



Verehrte Zuschauer, liebe Freunde des Bayerischen Staatsballetts,
1988 entschied die Bayerische Staatsregierung, das Ballett in München den Sparten Oper und Schauspiel gleichzustellen und das Bayerische Staatsballett zu gründen.
Die Gründung trat 1989/1990 in Kraft und sie bedeutete künstlerische Unabhängigkeit, kulturpolitische Neuorientierung und den Beginn einer Erfolgsgeschichte: Das Bayerische Staatsballett ist heute ein vielfach ausgezeichnetes, internationales Ensemble mit dem facettenreichsten Repertoire Europas.
Diesem Ruf fühlen wir uns im Jubiläumsjahr besonders verpflichtet und so werden wir Ihnen 2009/2010 einige der größten Choreographen der Gegenwart in München präsentieren: Jiří Kylián kreierte 2009 zum ersten Mal für uns: Zugvögel war im Mai 2009 gefeierter Auftakt der Ballettwoche und wird weiter Teil des Repertoires sein. Im Dezember 2009 folgte die weltweit gefeierte Choreographie des Spaniers Nacho Duato, Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere, ein abendfüllendes Ballett zu Musik von Bach, das er 1999 in Weimar kreierte, und das uns mit Poesie, Humor und dem phantastischen Bewegungsreichtum, für den Duato bekannt ist, durch Leben und Werk Bachs führt.
Im April 2010 wird William Forsythe sein abendfüllendes Ballett Artifact in München einstudieren. Ein vierteiliges Ballett aus der Frühzeit des Ballett Frankfurt (1984), hat es im April 2010 als zweites großes Forsythe-Werk nach Limb's Theorem beim Bayerischen Staatsballett Premiere – ebenfalls mit Musik von Johann Sebastian Bach und anderen. The Forsythe Company wird unter der künstlerischen Leitung von William Forsythe außerdem im September ein zweitägiges Gastspiel mit dem Stück YES WE CAN'T im Prinzregententheater geben und damit die Reihe von Forsythe-Präsentationen des Bayerischen Staatsballetts in München fortführen.
2010 kommt auch der schwedische Choreograph Mats Ek zurück ins Staatsballett, um seine legendäre Fassung von Giselle im Prinzregententheater neu einzustudieren, das vor rund 10 Jahren mit Beate Vollack in der Titelpartie in München Furore machte.
Und dann sollte das Gastspiel des Wuppertaler Tanztheaters mit Pina Bausch diese Reihe großer Zeitgenossen von Kylian über Duato, Forsythe und Ek in München abschließen – aber, das Ensemble muss nun ohne sie kommen, denn, unfassbar für uns alle, starb Pina Bausch am 30. Juni dieses Jahres.
Nach den fünf Giganten des zeitgenössischen Tanzes kommt der Nachwuchs zu Wort: Der junge Australier Terence Kohler arbeitet nach seinem Erfolg mit Once Upon an Ever After als „Choreographer in Residence“ in München, und kontinuierlich über das Jahr entsteht mit den Tänzern vor Ort Série Noire - Ein choreographischer Krimi zu Musik von Philip Glass. Uraufführung im Juni 2010 im Prinze!
Durch Ihren Zuspruch, verehrte Zuschauer, Ihre Begeisterung und Ihre Neugier ist es gelungen – München ist wieder eine Tanzstadt!
Ihr
Ivan Liška