der Madonna
und meinen Gesang für die Sterne am Himmel,
dass sie noch schöner strahlen.
In dieser schmerzensvollen Stunde,
warum, warum, o Herr,
ah, warum belohnst du mich nun so? |
(Deutsche Übersetzung von Gerd Uekermann)
Inhaltsangabe
Die Handlung der Oper beruht auf historischen Tatsachen und spielt am 17. Juni 1800 in Rom. Maria Carolina, Tochter der Kaiserin Maria-Theresia und ehrgeizige Gemahlin des willenlosen Königs von Neapel und beider Sizilien, gibt im Palazzo Farnese ein Fest zu Ehren des österreichischen Generals Melas, der in der Schlacht von Marengo (14. Juni 1800) einen vermeintlichen Sieg über die französischen Truppen errungen hat, die fur die neue Errichtung der Republik kämpfen. Nach dem Tod des Papstes Pius VI. waren Truppen der Maria Carolina in Rom eingedrungen, hatten die Macht an sich gerissen und die französische Besatzung vertrieben. Auf dem Fest im Palazzo Farnese tritt die Sängerin Floria Tosca auf In der Nacht wird der endgültige Sieg Napoleons über Melas gemeldet.
1. Akt
Der von den Monarchisten verhaftete ehemalige Konsul der Republik Cesare Angelotti ist aus dem Gefängnis in der Engelsburg geflohen und sucht Schutz und Zuflucht in der Kirche S. Andrea della Valle, in der gerade der Maler Mario Cavaradossi an einem Auftragswerk arbeitet. Cavaradossi kümmert sich um den Flüchtling und verbirgt ihn, als er die Stimme seiner Geliebten, der berühmten Sängerin Floria Tosca, hört. - Tosca hat ungeduldig darauf gewartet, eingelassen zu werden. Eifersüchtig vermutet sie eine andere Frau bei Cavaradossi.
In der Gestalt der Maria Magdalena auf dem von Cavaradossi gemalten Altarbild erkennt Tosca, wie schon vorher der Mesner, eine Ähnlichkeit mit der Gräfin Attavanti. Cavaradossi vermag Tosca zu beruhigen, die nun die Kirche wieder verläßt. -Angelottis Flucht ist entdeckt worden; er kann sich in Cavaradossis Landhaus verbergen. - Der Mesner kommt mit der Nachricht, Napoleons Heer sei geschlagen worden, und er ruft begeistert die Kantorei zusammen.
Inzwischen ist der Polizeichef Baron Scarpia erschienen, der die Kirche nach Angelotti durchsucht. - Tosca ist in die Kirche zurückgekommen, um Cavaradossi zu sagen, daß sie am Abend auf einem Siegesfest der Königin singen müsse, doch Cavaradossi ist nicht zu finden. Scarpia hat bei seiner Suche einen Fächer der Gräfin Attavanti gefunden, den er benützt, um Toscas Mißtrauen und ihre Eifersucht zu schüren. - Te Deum zur Feier des vermeintlichen Sieges über Napoleon. Scarpia nimmt am Gottesdienst teil. Sein Plan: nicht nur Angelotti, sondern auch den verdächtigen Cavaradossi zu beseitigen und Tosca als Geliebte für sich zu gewinnen.
2. Akt
Scarpia wartet in seinem Zimmer im Palazzo Farnese auf Tosca, die er zu sich gebeten hat und die im selben Haus beim Fest der Königin singt. - Angelotti konnte fliehen, Cavaradossi ist verhaftet worden. Im Verhör leugnet er jede Verbindung zu Angelotti. Scarpia übergibt ihn der Folter. - Tosca ist zu Scarpia geführt worden. Sie kann die Qualen des gefolterten Geliebten nicht ertragen und verrät Angelottis Versteck. - Auf die Nachricht vom endgültigen Sieg Napoleons reagiert Cavaradossi mit Begeisterung; dadurch liefert er sich dem Todesurteil Scarpias aus.
Tosca bittet Scarpia um Gnade. Scarpia verspricht, nachdem er von Angelottis Selbstmord erfahren hat, Cavaradossi nur zum Schein erschießen zu lassen und beiden zur Flucht zu verhelfen, wenn Tosca sich ihm hingeben werde. Dem Polizeiagenten Spoletta erteilt er den Befehl, eine Scheinexekution vollziehen zu lassen. Verzweifelt hat Tosca in die Erpressung eingewilligt. Während Scarpia einen Passierschein für Tosca und Cavaradossi ausstellt, wird er von Tosca erstochen.
3. Akt
Auf der Engelsburg wird die Hinrichtung Cavaradossis vorbereitet, der einen letzten Brief an Tosca schreibt. Tosca darf Cavaradossi besuchen, zeigt ihm den Passierschein und ermutigt ihn, sich der Scheinexekution zu stellen und den Tod vorzutäuschen. - Das Exekutionskommando vollzieht den Befehl, und Cavaradossi bricht zusammen. Als Tosca sich ihm nähert, muß sie erkennen, daß sie von Scarpia betrogen wurde: Cavaradossi ist tot. - Inzwischen wurde der Mord an Scarpia entdeckt. Als Tosca verhaftet werden soll, stürzt sie sich in die Tiefe.
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