Festspielpremiere „Saint François d’Assise“

Die Proben zur Festspielpremiere von Olivier Messiaens Saint François d’Assise laufen seit zwei Wochen im Nationaltheater. Aktionskünstler Hermann Nitsch bringt eines der außergewöhnlichsten Opernwerke des 20. Jahrhunderts zusammen mit GMD Kent Nagano auf die Bühne. Am 1. Juli hebt sich der Vorhang für das 1983 uraufgeführte opus magnum des französischen Komponisten. Parallel zur Premiere wird Nitsch in einer umfangreichen Werkschau in den Räumen der Galerie Thomas Modern geehrt.

Die Oper stellt, vergleichbar mit einer mittelalterlichen Miniatur, in acht Bildern den Weg des heiligen Franziskus von Assisi durch Angst und innere Finsternis zu einem Zustand göttlicher Gnade dar. Dieser Zustand vollkommener Gnade ist Messiaens Ausgangspunkt für eine musikalische Meditation über die Spiritualität des modernen Menschen. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Generalmusikdirektor Kent Nagano, in den Hauptrollen sind Christine Schäfer als Engel und Paul Gay in der Titelrolle zu erleben.

Das Werk ist eine Auftragsarbeit des damaligen Direktors der Pariser Oper, Rolf Liebermann, aus dem Jahre 1975. Es ist die erste – und einzige – Komposition Olivier Messiaens für das Theater. Seine Auseinandersetzung mit dem Leben und Leiden des heiligen Franziskus wurde von Claude Debussys Martyre de Saint-Sébastien und Gabriel Piernés Paysages françiscains beeinflusst. Insgesamt dauerte der Entstehungsprozess der Oper acht Jahre. Das Werk wurde bei seiner Premiere in der Opéra Garnier im Jahre 1983 sehr unterschiedlich aufgenommen. Die konzertante Aufführung bei den Salzburger Festspielen einige Jahre später erhielt hingegen großen Beifall. 1988 brachte Kent Nagano die Oper ebenfalls in konzertanter Form an der Opéra de Lyon zur Aufführung: „Die erste Viertelstunde dauert eine Ewigkeit, die restlichen vier Stunden dauern dann nur eine Sekunde“, so Kent Nagano über das Werk. Die deutsche Erstaufführung erfolgte 1998 an der Oper Leipzig.

Olivier Messiaen
Saint François d’Assise
Festspielpremiere am
Fr 01.07.2011, 16 Uhr 
Di 05.07.2011, 16 Uhr
So 10.07.2011, 16 Uhr
Nationaltheater

19.05.2011



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Hermann Nitsch