Terence Kohler wurde 1984 in Sydney, Australien geboren. Vielseitig musisch interessiert - er erhielt Klavier- und Kompositionsunterricht - verschrieb er sich noch in seiner Heimat Australien ganz dem Tanz und kreierte dort bereits Tanzstücke, mit denen er auf sich aufmerksam macht. Als Achtzehnjähriger kam er 2002 an die Akademie des Tanzes in Mannheim. Hier förderte Birgit Keil nachdrücklich seine tänzerische und choreografische Begabung, nicht zuletzt durch ein Stipendium ihrer Tanzstiftung. Es entstanden eine erste Fassung von "just before falling" und "Intermezzo for 20". Als Ergebnis seiner Zusammenarbeit mit der Tanzstiftung Birgit Keil und dem HypoVereinsbank Media Forum "Kunst auf der Baustelle" kreierte er 2003 das Ballett "Elevation". Im Herbst 2003 erarbeitete er eine erweiterte Fassung seines Balletts "just before falling" für das Karlsruher Ballettensemble. Im selben Jahr kreierte er sein erstes Handlungsballett "Writing the Light - der Lebenstanz" für die Mannheimer Akademie des Tanzes.
Mit Beginn der Spielzeit 2004/2005 wurde Terence Kohler als Tänzer und Choreograf ans Badische Staatstheater engagiert. Im April 2005 kam sein Ballett "in the near distance" in Karlsruhe zur Uraufführung und im Mai 2005 hat "Intermezzo for 20" im Opernhaus des Badischen Staatstheaters Premiere. Mit diesem Werk gastierte die Company im Oktober desselben Jahres im Rahmen der Terpsichore-Gala V auch beim Bayerischen Staatsballett in München. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Tanzstiftung Birgit Keil kreierte Kohler 2005 das Auftragswerk "transcended - in a movement and a half". Mit "Anna Karenina", nach dem Roman von Lew N. Tolstoi, kam im Mai 2006 am Badischen Staatstheater sein erstes abendfüllendes Handlungsballett zur Uraufführung; es folgte im Mai 2007 "Die Tempeltänzerin", seine Version von "La Bayadère" nach Marius Petipa. Zur Lichtinstallation der Künstlerin rosalie kreierte Kohler im Oktober 2007 seine Choreografie zu Wolfgang Rihms "Étude d’après Séraphin" beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Im November desselben Jahres wurde "just before falling" von der West Australian Performing Arts Academy in Perth aufgeführt. Als Tänzer des Ballettensembles von Karlsruhe wirkte Terence Kohler u.a. in Choreografien von William Forsythe, Jorma Uotinen, Philip Taylor, Peter Wright und Renato Zanella mit und war als Mercutio in Kenneth MacMillans "Romeo und Julia" zu erleben.
Im April 2007 wurde er mit dem Deutschen Tanzpreis "Zukunft" für Choreografie ausgezeichnet. Wie bereits im Jahrbuch 2006 der Fachzeitschrift ballettanz mit einer Nennung, nominierten mit Wiebke Hüster (FAZ), Jochen Schmidt und Bettina Trouwborst im Jahrbuch 2007 nun drei Ballettkritiker Terence Kohler als bemerkenswerten Nachwuchschoreografen.
Mit Ende der Spielzeit 2007/ 2008 löste sich Kohler vom Karlsruher Ensemble und wagte mit der Uraufführung seines Balletts
Once Upon an Ever After für das Bayerische Staatsballett – im Dezember 2008 im Rahmen des Abends
100 Jahre Ballets Russes - den Schritt in eine Karriere als freier Choreograph. Der Erfolg war, wenn nicht unerwartet, so doch verblüffend einhellig, die Reaktionen bei Publikum und Presse fielen enthusiastisch aus. Für das Königliche Ballett von Flandern in Antwerpen kreierte er dann
11:11, ein Werk, das ihm eine Nominierung für die beste Choreographie beim Prix Benois 2010 einbrachte.
Ivan Liška schuf mit Beginn der Spielzeit 2009/2010 für Kohler die Position eines „choreographer in residence“, die es ihm ermöglichte, kontinuierlich mit dem Bayerischen Staatsballett zu arbeiten. Kohler wählte als choreographisches Projekt der Saison die Uraufführung der
Série Noire – ein choreographischer Krimi und kreierte außerdem ein kürzeres Werk für die
Terpsichore-Gala-Abende IX und X im Rahmen der Ballettfestwochen 2010 zum 3. Satz des ersten Klavierkonzertes von Saint-Saens, mit dem Titel
ONE:third. Fast parallel dazu schuf er im April 2010 für das Chinesische Nationalballett in Peking
Take Your Time zu der Musik „Am Rande des Abgrunds“ von Sofia Gubuidulina und „A Cello Prelude“ von Lera Auerbach.
In der Spielzeit 2010/2011 wurde Terence Kohler eine weitere Uraufführung in die Hände gelegt. Mit
Daphnis und Chloé setzte er sich mit der Musik Maurice Ravels auseinander.