Vorschau auf die Spielzeit 2010/2011
München, April 2010 – Ivan Liška gab gestern auf der Jahrespressekonferenz des Bayerischen Staatsballetts die Pläne für die kommende Spielzeit bekannt. Die Saison 2010/2011 wird geprägt sein von Kreationen und Produktionen, die einen ganz besonderen Bezug zu München und zum Nationaltheater haben.
Die 14. Spielzeit unter seiner Direktion hält zunächst eine veritable Münchner Sensation bereit: Zum ersten Mal seit 50 Jahren dirigiert der Generalmusikdirektor des Hauses wieder ein Premierenprogramm mit zwei Kreationen des Bayerischen Staatsballetts! War es damals kein geringerer als Sir Georg Solti, der „Le Sacre du printemps“ dirigierte, ist es heute Kent Nagano. Der GMD hatte immer schon eine große Affinität zu Tanz und Ballett und ist mit seiner Fa-milie ein häufiger Besucher der Vorstellungen des Bayerischen Staatsballetts. Die Konzeption des Abends mit Werken von Maurice Ravel geht auf seinen persönlichen Vorschlag zurück und auf seinen Wunsch, eine Staatsballett-Premiere zu leiten. Ivan Liška wählte als Choreographen die beiden dem Staatsballett bereits vertrauten Künstler Terence Kohler, der Daphnis und Chloé choreographieren wird, und Jörg Mannes, der eine Uraufführung unter dem Titel Wohin er auch blickt… zu Ravels „Klavierkonzert für die linke Hand“, „Une barque sur l’océan“ und „Pavane pour une infante defunte“ erarbeitet.
Die zweite Premiere ist aus ganz anderen Gründen spektakulär: John Neumeier hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in regelmäßigen Intervallen einige seiner schönsten Choreographien nach München gegeben, wo er neben anderen den Sommernachtstraum, den Nussknacker, die Kameliendame, A Cinderella Story zuerst bei Konstanze Vernon und dann bei seinem ehemaligen Ersten Solisten Ivan Liška stets in guten Händen wusste. Eine Choreographie aber gehört gewissermaßen schon lange nach München, und im Frühjahr 2011 wird sie kommen – Illusionen…wie Schwanensee.
In diesem Werk hat John Neumeier – von jeher auch genialer Dramaturg seiner Werke – die tragische Lebens- und Liebesgeschichte des Bayernkönigs Ludwig II. mit dem Mythos vom Schwanensee verknüpft. Zum 125. Todesjahr Ludwigs II. wird dieses Ballett mit dem Bayerischen Staatsballett im Frühjahr 2011 Premiere haben und damit zum ersten Mal in München im Nationaltheater gezeigt werden – in dem Haus also, das für Ludwig II. selbst einst zum Fluchtpunkt vor der Wirklichkeit geworden war, wenn er sich in die gespenstische Einsamkeit seiner Privatvorstellungen zurückzog.
Eröffnet wird die neue Saison am 21. September mit Mats Eks frisch einstudierter, moderner Giselle, die in der aktuellen Spielzeit im Juni noch ihre Wiederaufnahme feiern wird. Zur klassischen Musik von Adolphe Adam tanzt das Ensemble im zeitgenössischen Idiom, der kraftvoll-derben, manchmal aber auch zart ziselierenden Variante des Modern Dance, wie sie typisch ist für den schwedischen Choreographen Mats Ek.
Im Repertoire verbleiben, neben den noch im April und Juni erwarteten Premieren Artifact von William Forsythe und Série Noire – Ein choreographischer Krimi von Terence Kohler, John Crankos Meisterwerk Onegin und das Kultstück der aktuellen Spielzeit Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere von Nacho Duato.
Außerdem wird es ein Wiedersehen geben mit den drei großen Klassikern Don Quijote, Dornröschen und Crankos Der Widerspenstigen Zähmung.
Das Kinder- und Jugendprogramm des Bayerischen Staatsballetts, Campus, bietet auch 2010/2011 ein breit gefächertes Programm mit vielen neuen kreativen Projekten für Schulklassen und Jugendgruppen. Neben einer Fortsetzung des bereits mehrfach ausgezeichneten Erfolgsprojekts Anna tanzt, das seit 2009 als Zwei-Generationen-Projekt hohe Wellen geschlagen und eine Lawine an Forschungsvorhaben losgetreten hat, arbeitet das Bayerische Staatsballett weiter im Tanzenden Klassenzimmer und in der städtisch-staatlichen Kooperation TuSCH mit der BOS Sozialwesen.
Der schriftliche Vorverkauf für die Spielzeit 2010/2011 startet am 19. Juni 2010. Der Schalter, Telefon- und Onlineverkauf findet im Zeitraum vom 17. bis zum 31. Juli 2010 statt sowie nach den Theaterferien ab 1. September.
Für weitere Informationen und Fotoanfragen steht Ihnen das Pressebüro des Bayerischen Staatsballetts jederzeit gerne zur Verfügung.
