


Richard Wagners Der Ring des Nibelungen ist der Versuch, eine Erzählung der Welt vom Ursprung bis zum Untergang zu schaffen. Das geschah nicht naht- und bruchlos: Weltanschauliches löste einander in den drei Jahrzehnten seiner Schaffensperiode ab, Mythen und Erzählungen veränderten sich. Rund um den Ring - widmet sich als künstlerisches und diskursives Begleitprogramm den unterschiedlichen Perspektiven auf Richard Wagner und sein Werk: Insgesamt sieben Ring-Matineen an unterschiedlichen Orten beleuchten die historischen Zusammenhänge von Wagners Weltentwurf, seinem Gesellschaftsbild und seiner Kompositionspraxis. Im Laufe der Inszenierungsarbeit spannt sich der Bogen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert: Wie haben sich unsere Vorstellungen von Arbeit, Macht, Geschlecht, Natur oder Utopie seit Wagners Versuch, die Moderne im Mythos zu fassen, verändert?
Junge Erwachsene nähern sich in Jugend ringt undogmatisch einem ihnen unbekannten Terrain. Parallel zur Neuinszenierung der Tetralogie experimentieren, improvisieren und forschen sie gemeinsam mit Regisseuren, Musikern, Komponisten, Bildenden Künstlern, Sängern und Schauspielern. Ausgehend vom Ring des Nibelungen entwickeln sie musikalische, szenische und theatrale Erzählmomente, die bei den Festspielen 2012 zu einer Werkstattaufführung verdichtet werden.
Die Auseinandersetzung mit Wagner wird in einer Reihe weiterer künstlerischer Projekte bis zu den Festspielen fortgesetzt: Die Hörfunkautorin Wiebke Matyschok lädt mit einem mobilen Hörfeature zu einem Spaziergang durch München ein, während dessen die Beziehung zwischen Richard Wagner und München ergründet wird.
In einer Kooperation von Münchner Kammerspielen und Bayerischer Staatsoper unternimmt Schorsch Kamerun mit München komplett eine Theatertournee durch München - weg vom „Walhall Maximilianstraße“ durch Wirtshäuser und andere Lokalitäten auf der steten Suche nach den wahren Repräsentationsräumen Münchens.
Der italienische Theaterkünstler Romeo Castellucci blickt in seiner installativen Arbeit Dämmerung auf mythische Erfahrungen des Endes und die zwischen Schrecken und Erleichterung schwankende Erkenntnis des Untergangs. Die Bühnenbildnerin Philine Rinnert platziert als Reaktion auf das Problem der Totalität und Erfassbarkeit von Wagners Werk ein Relikt im öffentlichen Raum Münchens.
Die israelische Choreographin Saar Magal setzt sich gemeinsam mit dem Komponisten Moritz Gagern, dem Videokünstler Benjamin Krieg sowie Tänzern aus Israel und Deutschland in Hacking Wagner mit dem Wagner-Bann in ihrem Heimatland auseinander. Sven Holm wiederum stellt unter dem Motto Wagnerin im Haus der Kunst die Schicksale der Frauenfiguren im Ring neben die weiblichen weiblichen Erbfolge-Strategien in der Wagner-Dynastie. Das Vertigo-Posaunenquartett reanimiert die Utopie einer einst revolutionären Musik.
Das Orchester Jakobsplatz München präsentiert in seinem Konzert Überwältigung die Werke und Manifeste von verschiedenen Idealisten und Ideologen des musikalischen Theaters.
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