Georg Friedrich Händel: Giulio Cesare


Georg Friedrich Händel: Giulio Cesare 
Inhaltsangabe

Giulio Cesare in Egitto
Georg Friedrich Händel
Nicola Francesco Haym


Vorgeschichte

Im Krieg um die Herrschaft Roms hat Cäsar seinen politischen Gegner Pompejus in der Schlacht von Pharsalus (48 v.Chr.) besiegt und ihn weiter bis nach Ägypten verfolgt. Dort hatte Pompejus vergeblich auf Unterstützung durch den Ägypterkönig Ptolemäus gehofft.



1. Akt

Der siegreiche Feldherr Julius Cäsar wird jubelnd begrüßt. Er erweist Cornelia, der Gattin des Pompejus, und deren Sohn Sextus seine Achtung und ist bereit, sich mit seinem Gegner auszusöhnen.

Im Auftrag des ägyptischen Königs Ptolemäus überbringt dessen Heerführer Achillas Cäsar das Haupt des ermordeten Pompejus, um ihn günstig für sich zu stimmen. Cäsar ist empört über diese Untat.

Cornelia beklagt den Tod ihres Gemahls; Sextus schwört Rache für den Mord an seinem Vater.

Cleopatra, die Schwester des Ägypterkönigs Ptolemäus, hält sich als Erstgeborene für die rechtmäßige Herrscherin Ägyptens. Sie will Cäsar für sich gewinnen, um so ihrem Ziele näher zu kommen.

Achillas berichtet Ptolemäus von Cäsars Zorn über den Mord an Pompejus. Er erklärt sich bereit, auch Cäsar durch Mord zu beseitigen, und verlangt als Preis dafür Cornelia zur Frau. Ptolemäus ist einverstanden.

Angesichts des Todes von Pompejus sinnt Cäsar über die Nichtigkeit des Lebens und des Ruhmes nach. In diesem Augenblick erscheint Cleopatra. Sie gibt sich als Lidia, eine der Dienerinnen der Cleopatra, aus und bittet Cäsar um Beistand gegen Ptolemäus. Cäsar ist von ihr fasziniert und verspricht ihr seine Hilfe.

Cornelia trauert um ihren Gemahl. Sextus entwindet ihr das Schwert, mit dem sie Ptolemäus zu töten beabsichtigt. Er allein fühlt sich zu dieser Vergeltungstat berufen. Cleopatra, die beide belauscht hat, verspricht, ihnen den Weg in den Palast zu weisen.

Cäsar trifft Ptolemäus. Er tadelt den Ägypterkönig wegen des Mordes an Pompejus. Obwohl Ptolemäus sich den Anschein der Gastfreundschaft gibt, sieht Cäsar Gefahr für sich und zieht sich zurück.

Sextus ist in Begleitung seiner Mutter in den Palast eingedrungen und fordert Ptolemäus zum Zweikampf, auf den der König nicht eingeht. Er verurteilt Cornelia zum Dienst in seinem Harem. Achillas verspricht ihr und ihrem Sohn die Freiheit, wenn sie bereit ist, seine Frau zu werden. Beide weisen das Ansinnen empört zurück. Ihr Schicksal beklagend, trennen sie sich.



2. Akt

Cleopatra hat ihren Vertrauten Nirenus beauftragt, Cäsar in ihre Gemächer zu führen, wo sie ihn, noch immer unter dem Namen Lidia, empfängt.

Cäsar erscheint und ist von ihrer Schönheit hingerissen. Achillas wirbt erneut um Cornelias Liebe, wird aber abgewiesen. Auch Ptolemäus ist von Cornelias Schönheit bezaubert und begehrt sie zur Frau. Als sie den Gattenmörder empört zurückweist, droht er mit Gewalt. Cornelia will ihrem Leben ein Ende setzen, doch Sextus hält sie zurück.

Nirenus verspricht Sextus, ihn zu Ptolemäus zu bringen. Sextus schwört erneut blutige Rache für den Mord an seinem Vater.

Cleopatra erwartet Cäsar; sie bittet die Göttin der Liebe, ihr bei der Verführung Cäsars zu helfen. Cäsar verspricht ihr die Ehe.

In diesem Augenblick erscheint Curio und warnt Cäsar vor den von Ptolemäus ausgesandten Mördern. Nun gibt sich Cleopatra Cäsar zu erkennen und will ihn selbst beschützen. Doch Cäsar ist furchtlos und eilt davon, um sich dem Kampf zu stellen.

Verzweifelt bangt Cleopatra um das Leben ihres Geliebten.



3. Akt

In der Schlacht zwischen den Truppen der Cleopatra und denen des Ptolemäus ist Letzterer Sieger geblieben. Er läßt seine Schwester gefangennehmen. Cleopatra beklagt ihr Los und verflucht ihren Bruder.

Cäsar ist es gelungen, sich aus den Fluten des Meeres zu retten; er hofft, sein Schicksal noch einmal wenden zu können.

Sextus hat Ptolemäus auf dem Schlachtfeld vergeblich gesucht. Er und Nirenus treffen auf den tödlich verwundeten Achillas. Dieser bekennt, den Mord an Pompejus angestiftet zu haben, um Cornelia für sich zu gewinnen; er habe die Verschwörung gegen Cäsar angezettelt und jetzt Ptolemäus, von dem er sich getäuscht sieht, verraten. Dafür büße er nun mit dem Tod. Sterbend gibt er Sextus ein Siegel. Dessen Besitzer müssen hundert in der Nähe verborgene Bewaffnete folgen. Cäsar, der das Gespräch verfolgt hat, fordert das Siegel für sich und bricht mit Sextus auf, um Cleopatra und Cornelia zu befreien.

Die gefangene Cleopatra erwartet den Tod und nimmt Abschied von ihren Gefährtinnen. Cäsar befreit sie.

Ptolemäus versucht erneut, Cornelia zu bedrängen. Als diese ein Schwert gegen ihn zücken will, tritt Sextus dazwischen. Er stürzt sich auf Ptolemäus und tötet ihn. Sein Vater ist endlich gerächt.

Cäsar schließt Sextus als Freund in die Arme und ruft Cleopatra zur Königin Ägyptens aus.

© Bayerische Staatsoper