Richard Wagner: Die Walküre


Richard Wagner: Die Walküre


Richard Wagner: Die Walküre 
Inhaltsangabe

Die Walküre (Inszenierung 2003)
Richard Wagner


Erster Aufzug

In der Hütte Hundings sucht ein Fremder Schutz. Die Frau des Hausherrn gibt ihm zu trinken. Hunding bemerkt eine Ähnlichkeit zwischen seiner Frau und dem Fremden. Er gewährt ihm Gastrecht. Auf die Frage der Frau nach seiner Identität nennt der Fremde sich Wehwalt und erzählt, wie er die Mutter früh verlor, wie seine Zwillingsschwester von Unbekannten geraubt und er selbst später von seinem Vater getrennt wurde. Nun sei er auf der Flucht vor den Angehörigen einer Frau, der er beistand, als sie gegen ihren Willen verheiratet werden sollte. Hunding, der selbst zu dieser Sippe gehört, erkennt in Wehwalt den Feind seiner Familie, den er vergeblich verfolgt hat. Das für diese Nacht zugesagte Gastrecht kann und will er ihm nicht versagen, doch für den nächsten Morgen fordert er Wehwalt zum Kampf heraus. Dann zieht er sich mit seiner Frau zurück.

Wehwalt, der im Kampf gegen Hundings Sippe seine Waffen verloren hat, erinnert sich an die Prophezeiung seines Vaters, er werde einst in höchster Not ein Schwert finden. Hundings Frau, die ihren Mann mit einem Schlaftrunk betäubt hat, kehrt zurück. Sie zeigt Wehwalt ein Schwert, das bislang niemand hat an sich nehmen können. Immer stärker fühlen sich die beiden zueinander hingezogen. Als Wehwalt den Namen seines Vaters Wälse erwähnt, gibt die Frau ihm den Namen Siegmund. Nun bemächtigt sich Siegmund des Schwertes, das er Nothung nennt. Die Frau gibt sich ihm als seine Zwillingsschwester Sieglinde zu erkennen. Leidenschaftlich vereinigt sich das Wälsungenpaar.



Zweiter Aufzug

Wotan weist die Walküre Brünnhilde an, Siegmund bei dessen bevorstehendem Kampf gegen Hunding zum Sieg zu verhelfen. Hunding wiederum hat Fricka, die Hüterin der Ehe, um Hilfe angerufen. Nun klagt Fricka vor ihrem Mann den Ehebruch und Inzest des Zwillingspaares an und betont auch Wotans eigene Schuld, da er die Wälsungen, ebenso wie die Walküren, außerehelich gezeugt habe. Wotans Versuche, sich herauszuwinden und Siegmund zu retten, scheitern an Frickas Argumenten. Als oberster Hüter von Recht und Gesetz muß er schließlich nachgeben. Er leistet Fricka den Eid, Siegmund seinen und der Walküre Schutz zu entziehen.

Niedergeschlagen vertraut sich Wotan Brünnhilde an. Er erzählt ihr, wie der Nibelung Alberich einst einen Ring als Symbol der Macht aus dem geraubten Rheingold geschmiedet und diesen später verflucht habe, als Wotan ihn durch Erpressung an sich brachte. Wotan mußte den Ring damals dem Riesen Fafner überlassen, der ihn seitdem, zum Drachen mutiert, hütet. Doch sowohl Wotan selbst als auch Alberich trachten danach, den Ring wieder in ihren Besitz zu bringen. Um für den eventuellen Machtkampf gegen Alberich gerüstet zu sein, hat Wotan neun Töchter gezeugt - darunter Brünnhilde, die Tochter von Erda -, die, als Walküren, gefallene Helden von der Walstatt holen, um aus ihnen in Walhall ein Heer zu bilden. Sein Sohn Siegmund sollte währenddessen als freier, dem göttlichen Gesetz nicht unterworfener Held Fafner den Ring entreißen. Nun ist dieser Plan offensichtlich gescheitert. Wotan befiehlt Brünnhilde, nicht Siegmund, sondern Hunding zum Sieg zu verhelfen.

Auf der Flucht mit Siegmund bricht Sieglinde erschöpft zusammen. Brünnhilde kündigt Siegmund den Tod und seine Aufnahme in das Heldenheer der Götterburg an. Doch da Sieglinde ihn dorthin nicht begleiten kann, lehnt Siegmund die Ehren Walhalls ab. Um Sieglinde nach seinem Tod nicht allein zurücklassen zu müssen, will er sie töten. Die tiefe Liebe des Zwillingspaares berührt Brünnhilde. Sie verspricht Siegmund, ihn, gegen Wotans Befehl, zu unterstützen.

Nun greift Wotan selbst ein. Als Siegmund sich, beschützt durch Brünnhilde, Hunding zum Kampf stellt, zerbricht sein Schwert Nothung an Wotans Speer. Hunding tötet Siegmund. Brünnhilde rafft die Stücke des Schwerts an sich und flieht mit Sieglinde. Bevor Wotan ihre Verfolgung aufnimmt, setzt er auch Hundings Leben ein Ende.



Dritter Aufzug

Auf dem Weg nach Walhall versammeln sich die Walküren. Als letzte stößt Brünnhilde zu ihnen. Vergeblich bittet sie für Sieglinde um Schutz vor Wotan. Doch Sieglinde verweigert sich ohnehin jeder Hilfe; sie will Siegmund in den Tod folgen. Erst durch Brünnhildes Offenbarung, daß sie das Kind ihres Zwillingsbruders erwartet, erhält sie ihren Lebenswillen wieder. Brünnhilde gibt dem noch ungeborenen Kind den Namen Siegfried und bittet Sieglinde, die Stücke Nothungs für ihn aufzubewahren. Sieglinde flieht in den Wald, in dem Fafner den Ring bewacht.

Brünnhilde stellt sich Wotans Urteil. Er verstößt sie aus der Schar der Walküren und aus der Welt der Götter. In Schlaf versenkt, solle sie dem erstbesten Mann gehören, der sie finde und aufwecke. Bestürzt fliehen die acht anderen Walküren.

Vergebens versucht Brünnhilde, ihren Ungehorsam vor Wotan damit zu erklären, daß sie nur den eigentlichen Willen Wotans habe vollstrecken wollen. Selbst ihr Hinweis, daß Wotans Plan noch nicht endgültig gescheitert sei, da Sieglinde Siegmunds Kind erwarte, kann Wotan von dem Entschluß, sich von seiner abtrünnigen Tochter zu trennen, nicht abbringen. Einzig eine Milderung der Strafe gewährt er ihr auf ihre Bitten: Nur der tapferste Held solle sie einst erwecken können. Wotan versetzt Brünnhilde in Schlaf und fordert Loge auf, einen Feuerkreis um die Schlafende zu legen, der jeden von ihr fernhalten solle, der Wotans Speer fürchtet.


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