Aktuelle Meldungen - Bayerisches Staatsballett

Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Oman

Romeo und Julia. Lucia Lacarra, Marlon Dino. ©Charles Tandy Romeo und Julia. Ensemble. ©Charles Tandy
Auf Einladung der Intendantin des Royal Opera House Muscat, Christina Scheppelmann, gastiert das Bayerische Staatsballett als erste deutsche Compagnie vom 15. bis 20. April im Oman. Drei Vorstellungen von Crankos Ballettklassiker Romeo und Julia stehen auf dem Programm.

Dank der Affinität des omanischen Sultans Qaboos bin Said Al Said zu Ballett, Oper und Konzert kann sich Muscat seit 2011 eines prachtvollen Opern- und Konzerthauses rühmen. Übrigens das einzige Opernhaus in den Golfstaaten. Die Deutsche Christina Scheppelmann ist seit 2012 dort Intendantin. Sie kennt das Bayerische Staatsballett gut und hat die Compagnie direkt nach ihrem Amtsantritt in ihre neue Wirkungsstätte eingeladen.
Gemeinsam mit dem Slowenischen Philharmonie Orchester unter der musikalischen Leitung von Robertas Šervenikas zeigt das Staatsballett Crankos Romeo und Julia am 17., 18. und 19. April in Muscat und bildet eines der Highlights der dortigen Saison.

John Cranko
Romeo und Julia
Do 17.04.14
Fr 18.04.14
Sa 19.04.14
Royal Opera House Muscat

Das war die BallettFestwoche 2014

©Wilfried Hösl
Mit der Vorstellung von Forever Young ging am gestrigen Sonntag die BallettFestwoche 2014 zu Ende. Acht Vorstellungen am Abend, eine Matinee und zwei Zusatzveranstaltungen als Ballett extra standen auf dem zehntägigen Programm.

Drei Uraufführungen eröffneten am 4. April die Festwoche: Der gelbe Klang, Spiral Pass und Konzert für Violine und Orchester. Ein heterogener Abend, der zu vielfältigen Reaktionen führte – Begeisterungsstürme und auch Buhs. Gleich danach zeigte die Company Sasha Waltz & Guests, welch magische Erzählleistung die Symbiose aus Tanz und Oper haben kann. Dido & Aeneas war lange erwartetes und entsprechend gefeiertes Gastspiel unter dem Motto TANZLAND DEUTSCHLAND.
In La Bayadère glänzte Daria Sukhorukova in der Partie der tragischen Heldin Nikija, während sich Ivy Amista in ihrem Rollendebut als Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum von ihrer widerspenstigen Seite zeigte, um Theseus/Oberon zur Räson zu bringen. Gleich danach zeigte auch Polina Semionova ihre Interpretation dieser Partie.
Zwei Uraufführungen galt es für die Junior Company am Sonntag in der Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung zu bestreiten. About:Time von Sebastian Goffin und Bilder einer Ausstellung, von Ballettdirektor Ivan Liška, Ayman Harper und Norbert Graf choreographiert.
Bereichert wurde die BallettFestwoche 2014 durch die Ausstellung "Wie klingt Gelb?" im Nationaltheater, in der sowohl der Künstler Hubertus Hamm – Molded Mirrors – Synchronized –, die Deutsche Meisterschule für Mode in München – Kandinsky Kollektion – als auch die Zuschauer und Fans – Wie klingt Gelb in Ihren Ohren? – ihre Werke ausstellten.

Das Bayerische Staatsballett konnte über 16500 Zuschauer begrüßen.

Bettina Wagner-Bergelt erhält Irène Lejeune Ballettpreis

©Charles Tandy
Dr. h.c. Irène Lejeune, Botschafterin des Bayerischen Staatsballetts, verlieh traditionell nach der gestrigen letzten Vorstellung von Forever Young den 5. Irène Lejeune Ballettpreis an die stellvertretende Ballettdirektorin Bettina Wagner-Bergelt. Zum ersten Mal wurde dieser Preis damit nicht an einen Tänzer vergeben, sondern an ein Mitglied des Ensembles, das für Dramaturgie und Produktion verantwortlich ist, eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Führungsstab der Compagnie.

Bettina Wagner-Bergelt ist seit Gründung des Staatsballetts unter Konstanze Vernon vor 25 Jahren maßgeblich verantwortlich für die Spielplankonzeption und strategische Ausrichtung der Compagnie, auf denen internationales Ansehen und Profil des Staatsballetts ruhen. In der Laudatio, die Kammertänzerin Judith Turos hielt, wurde darüber hinaus betont, welche Verdienste Wagner-Bergelt sich um das Jugendprogramm des Bayerischen Staatsballetts erworben hat, das sie 1992 gründete, das bis heute im Wesentlichen von ihrer Initiative lebt und ohne das das Jugendprogramm CAMPUS nicht zu denken wäre. Dazu kamen in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben in entscheidenden kulturpolitischen Gremien Deutschlands, in denen Bettina Wagner-Bergelt als eine der wichtigsten Lobbyistinnen für den Tanz wirkt.

"Der gelbe Klang" im April und Mai

Der gelbe Klang. Peter Jolesch. ©Wilrfried Hösl Spiral Pass. ©Wilfried Hösl Konzert für Violine und Orchester. Ensemble. ©Wilfried Hösl
Das Bayerische Staatsballett zeigt auch Ende April und im Mai das abstrakte, dreiteilige Kunstwerk aus Tanz, Ton und Malerei: Der gelbe Klang/Spiral Pass/Konzert für Violine und Orchester.

Inspiriert von Wassily Kandinskys gleichnamigem Konzept vom Zusammenwirken und Interagieren von Klang und Farbe, Der gelbe Klang, widmet sich Choreograph und Bühnenbildner Michael Simon seiner Lesart dieses Manifests, das zu Lebzeiten des Schöpfers schon aus technischen Gründen unrealisierbar gewesen wäre, brauchte es doch eine so elaborierte Bühnen-, Beleuchtungs- und Illusionstechnik, wie sie damals noch gar nicht zur Verfügung stand. Zur gar nicht abstrakten Musik von Frank Zappa kreiert Simon ein humorvolles und poetisches Bildertheater aus Farbe, Klang, Projektion, Licht und Bewegung, die zu immer neuen Tableaus verschmelzen.

Nach Broken Fall und AfterLight feiert der Engländer Russell Maliphant mit Spiral Pass, seiner ersten Kreation für das Bayerische Staatsballett, im Nationaltheater praktisch einen home-run. Spiral Pass steht im American Football und im Rugby für eine Wurftechnik, bei der sich der Ball besonders schnell um seine eigene Achse dreht während er um das Spielfeld geschleudert wird. Wie Russell Maliphant dies in akrobatische Tanzfiguren verwandelt, zieht Tänzer und Zuschauer gleichermaßen in seinen Bann. Musikalische Unterstützung bekommt er von Mukul, einem Londoner Multitalent und Szene-Komponisten, der eigens für dieses Werk eine Komposition kreiert hat.

Aszure Bartons erste deutsche Produktion Konzert für Violine und Orchester bildet das Finale des Abends. Im Kontrast zum minimalistisch gehaltenen Bühnendesign, setzen die Tänzer und das Licht die Farbakzente: An die Neoklassik erinnernde, leicht hingetupft scheinende Bewegungen, die immer wieder von Modern Dance Elementen und Alltagsgesten unterbrochen werden, in komplexen Mustern wie ein kostbarer Spitzenvorhang. Aszure Barton kreiert zu Mason Bates' Konzert für Violine und Orchester.

Michael Simon/Russell Maliphant/Aszure Barton
Der gelbe Klang/Spiral Pass/Konzert für Violine und Orchester
So 27.04.14, 19.30 Uhr, k-a-r-t-e-n
Fr 02.05.14, 19.30 Uhr, k-a-r-t-e-n
Do 08.05.14, 19.30 Uhr, k-a-r-t-e-n
So 11.05.14, 19.30 Uhr, k-a-r-t-e-n
Sa 17.05.14, 19.30 Uhr, k-a-r-t-e-n
Nationaltheater

gefördert durch