




Anna tanzt
Ein choreographisches Jugendprojekt des Bayerischen Staatsballetts mit dem Städtischen St. Anna Gymnasium und wechselnden Partnerschulen und ein generationenübergreifendes Projekt (2009 und 2010).
Ausgezeichnet mit dem Preis „Ausgewählter Ort“ im Rahmen der Kampagne
„Deutschland – Land der Ideen“ 2008 und „Zukunftspreis der PwC-Stiftung“ 2009.
„Es löste bei mir ein euphorisches Gefühl aus (Anna tanzt V – bei mir oder bei dir?) als wenn ich ganz wild durcheinandergewirbelt werde, um dann trotzdem wunderbar heil wieder anzukommen. So ist es mir auch ergangen beim Zusehen und beim Dabeisein… und bei den wunderbaren Aufführungen von Anna tanzt V.“
Anna tanzt – eine Erfolgsgeschichte
Das Projekt Anna tanzt begann im Winter 2005/2006, als die Direktorin des Städtischen St. Anna Gymnasiums, Dr. Ingrid Neuner, dem Bayerischen Staatsballett eine Kooperation im Rahmen eines Schulprojekts vorschlug. Im Juli 2006 bereits fand Anna tanzt zum ersten Mal statt und wird im Juli 2011 zum sechsten Mal durchgeführt. In jedem Jahr ist eine Klasse mit Migrationshintergrund, zur speziellen Lernförderung (Förderschule a. d. Herrnstraße/Berufsschule zur Berufsförderung Bogenhausen) oder eine Schulklasse mit behinderten Schülern (Samuel Heinicke Realschule/Gehörgeschädigte Kinder) mit von der Partie. Die fünf Schlusspräsentationen mit insgesamt 2000 Zuschauern finden jeweils in der Muffathalle statt.
Anna tanzt VI, 2010/11,befindet sich zur Zeit in der Konzeptionsphase.
Anna tanzt
Ein choreographisches Jugendprojekt des Bayerischen Staatsballetts mit dem Städtischen St. Anna Gymnasium und wechselnden Partnerschulen und ein generationenübergreifendes Projekt (2009 und 2010) im Rahmen von CAMPUS Kinder- und Jugendprogramm des Bayerischen Staatsballetts.
Künstl. Leitung: Bettina Wagner-Bergelt
Es sind für die beteiligten Schülerinnen und Schüler jedes Jahr aufregende und anregende vier Wochen nicht - kompetitiver Arbeit, Konzentration und Leidenschaft, Fokussierung auf ein künstlerisches Produkt, das Ende Juli mit Stolz der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Erfahrung lehrt stets: am Anfang steht die Skepsis, vor allem bei den Jungen, am Ende herrscht einhellige Begeisterung und Stolz über das Erreichte. So wichtig das künstlerische Endergebnis und seine öffentliche Präsentation als Ziel der Arbeit sind, so viel wichtiger ist in jedem Jahr wieder der Arbeitsprozess selbst, in dem die Jugendlichen vor allem lernen, mutig zu sein, zu sich selbst zu stehen, miteinander zu arbeiten. Sich gegenseitig zu respektieren, einander zuzuhören, auf die Partnerklasse zuzugehen, deren Schüler häufig einen anderen sozialen Hintergrund haben, eine andere Sprache sprechen, erheblich jünger oder älter sind oder ein Handicap haben; sich kennen zu lernen, helfen und unterstützen - das sind Fähigkeiten, die der konzentrierte schöpferische Prozess zusammen mit dem künstlerischen Team ganz selbstverständlich einfordert.
Soziale Kompetenz wird über den ernsthaften künstlerischen Arbeitsprozess gelernt und die Teilnehmer erobern darüber hinaus einen neuen Lebensbereich – die Kunst der Bewegung.
Jede einzelne Ausgabe von Anna tanzt hat ein eigenes Konzept
2010 ANNA TANZT V - Bei mir oder bei dir? Konzeption und Choreografie: Lenka Flory und Ruth Geiersberger, mit 90 Schülern der 8.Jahrgangsstufe des Städtischen St. Anna Gymnasiums, des München Kollegs und Damen und Herren über 65.
Heimat und Zuhause, bei mir oder bei dir – Orte und Erinnerungen, deren Qualität unser Leben prägen vom Beginn bis zum Ende. Wo fühlen wir uns
wohl, was brauchen wir, um uns zuhause zu fühlen, in uns selbst, in unserer Haut, mit anderen, bei anderen Menschen? Wie muss Zuhause aussehen, um eines zu sein, an das wir uns unser Leben lang erinnern, aus dem wir Kraft schöpfen, das uns einen Stand im leben ermöglicht? Wie oft darf man von zuhause vertrieben werden, wie oft können wir uns ein neues Zuhause bauen…?
Im Zeitalter von Mobilität und Globalisierung sind Antworten auf diese Fragen wichtiger denn je. Für alle Generationen, alle Altersgruppen.
Deshalb widmete sich „Anna tanzt V“ im Juli 2010 diesem Thema.
Ernsthaft, humorvoll, tänzerisch, mit Texten, Bildern, Musik und Bewegung, brachten Ruth Geiersberger, Münchner Performerin mit kritischer Affinität zu Heimat und Brauchtum, und Lenka Flory, in Italien lebende tschechische Choreographin, mit der 100-köpfigen Gruppe aus Kindern und Alten dieses Thema auf die Bühne der Muffathalle…
In dieser Ausgabe wurden wiederum Texte, Musik und Bewegung miteinander kombiniert, wobei die Bewegung im Vordergrund stand. Das Material erarbeiteten die Mitwirkenden in Arbeitsgruppen bereits ab März 2010, zusammen mit der Choreographin Lenka Flory und der Münchner Performancekünstlerin Ruth Geiersberger.
Die Ergebnisse der Recherchen und Dialoge aus der Vorbereitungsphase Januar bis Juni 2010 bildeten die Grundlage des Stückes, das wieder nicht „nur“ Tanz ist, sondern Tanztheater, das Geschichten, Bilder, Töne und Bewegung miteinander verband.
Die Arbeitsgruppe Neuropsychologie der LMU begleitete das Projekt auch in dieser 2.Phase, um die Auswirkungen der Kombination von Tanz und Musik auf die Befindlichkeit im Alter weiter zu erforschen.
Studenten der Theaterwissenschaft hatten das Projekt wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.
Die Proben fanden immer im Juli im Probenhaus des Bayerischen Staatsballetts und in der Muffathalle statt.
Die beteiligten Künstler 2010 waren die Performerin Ruth Geiersberger aus München, die tschechische Choreographin Lenka Flory, Mitglied des Ensembles „Déjà donné“ aus Italien, der Komponist Mathis Nitschke aus München, Mitglieder des Bayerischen Staatsballetts und der freien Tanzszene München, Peter Jolesch, Anna Ressel, Judith Hummel, Verena Rendtorff und Stefan Dreher, Gebärdensprache Gabi Schurig
Technische Leitung: Joachim Ehrler, Idee/Produktionsleitung: Bettina Wagner-Bergelt
Assistenz: Emma Herda, Anna Donderer, Studierende des Instituts für Theaterwissenschaften der LMU; Tanz und Schule e.V. Access to Dance/Tanzplan München
2009 inszenierte Horst Konietzny zusammen mit der Choreographin Lenka Flory ein Tanzstück über das Alter(n), mit Schülern, Berufsschülern und Damen und Herren über 65
2008 choreographierte Nadja Raszewski Szenen nach Der Feuervogel von Igor Strawinsky. Es spielte das Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters ATTACCA live zu Proben und Vorstellungen.
2007 choreographierte die Berlinerin Nadja Raszewski die Stücke nach Themen aus der Literatur und der Musik: Die grüne Katze, mit Musik vom Band und Live-Musik des Amerikaners Michael Gould am Schlagzeug
2006 choreographierte die spanische Forsythe-Tänzerin Ana Catalina Roman auf der Grundlage vieler individueller Einzelbeiträge der Schüler: Bilder, Texte, Szenen, Ideen, Improvisationen auf der Grundlage der Laban Technik und der Improvisation Technologies von William Forsythe.
Weiter Bilder und Eindrücke von Anna tanzt V finden sie hier.