Die Münchner Opern-Festspiele
27. Juni bis 31. Juli 2003 Alle folgenden Festspiel-Presseinformationen als PDF
downloadenMit den Festspielen 2003 feiert die Bayerische Staatsoper ein Jubiläum: 350 Jahre Oper in München. Die Bayerische Staatsoper trägt diesem Jubiläum mit einem vielfältigen und attraktiven Programm Rechnung.
Der Bogen spannt sich von den Anfängen der Oper bis hin zur Gegenwart: Erstmals werden die Münchner Opern-Festspiele mit einer Barock-Oper eröffnet, Georg Friedrich Händels
Rodelinda erlebt am 28. Juni 2003 ihre Münchner Erstaufführung.
Als zweite Festspiel-Premiere folgt die Uraufführung des jungen Komponisten Jörg Widmann
Das Gesicht im Spiegel am 17. Juli 2003 im Cuvilliés-Theater.
Das Programm von
Festspiel+ 2003 bietet unter dem Thema "Gegen.Welten" dieses Jahr neben den beiden Premieren von
Antenne Karger. Text & Ton von Markus Wolff und Martin Schütz am 2. Juli 2003 im Prinzregententheater und
Unser Oskar. Eine Sprachoper für Oskar Maria Graf von Andreas Ammer und Sebastian Hess am 30. Juli 2003 im Cuvilliés-Theater, eine Vielfalt an Konzerten und eine Ausstellung von Nani Simonis mit dem Titel
Das Knäuel hat seinen Anfang innen.
Ein Highlight im Programm ist das Konzert von Jazz-Idol
Herbie Hancock am 19. Juli im Nationaltheater.
Im Rahmen dieses 350-jährigen Jubiläums hat die Bayerische Staatsoper einen opulenten Bildband mit dem Titel "Macht der Gefühle. 350 Jahre Oper in München" herausgegeben. Der Band dokumentiert die Geschichte der Kunstform Oper ausgehend von der jüngsten Gegenwart bis zurück zu den Anfängen 1653 und ist im Henschel Verlag Berlin erschienen.
Photos finden Sie unter
www.staatsoper.de bzw. kontaktieren Sie bitte das Pressebüro.
Wir würden uns freuen, wenn Sie die Münchner Opern-Festspiele mit ihrem Jubiläum durch einen redaktionellen Beitrag unterstützen würden.
Für Rückfragen stehe ich jederzeit gerne unter der Telefonnummer 089 2185-1021 oder unter Email:
julia.kessler@st-oper.bayern.de zur Verfügung.
Mit herzlichen Grüßen,
Julia Kessler
Pressebüro
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Münchner Opern-Festspiele 2003
Mit dem Programm für die Festspiele 2003 feiert die Bayerische Staatsoper ein wichtiges Jubiläum: 350 Jahre Oper in München. In keiner andere Stadt mit Ausnahme von Florenz und Venedig kann die Kunstform Oper auf eine ebenso lange und kontinuierliche Tradition zurückblicken wie in München. Diese Festspiele stehen unter dem Motto "Gegen.Welten" und werden, so hoffen wir, einen angemessenen Tribut an diese Stadt mit ihrer bemerkenswerten Operntradition darstellen.
Während der Münchner Opern-Festspiele 2003 feiert außerdem das Cuvilliés-Theaters seinen 250. Geburtstag. Aus Anlass der Jubiläen legen die Münchner Opern-Festspiele einen besonderen Schwerpunkt auf den barocken Beginn der Gattung Oper und beginnen die Festspiele mit der Premiere einer Barockoper: Georg Friedrich Händels
Rodelinda erlebt am 28. Juni ihre Münchner Erstaufführung. Viele halten sie für Händels größtes Meisterwerk – eine Oper voll Intensität und Dramatik, voll Schönheit und Einsicht und von höchster musikalischer Qualität. Dazu bietet sie einen faszinierenden Einblick in die "Gegen.Welten" Treue und Verrat, Macht und Liebe, Hoffnungslosigkeit und Entschlusskraft.
Ivor Bolton übernimmt die musikalische Leitung, Regisseur
David Alden und Ausstatter
Paul Steinberg zeichnen sich für die Inszenierung verantwortlich.
Als zweite Festspielpremiere folgt die Uraufführung eines Werks, das bei dem jungen Münchner Komponisten Jörg Widmann in Auftrag gegeben wurde. Es trägt den Titel
Gesicht im Spiegel. Falk Richter inszeniert das neue Werk, und
Peter Rundel dirigiert ein Ensemble hervorragender Sängerdarsteller. Uraufführung ist am 17. Juli im Cuvilliés-Theater.
Auch das weitere Festspiel-Programm – eines der attraktivsten, das die Bayerische Staatsoper jemals angeboten hat – vereint Geschichte, Tradition und Experiment. Verdis
Don Carlo,
Falstaff und
La traviata finden sich Seite an Seite mit Strauss' R
osenkavalier und
Elektra sowie Wagners
Tannhäuser und
Die Meistersinger von Nürnberg. Der Belcanto wird vertreten durch
Lucia di Lammermoor und
I puritani, der Verismo durch Puccinis frühes Meisterwerk
Manon Lescaut. Der Premiere von Händels
Rodelinda gesellen sich vom gleichen Komponisten die ebenfalls neue Produktion von
Saul und unser überaus beliebter
Rinaldo bei. Zweimal steht die Neuinszenierung von Mozarts
Die Entführung aus dem Serail auf dem Programm, und für fünf Vorstellungen kehrt die Erfolgsproduktion von Monteverdis
Il ritorno d'Ulisse in patria in das Prinzregententheater zurück. Dazu kommen fünf unserer renommiertesten Ballettproduktionen, Liederabende (z.B. mit Ian Bostridge und Dorothea Röschmann, Vesselina Kasarova, Thomas Allen, Jonathan Lemalu), Konzerte (z.B. mit Anna Netrebko und Ramon Vargas, mit Wolfgang Sawallisch und Renée Fleming), das Programm
Festspiel+ ,
Oper für alle und weitere Veranstaltungen, die von der Ludwig-Maximilians-Universität, der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Seen, dem Haus der Kunst und dem Deutschen Theatermuseum beigetragen werden.
Die Münchner Opern-Festspiele beginnen am 27. 6. 2003 mit dem
Eröffnungsvortrag, dieses Jahr gehalten von Angela Merkel und enden am 31. 7. 2003 traditionsgemäß mit Richard Wagners
Die Meistersinger von Nürnberg.
Bayerische Staatsoper
Pressebüro
Julia Kessler
Max-Joseph-Platz 2
80539 München
Tel: 089 2185-1021
Fax: 089 2185-1023
Email:
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Festspielpremiere Georg Friedrich Händel
Rodelinda am 28. Juni 2003
Die diesjährige Festspiel-Premiere ist Georg Friedrich Händels
Rodelinda. Dem Ruhm und dem objektiven Erfolg der Opern
Giulio Cesare, Serse, Tamerlano und Alcina zum Trotz:
Rodelinda gilt nicht ohne Grund als Händels größte und vollkommenste Leistung auf dem Gebiet der Oper. Von allen Werken des Komponisten ist
Rodelinda das konsequenteste in bezug auf musikalischen Inhalt und dramatische Kraft. Es basiert auf einem außergewöhnlich gut konstruierten Libretto, ist von großer dramaturgischer Stringenz und bringt alles mit für einen spannenden Theaterabend. Die Opernkonventionen seiner Zeit verlangten von Händel nur eine Abfolge von Solo-Arien, in denen sich die Talente seiner Sänger entfalten konnten. Dass der Komponist bei diesen Voraussetzungen ausdrucksvolle und emotional bewegende Meisterwerke für die Bühne schaffen konnte, davon legt
Rodelinda eindrucksvoll Zeugnis ab. In diesem Werk kommt Händel der Perfektion so nahe, wie wir, das Publikum, sie als irgend möglich begreifen können.
Rodelinda wurde 1725 mit großem Erfolg uraufgeführt. Sie war Händels siebte abendfüllende Oper für die Royal Academy of Music in London, die 1719 als Unternehmen für Opernproduktionen mit Händel als Gesamtleiter gegründet worden war. Von entscheidender Bedeutung für dieses Unternehmen wie speziell für den Erfolg der
Rodelinda war die Zusammenarbeit des Komponisten mit Nicola Francesco Haym. Haym war Cellist, Komponist und Librettist sowie Regisseur für die Vorstellungen der Academy. Er pflegte bereits existierende Textbücher zu exzellenten Libretti für Händel umzuformen. Im Fall
Rodelinda verwendete Haym Antonio Salvis Libretto
Rodelinda, regina de' Longobardi, das wiederum auf Pierre Corneilles Schauspiel
Perturite, roi des Lombards basierte. Die historische Vorlage für die Oper liegt jedoch noch weiter zurück: Paulus Diaconus hat im 8. Jahrhundert die Ereignisse in seiner Geschichte der Langobarden, der
Gesta Langobardorum, beschrieben. Die Handlung der Oper erzählt von der Usurpation eines Thrones – der rechtmäßige und nunmehr totgeglaubte König lebt seither im Verborgenen – und von der versuchten Usurpation der Liebe der treuen Frau und vermeintlichen Witwe des vertriebenen Königs: eine fesselnde und spannende Geschichte, geprägt von Schurkerei und Treue, von Gerechtigkeit und Rache. Und was für eine Barockoper eher ungewöhnlich ist: Sämtliche Figuren sind durch und durch glaubhafte Charaktere.
Zum ersten Mal während in der Intendanz von
Sir Peter Jonas werden die Münchner Opern-Festspiele im Nationaltheater mit der Neuproduktion einer Händel-Oper eröffnet werden, und kein anderes Werk dieses Komponisten wäre dafür geeigneter als
Rodelinda. Die Premiere am 28. Juni 2003 wird – unglaublich, aber wahr – die Münchner Erstaufführung dieses Meisterwerks sein, das 227 Jahre gebraucht hat, um in unserer schönen Stadt anzukommen.
David Alden, Träger des Bayerischen Theaterpreises, zeichnet für die Inszenierung verantwortlich,
Paul Steinberg für die Bühne und
Buki Shiff für die Kostüme. Das Händel-Ensemble wird angeführt von
Dorothea Röschmann,
Michael Chance und
Felicity Palmer, dazu kommen
Paul Nilon,
Umberto Chiummo,
Christopher Robson und als musikalischer Leiter
Ivor Bolton.
Festspiel-Premiere ist am Samstag, den 28. Juni 2003 um 18.30 Uhr im Nationaltheater. Weitere Vorstellungen sind am 2. und 9. Juli um 19.00 Uhr und am 5. Juli um 18.30 Uhr im Nationaltheater.
Die Einführungsmatinee a findet am Sonntag, den 22. Juni 2003 um 11.00 Uhr im Cuvilliés-Theater statt.
Karten zu Preisen zwischen EUR 190,- und EUR 9,- können ab dem 3. Mai von Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr und Samstags zwischen 10 und 13 Uhr unter der Telefonnummer 089 2185- 1920 oder schriftlich unter der Faxnummer 089 2185-1903 reserviert werden. Sie können Karten aber auch unter
www.staatsoper.de online kaufen.
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Festspielpremiere Jörg Widmann
Das Gesicht im Spiegel am 17. Juli 2003
Die zweite Festspiel-Prermiere wird die Uraufführung von Jörg Widmanns
Das Gesicht im Spiegel sein. Vor 350 Jahren ist nachweislich die erste Oper in München gespielt worden; vor 250 Jahren konnte das Cuvilliés-Theater eingeweiht werden. Aus diesem Anlass bietet sich für eine Operninstitution geradezu zwingend an, dem Genre, für das sie sich engagiert, ein neues Werk hinzuzugewinnen. Im Cuvilliés-Theater bietet die Bayerische Staatsoper aus diesem Grund während der Münchner Opern-Festspiele als zweite Festspiel-Premiere eine Uraufführung an. Der Kompositionsauftrag ging – was wäre näherliegend – an einen Münchner Komponisten, an den 28jährigen Jörg Widmann. Er hat sich in den letzten fünf Jahren als überregional beachtetes Nachwuchstalent für diesen Auftrag empfohlen. Er komponierte Werke für die Expo2000 in Hannover, für das Frankfurter Ensemble modern, für die Kölner Reihe Musik der Zeit, für die Münchener Biennale und nicht zuletzt für die Donaueschinger Tage für zeitgenössische Musik. Auch macht er zunehmend als Klarinettist, sowohl des klassischen als auch eines heute neuentstehenden Repertoires, mit seinen hochgradig entwickelten Fähigkeiten als Instrumentalist und mit seiner außergewöhnlichen Kompetenz als Interpret unterschiedlichster Stilbereiche auf sich aufmerksam.
Mit dem Berliner Autor Roland Schimmelpfennig, ehemals Dramaturg an den Münchner Kammerspielen, der sich mit Erfolgsstücken wie der vielgespielten Arabischen Nacht einen guten Ruf erworben hat, entwickelt Jörg Widmann ein Stück zeitgenössischen Musiktheaters, das inhaltlich mit den avanciertesten und deshalb nicht unumstrittenen Möglichkeiten unseres Lebens von heute zu tun haben wird. Ging es bisher in den Künsten, der Literatur, dem Musiktheater, um die Identitätsfindung des Individuums, so richtet sich heutzutage auf der Grundlage wissenschaftlichen Fortschritts unser Augenmerk auf die Spiegelungen von Wesen in anderen.
Der Arbeitstitel des entstehenden Werkes von Widmann und Schimmelpfennig,
Das Gesicht im Spiegel, weist, über seinen romantischen Gestus hinaus, auf Chancen und Fährnisse einer modernen Erkenntnisvielfalt unmißverständlich und unüberhörbar hin. Junge Autoren sind in besonderer Weise prädisponiert für ein solches Thema. Sie sollten, und das Autorendoppel Widmann/Schimmelpfennig tut das, auf je eigene Weise die Probleme unserer Zeit kommentieren, statt sich auf gesichertes historisches Terrain zurückzuziehen – Probleme, in denen längst der Charakter von spezifischer Vereinzelung aufgehoben ist, auf denen stattdessen die Gewichte schicksalhaft bedingter, weltumspannender Existenzgrundlagen lasten. Jörg Widmann und Roland Schimmelpfennig legen dazu ein persönliches, kreativ gewonnenes Bekenntnis ab. Die Uraufführung findet am 17. Juli 2003 im Cuvilliés-Theater statt.
Der Plot ist so einfach wie komplex: Das erfolgreiche Unternehmer-Ehepaar Patrizia und Bruno wähnt sich auf der wirtschaftlich sicheren Seite. Sie sind auf den Zug der New-Economy aufgestiegen und versprechen sich mit der neuesten Erfindung ihres Biotechnikers Milton den absoluten Durchbruch. Diesem ist es gelungen, Patrizia bis hin zu den Genen abbildungsgleich zu reproduzieren – ein Meilenstein in der Reproduktionstechnologie mit dem Namen Justine.
Doch keiner der Protagonisten hat sich Gedanken darüber gemacht, was geschehen würde, wenn sie sich dieser Person leibhaftig gegenüber sehen. Fragen über Fragen: Wie reagiert Patrizia, wenn sie mit sich selbst konfrontiert ist? Was geschieht mit Bruno, wenn er seiner Ehefrau in neuer Gestalt gegenüber steht? Welche Identität hat Justine, die im neuen Körper Patrizias steckt?
Die Oper
Das Gesicht im Spiegel nimmt sich inhaltlich einer der avanciertesten und umstrittensten Möglichkeit der heutigen Gesellschaft an und richtet das Augenmerk auf die Spiegelungen von Wesen in anderen – eine Grundfrage der modernen Wissenschaft und Soziologie. Schon der Titel weist, über seinen romantischen Gestus hinaus, auf Chancen und Gefahren einer modernen Erkenntnisvielfalt hin. Wo steht das menschliche Individuum in einer Welt, die von
wirtschaftlichen Notwendigkeiten überrollt wird und die damit eine neue Form der Schicksalhaftigkeit implizieren.
Wer würde sich wundern, dass dieses Szenario direkt in die Katastrophe mündet?
Die Festspiel-Premiere ist am Donnerstag, den 17. Juli 2003 um 20.00 Uhr im Cuvilliés-Theater. Weitere Vorstellungen sind am 19., 21., 22. Juli, jeweils um 20.00 Uhr im Cuvilliés-Theater.
Karten zu Preisen zwischen EUR 74,- und EUR 5,- können ab dem 3. Mai von Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr und Samstags zwischen 10 und 13 Uhr unter der Telefonnummer 089 2185- 1920 oder schriftlich unter der Faxnummer 089 2185-1903 reserviert werden. Sie können Karten aber auch unter
www.staatsoper.de online kaufen.
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Festspiel + 2003
Gegen.Welten
"Es gibt kein richtiges Leben im falschen."
(Theodor W. Adorno: "Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben",1951)
Das falsche Leben im falschen, die Welt und ihre Gegenwelt, die auf den Irrwegen der Aufklärung ihre "Richtigkeit" verloren haben: weil das Leben der Gesellschaft falsch (geworden) ist, kann es kein richtiges Leben für den Einzelnen geben.
Fünf Jahre später hat Adorno doch noch eine Hintertür geöffnet, wenn er überlegt, ob es nicht möglich wäre, “in den engsten Beziehungen der Menschen so etwas wie Modelle eines richtigen Lebens zu erstellen”.
Schöne alte Zeit, als es noch eine Gegenwelt gab. Heute sollten wir uns fragen, ob der Satz nicht “Es gibt kein Leben, egal ob im richtigen oder falschen” heissen muss. Das Gerücht beginnt sich inzwischen zum Verdacht zu erhärten. Jüngstes Beispiel (zu dem Zeitpunkt, als dieser Text geschrieben wurde) und bester Beweis: Superstar Alexander, oder wie man in Deutschland Menschen klont, ohne Gesetze zu brechen.
Wenn die Bayerische Staatsoper ihre Festspiele 2003 - das Jahr, in dem es seit 350 Jahren Oper in München gibt - unter das Thema Gegen.Welten stellt, so kann dies nur bedeuten, dass sie nach wie vor ihren Auftrag vor allem darin sieht, den Beweis für ihre Lesart der Adorno-Behauptung zu erbringen: “Es gibt ein richtiges Leben, sogar im falschen“.
Die Auseinandersetzung mit dem, was Welt erst ermöglicht - ein ureigenes Thema der Oper seit ihrem Bestehen -, ist für uns alle heute nicht nur relevant, sondern unerlässlich.
Festspiel+ 2003 bietet in diesem Jahr neben den beiden Premieren von
Antenne Karger. Text & Ton von Markus Wolff und Martin Schütz am 2. Juli 2003 im Prinzregententheater und
Unser Oskar. Eine Sprachoper für Oskar Maria Graf von Andreas Ammer und
Sebastian Hess am 30. Juli 2003 im Cuvilliés-Theater, eine Vielfalt an Konzerten, unter anderem von den beiden Altmeistern der improvisierten Musik Cecil Taylor und Tony Oxley und dem tunesischem Oud-Spieler Anouar Brahen, und eine Ausstellung von Nani Simonis mit dem Titel Das Knäuel hat seinen Anfang innen.
Ein Highlight im Programm ist das Konzert von Jazz-Idol Herbie Hancock am 19. Juli im Nationaltheater.
Den Auftakt von Festspiel+ bildet dieses Jahr wieder die
Festspiel-Nacht der HypoVereinsbank am 27. Juni in den Fünf Höfen. Neben Sängern und Künstlern der Münchner Opern-Festspiele werden Donna Leon und Doris Dörrie Lesungen abhalten.
Bayerische Staatsoper
Pressebüro
Max-Joseph-Platz 2
80539 München
Tel: 089 2185-1021
Fax: 089 2185-1023
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Szenisches Konzert
Antenne Karger. Text & Ton
Ein satter Soundtrack aus Geräuschen, seltsamen Klängen, Splittern von Geschichten und Erinnerungstrümmern verdichtet sich musikalisch und inhaltlich zu einem undurchdringlichen Rauschen. Verworren und sinnlich. Unvermittelt gibt es darin immer wieder Fenster, die die Sicht auf Einzelteile dieses Dickichts freigeben. Und für einen Moment sind diese plötzlich klar und deutlich - solo - hörbar. Es reicht noch für ein kleines Tänzchen und schon schieben sich die anderen Schichten wieder darüber, wie tektonische Platten, die Erdbeben auslösen.
Text, Ton und Tanz. Die Elemente sind Störsignal und Soundtrack gleichzeitig.
„Antenne Karger. Text und Ton“ spielt mit unserer fragmentarischen
Wahrnehmung von Wirklichkeit.
Texte und Töne umgeben uns in unserer täglichen Welt. Mit welchen Mitteln filtern wir jene, denen wir zuhören, von jenen, die wir überhören? Vielleicht haben wir einen innere Antenne, die den Raum nach akustischen Reizen für uns absucht.
So ähnlich geschieht es im szenischen Konzert „Antenne Karger. Text und Ton“ mit dem Schauspieler Markus Wolff und dem Trio Koch-Schütz-Studer. Was ihre Antenne aus dem Raum holt, ist eine zufällig anmutende Collage aus kontrastreichen musikalischen und sprachlichen Fragmenten, die manchmal in hoher Kadenz auf die Zuschauer einstürzen, dann wieder gelichtet die Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Element lenken. Die Musik vom improvisierenden Schweizer Trio Koch-Schütz-Studer verknüpft Free Jazz, E-Avantgarde, akustische und elektronische Sounds zur eigenen „Hardcore Chamber Music“. Die Texte spricht Markus Wolff, unterstützt von drei Kassettengeräten. Es sind Bruchstücke aus literarischen Werken,
Zeitungsartikeln und eigenen Texten; Fragmente, die sich in immer anderen Konstellationen begegnen und neue Sinnzusammenhänge bilden. Musik und Text verhalten sich in dieser Anordnung als Soundtrack und Störsignal gleichzeitig. Gewisse Geschichten werden im Nachhinein zu enträtseln sein. Jede und jeder wird sich den eigenen Abend zusammensetzen.
Das Trio Koch-Schütz-Studer, auf der internationalen Szene bekannt durch seine radikale und kompromisslose „Hardcore Chamber Music“, arbeitet mit scharfen Kontrasten. Sequenzierte, bis zur Unkenntlichkeit bearbeitete Samples aus der Musikgeschichte und der Einsatz von Live-Elektronik schaffen dichte Klangwände, die kontrastierend neben zum Teil völlig akustischen, minimalistischambienten Improvisationen stehen. Der Schauspieler Markus Wolff ist unter anderem bekannt durch seine Arbeiten mit den Regisseuren Christoph Marthaler und Ruedi Häusermann. Koch-Schütz-Studer und der Wolff arbeiten in dieser Form erstmals zusammen.
Festspiel-Premiere am Mittwoch, 2. Juli 2003, 20.30 Uhr
Donnerstag, 3. Juli 2003, 20.30 Uhr Akademietheater im Prinzregententheater
Karten zu EUR 20,- gibt es unter der Telefonnummer 089 2185-1920.
Koproduktion mit GO-Theaterproduktionen und Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik, Basel
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Nacht-Konzert
Herbie Hancock, piano
Bobby Hutcherson, vibes
Scott Colley, bass
Terri Lyne Carrington, drums
1962 wurde Herbie Hancock als Solo-Pianist bei dem legendären Jazz-Label “Blue Note Records“ unter Vertrag genommen; ein Jahr später rief Miles Davies an und lud ihn ein, in seinem Quintett mitzuspielen. Seit dieser Zeit ist der Name Herbie Hancock ein leuchtender Fixpunkt der internationalen Jazzszene.
Die Labels haben gewechselt; die Musiker, mit denen Hancock gearbeitet und die musikalischen Stilrichtungen, mit denen er sich auseinandergesetzt hat, sind Legion. Begleitet hat ihn über die ganze Zeit seine Bewunderung für George Gershwin (Hancock’s Hommage “George Gershwin´s World“, erschienen 1998 – u.a. mit Stevie Wonder, Kathleen Battle, Chick Corea – ist ein eindrucksvolles Dokument dieser künstlerischen Begeisterung) und seine Toleranz anderen Musikern gegenüber, denen er durch seine kreative Mitarbeit oft geholfen hat, ihren eigenen Stil zu finden. Jüngstes Beispiel ist die Aufnahme “Future2Future“, die 2001 zusammen mit jungen Hip-Hop und Techno Musikern entstanden ist.
Samstag, 19. Juli 2003, 22.30 Uhr Nationaltheater
Karten zwischen EUR 67,- und 6,- gibt es unter der Telefonnummer 089 2185-1920.
In Zusammenarbeit mit LOFT music
Eine Veranstaltung im Rahmen des “Münchner Klaviersommers“
Mehr über Herbie Hancock unter
http://www.herbiehancock.com.
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Unser Oskar
Eine Sprachoper für Oskar Maria Graf
von Andreas Ammer und Sebastian Hess
mit Oskar Maria Graf (in Originaldokumenten)
sowie Sepp Bierbichler und Michael Tregor (Sprecher), Moritz Eggert (Klavier), Andreas Ammer (Laptop), Sebastian Hess (Cello), Bachhauser Blasmusik (in echten Lederhosen)
Oskar Maria Graf hat zeitlebens viel für seinen Ruf als bayerischer Sturschädel getan. Den Frauen der Münchner Bohème rief er zu: “Mehr Erotik bitte!“. Für Adolf Hitler, von dem er sich einmal zum Essen einladen liess, hatte er später nur die Bitte übrig:“Verbrennt mich!“, und als er Ende der fünfziger Jahre für einen Kurzbesuch aus dem amerikanischen Exil zurückkehrte, gab es einen Skandal, weil er im ehrwürdigen Cuvilliés-Theater seine Lederhose nicht ausziehen wollte. “Mehr Musik, bitte!“. Auf eben dieser heiligen bayerischen Bühne werden der Autor Andreas Ammer und der Cellist
Sebastian Hess
ihre Sprachoper uraufführen, die von alledem handelt.
Festspiel-Premiere am Mittwoch, 30. Juli 2003, 20.30 Uhr
Donnerstag, 31. Juli 2003, 20.30 Uhr Cuvilliés-Theater
Karten zwischen EUR 31,- und 5,- gibt es unter der Telefonnummer 089 2185-1920.
Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst
Live-Übertragung der Premiere auf Bayern2Radio
Sebastian Hess, geboren in München, Studium an den Musikhochschulen in Würzburg und München sowie bei William Pleeth in London; Meisterschüler bei Mstislav Rostropovich. Mehrere Preise, u.a. Musikpreis der Bayerischen Staatsregierung. Gastspiele als Solist und Kammermusiker bei internationalen Festivals u.a. in Aldeburgh, London, Salzburg, Malta, Kissingen, Seoul. Die Bandreite seiner Aktivitäten reicht von der historischen Aufführungspraxis auf dem Barockvioloncello bis zur engen Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten wie Moritz Eggert, Wilhelm Killmayer und Hans-Jürgen von Bose. Leiter von Meisterkursen und Dozent an den Hochschulen für Musik Nürnberg-Augsburg.
Andreas Ammer, geboren in Deutschland. Studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte der Naturwissenschaften und schloß mit Promotion ab. Dann Angestellter und Lehrbeauftragter der Ludwig-Maximilians-Universität München. Inzwischen freier Autor, Fernsehjournalist und Universitätsdozent. Erarbeitete zahlreiche Hörspiel- und Theaterproduktionen.
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Macht der Gefühle
350 Jahre Oper in München
368 Seiten; 736 Abbildungen
€ [D] 39.90
ISBN 3-89487-455-4
Autoren:
Ulrike Hessler, Jürgen Schläder, Robert Braunmüller, Wilfried Hösl
Henschel Verlag, Berlin
Erscheint im Mai 2003
Der Bildband erzählt die 350jährige Geschichte der Kunstform Oper in München anhand der szenischen Interpretation. Es gibt in diesem Buch also nur Bühne, keine Dokumente, nur Menschen auf der Bühne, nicht vor oder hinter ihr. Es ist nicht chronologisch aufgebaut, denn auch die Operngeschichte verlief nicht geradlinig. Es möchte nicht vollständig dokumentieren, sondern Zusammenhänge herstellen, es möchte nicht nur erinnern und schon gar nicht verklären. Deshalb wird die Geschichte der Oper in München von der Gegenwart her aufgerollt, es werden Bezüge hergestellt zwischen Bühnenästhetik von heute und von gestern. Jede Generation sucht nach neuen szenischen Möglichkeiten und Wirkungen, interpretiert die Werke neu. Jede Epoche setzt andere Schwerpunkte im Repertoire, doch viele Werke kehren über die Jahrhunderte immer wieder und durchlaufen in ihrer Interpretationsgeschichte die erstaunlichsten Wandlungen. Die Bühnenästhetik war und ist immer ein Spiegel ihrer Zeit. In der Gegenüberstellung von über 350 verschiedenen Opernproduktionen aus 350 Jahren wird die einmalig kontinuierliche Geschichte der Oper in München und ihrer Theater wieder lebendig.
Kontakt:
Tatjana Kirchner Kirchner Kommunikation; Dunckerstr. 17; 10437 Berlin
Tel: 030/ 44 67 69 88; Fax: 030/44 67 74 99; e-mail:
info@kirchner-pr.deTheo Adam, Hans Albers, Peter Anders, Anna Caterina Antonacci, Giacomo Aragall, Agnes Baltsa, Cecilia Bartoli, Hildegard Behrens, Paul Bender, Ingrid Bjoner, Kurt Böhme, Inge Borkh, Hermine Bossetti, Ian Bostridge, Rolf Boysen, Wolfgang Brendel, Friedrich Brodersen, Marie Burk-Berger, Enrico Caruso, Ileana Cotrubas, Jean Cox, Willem Dafoe, David Daniels, Lisa della Casa, Helga Dernesch, Plácido Domingo, Trude Eipperle, Kieth Engen, Karl Erb, Brigitte Fassbaender, Zdenka Fassbender, Weiß Ferdl, Elisabeth Feuge, Hedwig Fichtmüller, Dietrich Fischer-Dieskau, Renée Fleming, Ferdinand Franz, Gottlob Frick, Vivica Genaux, Rudolf Gerlach, Christel Goltz, Rita Gorr, Emil Graf, Susan Graham, Josef Greindl, Reri Grist, Edita Gruberova, Georg Hann, Johannes Heesters, Hildegard Hillebrecht, Max Hofmüller, Richard Holm, Thomas Holtzmann, Hans Hotter, Felicie Hüni- Mihasek, Maria Ivogün, Siegfried Jerusalem, Fritzi Jokl, Gertrude Kappel, Vesselina Kasarova, Adele Kern, Heinrich Knote, René Kollo, Erika Köth, Fritz Krauß, Anny van Kryswyck, Charlotte Kuhn-Brunner, Philip Langridge, Evelyn Lear, Caterina Ligendza, Marjana Lipovsek, George London, Colette Lorand, Felicity Lott, Ira Malaniuk, Catherine Malfitano, Edith Mathis, Waltraud Meier, Josef Metternich, Georgine von Milinkovic, Georg Mittermair, Martha Mödl, Kurt Moll, Berta Morena, Thomas Moser, Fritz Muliar, Ann Murray, Franz Nachbaur, Maria Nezadal, Birgit Nilsson, Hans Hermann Nissen, Elisabth Ohms, Maria Olszewska, Karl Ostertag, Julius Patzak, Deborah Polaski, Julius Pölzer, Lucia Popp, Margarete Preuse-Matzenauer, Hermann Prey, Margaret Price, Anton Raaf, Ruggero Raimondi, Torsten Ralf, Hildegarde Ranczak, Heinrich Rehkemper, Christopher Robson, Amanda Roocroft, Dorothea Röschmann, Anneliese Rothenberger, Heinz Rühmann, Josef Rühr, Leonie Rysanek, Matti Salminen, Christine Schäfer, Martha Schellenberger, Max Schlosser, Gabriele Schnaut, Ludwig Schnorr von Carolsfeld, Malwine Schnorr von Carolsfeld, Peter Schreier, Peter Seiffert, Neil Shicoff, William Shimell, Cesare Siepi, Anja Silja, Gerhard Stolze, Teresa Stratas, Ludwig Suthaus, Martti Talvela, Horst Taubmann, Robert Tear, Bryn Terfel, Milka Ternina, Ella Toidek, John Tomlinson, Hertha Töpper, Rainer Trost, Tatjana Troyanos, Hermann Uhde, Viorica Ursuleac, Julia Varady, Astrid Varnay, Heinrich Vogl, Therese Vogl, Raoul Walter, Otto Wiener, Georg Wieter, Wolfgang Windgassen, Otto Wolf, Fritz Wunderlich und viele andere
in über 350 Opernproduktionen auf den Bühnen des Salvatortheaters (eröffnet 1654), des Cuvilliés-Theaters (eröffnet 1753), des Nationaltheaters (eröffnet 1818), des Gärtnerplatztheaters (eröffnet 1865) und des Prinzregententheaters (eröffnet 1901).
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