Gastspiel des Palucca Tanz Studios Dresden
am Samstag, 2. November 2002, 18.00 Uhr
im Prinzregententheater

“Hommage à Palucca“ und „Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen - Palucca im Film“

Es ist nicht nur die Tatsache dass sich Gret Paluccas Geburtstag in diesem Jahre 2002 zum einhundertsten Mal jährt – aber wer weiss schon, dass diese Jahrhundertfigur des modernen Tanzes, diese grosse Dresdener Tanzlegende Palucca in München geboren ist, die ersten Jahre in unmittelbarer Nähe des englischen Gartens lebte und als Ballett-Elevin ihre ersten professionellen Tanzschritte unter Heinrich Kölling am Münchner Hoftheater tat? Grund genug, dass das Dresdner Palucca Tanz Studio nun in München sein Programm „Hommage à Palucca“ vorstellt.

Der Abend nähert sich dem Phänomen Palucca auf zwei Wegen: als „Hommage à Palucca“ in Balletten von ehemaligen Absolventen der Palucca Schule Dresden, die inzwischen selbst zum grössten Teil zu berühmten Choreographen geworden sind. Und mit einem vielbeachteten Film über Palucca, dessen Titel aus einem Palucca-Zitat besteht: „Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen“.

Das Palucca Tanz Studio
Mit der Gründung des Palucca Tanz Studios am 8. Januar 2002 ist ein studiennahes und experimentierfreudiges Kammertanzensemble entstanden. Es wird das Studium durch Bühnenpraxis auf dem Weg in die Berufskarriere ergänzen. Absolventen haben die Möglichkeit, in einem professionellen Rahmen Bühnenerfahrung zu sammeln und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Das Palucca Tanz Studio soll sich in Zukunft zu einer selbständigen professionellen Company entwickeln, die ihre Projekte mit verschiedenen Partnern im In- und Ausland vorstellt.

HOMMAGE À PALUCCA

Choreografien von Absolventen der Palucca Schule Dresden: Holger Bey, Anke Glasow, Mario Heinemann, Raymond Hilbert, Irina Pauls, Birgit Scherzer, Silvana Schröder, Mario Schröder, Arila Siegert, Dietmar Seyffert und Hanne Wandtke

ICH WILL NICHT HÜBSCH UND LIEBLICH TANZEN - PALUCCA IM FILM
von Konrad Hirsch und Ralf Stabel

Ein zum 100. Geburtstag von Palucca entstandener Film verbindet dokumentarisches Originalfilmmaterial mit Zeitzeugenaussagen ihrer Bewunderer, Kritiker, Schüler und Kollegen. Er zeigt bisher nicht veröffentlichte Filmdokumente und schafft so eine neue Sicht auf die Tänzerin, die Pädagogin, aber auch auf den Menschen.

Margarethe Paluka kommt am 8. Januar 1902 in München zur Welt und verbringt ihre ersten Lebensjahre in unmittelbarer Nähe zum Englischen Garten. Ihr Vater betreibt eine Parfümerie in der Weinstrasse, die Mutter ist Hausfrau. Nach der Schulausbildung in Dresden und Plauen wird Margarethe Paluka Ballett-Elevin bei Heinrich Kölling am Münchner Hoftheater. Während der anschliessenden Ausbildung bei der Ausdruckstänzerin Mary Wigman in Dresden nennt sie sich Palucca und beginnt 1924 eine einzigartige Karriere als Solotänzerin und Pädagogin. Oft gastiert Palucca im Münchner Schauspielhaus und in den Kammerspielen.

Nach dem Krieg verlagerte sich ihrer Tätigkeit mehr und mehr aufs Pädagogische. Ihre Dresdner Schule wurde zu einem der kulturellen Herzpunkte der DDR. Gret Palucca starb 1993.

Palucca war mit Abstand die meistgefilmte Künstlerin in der DDR. Sie ist aber auch eine der ersten Tänzerinnen gewesen, die sich bewusst des Films bediente - beides ein Glücksumstand, denn kein Medium kann einen besseren Eindruck von ihrer Art zu tanzen und zu unterrichten geben.

Sequenzen aus diesem Film geben Einblicke in Leben und Werk von Palucca

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