Erfreuliche Ergebnisse des Kompositionswettbewerbs "Teatro Minimo"
Der von der Bayerischen Staatsoper und dem Opernhaus Zürich ausgeschriebene Kompositionswettbewerb "Teatro Minimo" ist zu einem erfreulichen Ergebnis gekommen. Nach der Uraufführung der sechs Kurzopern der Finalisten in München und Zürich, hat die Jury (Sir Peter Jonas, Alexander Pereira, Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Luciano Berio, Manfred Trojahn, Ralph Günther Mohnau, David Pountney, Elisabeth Bronfen, Max Nyffeler, Bálint András Varga) zwei Gewinner ermittelt:
Arnaldo de Felice mit seinem Werk
Akumu und Edward Rushton mit
Leinen aus Smyrna. Ausschlaggebendes Kriterium war jeweils die Qualität der Komposition.
Beide Komponisten werden mit der Komposition eines circa einstündigen Bühnenwerkes beauftragt: Arnaldo de Felice von der Bayerischen Staatsoper, Edward Rushton vom Opernhaus Zürich. Darüberhinaus vergibt die Bayerische Staatsoper den Auftrag für ein kurzes symphonisches Werk bzw. einen Liederzyklus an Edward Rushton, das Zürcher Opernhaus den gleichen Auftrag an Arnaldo de Felice. Die Uraufführungen sind für 2003, spätestens 2004 geplant.
Der Kompositionswettbewerb wird fortgesetzt. Die Kurzopern der Finalisten der nächsten Runde sollen ebenfalls 2003 uraufgeführt werden.
Arnaldo de Felice, 1965 in Florenz geboren, studierte Oboe beim Solooboisten des New York Philharmonic Orchestra. 18jährig wurde er zum 1. Oboisten in das Sinfonie-Orchester von Parma berufen. Kurz darauf legte er das Abschlussdiplom in Oboe (Bologna) und das Solistendiplom (Basel) mit höchsten Auszeichnungen ab. Zunächst als 1. Oboist verschiedener Orchester tätig, wurde er mit 21 Jahren Professor für Oboe am Konservatorium in Foggia, 2 Jahre später am Konservatorium von Palermo. 1986 startete Arnaldo de Felice eine intensive Konzerttätigkeit als Solist und Mitglied verschiedener Kammermusik-Ensembles. 1989 wurde er von Leonard Bernstein zu einer privaten Audition eingeladen, die ihm höchste Anerkennung brachte. Es folgten u.a. Solokonzerte in den Vereinigten Staaten (Carnegie Hall, New York, Boston, Washington). Gleichzeitig machte er mit eigenen Kompositionen auf sich aufmerksam, nachdem er bei Roland Moser an der Basler Musikakademie studiert hat. Seine Werke waren u.a. in Basel, Zürich, Amsterdam, Mailand sowie in Japan zu hören. Seit 1989 hat Arnaldo de Felice den Lehrstuhl für Oboe am Konservatorium Claudio Monteverdi in Bozen inne.
Edward Rushton, 1972 in Norwich geboren, absolvierte eine vielfältige musikalische Ausbildung u.a. bei Robin Holloway, Peter Maxwell Davies, Judith Weir, James MacMillan, Magnus Lindberg und Irwin Gage. 1994 wurden gleich 3 seiner Kompositionen mit Preisen ausgezeichnet. 1997 war er Composer in Residence beim Sommerkurs des Northern Junior Philharmonic Orchestra. Aufgeführt wurden seine Werke u.a. vom BBC Symphony Orchestra, der London Sinfonietta und dem Schubert Ensemble of London. Im Bereich des Musiktheaters war Edward Rushton an den Städtischen Bühnen Münster, am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und am Schillertheater NRW, Wuppertal vertreten. In dieser Spielzeit ist er Composer in Residence an der Zentralbibliothek von Zürich.
11.07.2001
zurück