Tosca - Biographien
Tosca
Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama
La Tosca (1887) von Victorien Sardou
Melodramma in drei Akten
Nationaltheater
Münchner Opernfestspiele 2010
Oper für alle
Samstag, 10. Juli 2010
Musikalische Leitung
Fabio Luisi
Fabio Luisi studierte Klavier sowie Dirigieren in Genua, Paris und Wien. Von 1995 bis 2000 war er Chefdirigent des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters in Wien, von 1997 bis 2002 Künstlerischer Direktor des Orchestre de la Suisse Romande in Genf und seit 1999 des Sinfonieorchesters des MDR Leipzig. Von 2005 bis 2007 hatte er die Position des Chefdirigenten der Wiener Symphoniker inne. Darüberhinaus gab er Konzerte u.a. mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, den Münchner Philharmonikern, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo und der Sächsischen Staatskapelle Dresden, deren Generalmusikdirektor er bis Anfang 2010 war. 2012 wechselt er in gleicher Position an die Züricher Oper. Dirigat an der Bayerischen Staatsoper 2010/11: 3. Akademiekonzert,
Fidelio.
Inszenierung
Luc Bondy
Luc Bondy, geboren in Zürich, absolvierte eine Ausbildung an der Schauspielschule von Jacques Lecoq in Paris. Sein Deutschland-Debüt als Regisseur gab er 1971 mit einer Inszenierung von Stanislaw Witkiewiczs
Narr und Nonne am Jungen Theater Göttingen. Danach folgten Arbeiten in Nürnberg, Düsseldorf, Wuppertal, Darmstadt und München. Von 1974 bis 1976 war er Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt, danach arbeitete er vorwiegend im Team von Peter Stein in Berlin und Köln. 1977 inszenierte er seine erste Oper,
Lulu, an der Staatsoper Hamburg. Von 1985 bis 1988 war er Mitglied der Dreier-Direktion an der Berliner Schaubühne. Seither inszenierte er zahlreiche Opern, darunter
Don Giovanni (Wiener Staatsoper),
Le nozze di Figaro (Salzburger Festspiele),
Don Carlos (Paris),
Macbeth (Edinburgh Festival)
Idomeneo (Teatro alla Scala Mailand) sowie Philippe Boesmans
Julie (Théâtre La Monnaie Brüssel), wofür er auch das Libretto schrieb. 1997 wurde er Schauspieldirektor der Wiener Festwochen und ist seit 2002 Intendant des Festivals. Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper:
Tosca.
Bühne
Richard Peduzzi
Richard Peduzzi arbeitete seit 1969 als Bühnenbildner regelmäßig mit dem Regisseur Patrice Chéreau zusammen, u.a. für den Bayreuther
Ring des Nibelungen, Alban Bergs
Lulu an der Opéra National de Paris,
Tristan und Isolde an der Mailänder Scala, bei mehreren Inszenierungen von Werken des Autors Bernard-Marie Koltès, für
Così fan tutte (Festival von Aix-en-Provence),
Aus einem Totenhaus (Wiener Festwochen) sowie für die Filme
Die Bartholomäusnacht (1994) und
Ceux qui m’aiment prendront le train (1997). Bei der RuhrTriennale 2003 schuf er das Bühnenbild zu
Phèdre. Er hat Ausstellungsräume für verschiedene Museen gestaltet und war von 2002 bis 2008 Leiter der Académie de France in Rom. Für Luc Bondys Inszenierung der
Tosca an der Bayerischen Staatsoper entwarf er das Bühnenbild.
Kostüme
Milena Canonero
Milena Canonero ist vor allem durch ihre Arbeiten für den Film bekannt; die Kostümbildnerin, die achtmal für den Oscar nominiert wurde und ihn dreimal gewann, entwarf die Kostüme für Stanley Kubricks
A Clockwork Orange,
Barry Lyndon und
The Shining, Hugh Hudsons
Chariots of Fire, Francis Ford Coppolas
The Cotton Club und
The Godfather (
Der Pate: Teil III), Julie Taymors
Titus, Sofia Coppolas
Marie Antoinette, Sydney Pollacks
Jenseits von Afrika, Steven Soderberghs
Solaris sowie für die TV-Serie
Miami Vice. Seit Ende der Siebziger Jahre arbeitet sie immer wieder auch für das Theater und die Oper, zuletzt für Luc Bondys Inszenierung von Philippe Boesmans
Yvonne, die Burgunderprinzessin an der Pariser Oper. Kostüme an der Bayerischen Staatsoper:
Tosca
Licht
Michael Bauer
Michael Bauer, geboren in München, kam 1980 an die Bayerische Staatsoper, wo er zum Beleuchter ausgebildet wurde und seitdem tätig ist. Seit 1987 führten ihn eigene Arbeiten auch an andere Theater in Deutschland. 1993 erhielt er einen Lehrauftrag für Licht an der Münchner Musikhochschule. Seit Januar 1998 ist er Leiter des Beleuchtungswesens an der Bayerischen Staatsoper. Lichtgestaltung an der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2011/12: u.a.
Tosca,
Don Carlo,
Die Fledermaus,
Der fliegende Holländer,
Lʼelisir dʼamore,
Luisa Miller,
Medea in Corinto,
Mitridate, rè di Ponto.
Chöre
Sören Eckhoff
Sören Eckhoff wurde in Hamburg geboren. Er war Chorleiter und Kapellmeister in Augsburg, am Ulmer und Heidelberger Theater sowie am Stadttheater Würzburg, dort für kurze Zeit auch Operndirektor. Zudem arbeitete er u.a. mit dem Rundfunkchor Berlin, dem RIAS-Kammerchor, dem WDR- und NDR-Rundfunkchor und studierte Pendereckis
Die 7 Tore von Jerusalem, die Uraufführung von Sophia Gubaidulinas
Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes und Haydns
Jahreszeiten ein. An der Komischen Oper Berlin übernahm er die Choreinstudierung bei
Die Liebe zu den drei Orangen, am Nationaltheater Mannheim bei
Lohengrin. Außerdem hält er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Würzburg inne. 2005 wurde er Chordirektor der Oper Leipzig und ist seit Herbst 2010 Chordirektor an der Bayerischen Staatsoper.
Floria Tosca
Karita Mattila
Karita Mattila stammt aus Finnland und studierte Gesang u.a. an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Seit ihrem Londoner Royal Opera Debüt als Fiordiligi (
Così fan tutte) hat sie sich ein Repertoire erarbeitet, das sowohl Mozart, Verdi, Beethoven, Tschaikowsky, Puccini, Wagner und Strauss, aber auch die wichtigen Rollen Janáceks umfasst. Gastspiele führten sie an alle großen Opernhäuser weltweit, u.a. an die Mailänder Scala, die Wiener Staatsoper, die New Yorker Metropolitan Opera, die Opernhäuser von Paris, Helsinki, San Francisco, Los Angeles, Chicago sowie die Salzburger Festspiele. Auch als Konzertsängerin ist sie weltweit aufgetreten und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2005 war sie in London als Amelia (
Un ballo in maschera) zu sehen, 2006 gab sie ihr Debüt als Tosca in Helsinki. 2007 und 2008 feierte sie Erfolge vor allem in den USA und London. Partie an der Bayerischen Staatsoper 2009/10: Tosca.
Mario Cavaradossi
Jonas Kaufmann
Jonas Kaufmann, geboren in München, studierte Gesang an der hiesigen Hochschule für Musik. Seine Bühnen-Laufbahn begann 1994 am Staatstheater Saarbrücken. Nach Engagements in Hamburg, Stuttgart und Mailand kam er 2001 an die Oper in Zürich, wo er etliche Fachpartien des deutschen, italienischen und französischen Repertoires sang. Von dort aus begann die internationale Karriere: Engagements an der Wiener Staatsoper, der Opéra national de Paris, der Metropolitan Opera in New York und dem Royal Opera House Covent Garden in London sowie Auftritte bei den Festspielen von Salzburg und Bayreuth. An der Bayerischen Staatsoper hat er u. a. Tamino (
Die Zauberflöte), Lohengrin, Florestan (
Fidelio), Alfredo (
La traviata) und Cavaradossi (
Tosca) gesungen. In der Spielzeit 2011/12 ist er als Don Carlo und mit einem Festspiel-Liederabend zu erleben.
Baron Scarpia
Juha Uusitalo
Juha Uusitalo aus Finnland war zunächst auch als Flötist tätig, bevor er sich 1997 nach seinem Erfolg als Falstaff beim Alexander Theater in Helsinki endgültig aufs Singen verlegte. Hier interpretierte er auch die Titelpartie in
Der fliegende Holländer, eine Rolle, mit der er inzwischen u.a. an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper und der San Francisco Opera zu erleben war. 1999 sang er erstmals den Wanderer (
Siegfried) beim Tirol Festival. Von 2000 bis 2008 war er fest an der Finnischen Nationaloper engagiert, wo er u.a. als Amfortas (
Parsifal) und Scarpia (
Tosca) debütierte. Gastengagements führten ihn u.a nach Sao Paulo und Stockholm, zu den Festivals von Edinburgh, Luzern und Savonlinna sowie zum Concertgebouw in Amsterdam. Partien an der Bayerischen Staatsoper 2010/2011: Scarpia (
Tosca). 2011/12: Wotan (
Die Walküre), Wanderer
(Siegfried), Jago (
Otello).
Cesare Angelotti
Christian Van Horn
Christian Van Horn wurde auf Long Island/USA geboren. Nach seiner Ausbildung an der Yale University und am Lyric Opera Center for American Artists gastierte er u.a. als Colline (
La bohème) in Los Angeles, als Raimondo (
Lucia di Lammermoor) an der Virginia Opera und als Timur (
Turandot) an der Fort Worth Opera. Er gab ferner sein Debüt an der Santa Fé Opera (in Tan Duns
Tea: A Mirror of the Soul) sowie in der Carnegie Hall. Von 2008 bis 2010 war er als Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper in Partien wie Angelotti (
Tosca), König (
Aida), Biterolf (
Tannhäuser) und Colline zu erleben. Anschließend gastierte er u.a. an der Lyric Opera Chicago, der San Francisco Opera sowie in der Titelrolle von
Le nozze di Figaro an der Staatsoper Stuttgart. Partien an der Bayerischen Staatsoper 2010/11: Colline, Angelotti.
Der Mesner
Enrico Fissore
Enrico Fissore begann seine Karriere nach einem Studium am Turiner Konservatorium auf dem Gebiet der Barockoper und mit Opern Mozarts und Rossinis. Sein Repertoire reicht von Bass-Buffo-Partien wie Bartolo in
Le nozze di Figaro und
Il barbiere di Siviglia über Leporello, Dulcamara (
L’elisir d’amore), Fra Mellitore in Verdis
La forza del destino bis hin zu Schaunard (
La bohème) und Ser Amantio de Nicolao (
Gianni Schicchi). Er arbeitete mehrmals mit dem Rossini-Spezialisten Alberto Zedda für Aufführungen selten gespielter Rossini-Opern zusammen, wie
La cambiale di matrimonio,
L’inganno felice,
La scala di seta und
L’occasione fa il ladro. An der Bayerischen Staatsoper war er bereits als Leporello unter Wolfgang Sawallisch zu erleben; immer wieder sang an der Metropolitan Opera, an der San Francisco Opera, am Royal Opera House Covent Garden, an der Wiener Staatsoper, an der Nederlandse Opera, am Teatro del Liceu, bei der Portland Opera sowie bei den Festspielen von Salzburg, Bregenz und Glyndeborne. Partie an der Bayerischen Staatsoper 2009/10: der Mesner (
Tosca).
Spoletta
Kevin Conners
Kevin Conners, geboren in East Rochester/New York, studierte an der Eastman School of Music in New York und am Salzburger Mozarteum. Ab 1988 war er Mitglied des Opernstudios, 1990 wurde er ins Ensemble der Bayerischen Staatsoper übernommen. Er widmet sich intensiv dem Konzert- und Liedgesang. Internationale Gastverpflichtungen führten ihn u.a. 1995 als Monostatos (
Die Zauberflöte) an das Teatro alla Scala in Mailand sowie 2010 als Pedrillo (
Die Entführung aus dem Serail) an die Berliner Staatsoper. Seit 2005 ist er Bayerischer Kammersänger. Partien an der Bayerischen Staatsoper 2011/12: u.a. Franz/Cochenille/Pitichinaccio (
Les contes d'Hoffmann), Der Haushofmeister bei Faninal/Ein Wirt (
Der Rosenkavalier), Die Wedgwood-Teekanne/Das alte Männchen/Der Laubfrosch (
L’enfant et les sortilèges), Pang (
Turandot) Pedrillo, Monostatos, Steuermann (
Der fliegende Holländer), Andres (
Wozzeck).
Sciarrone
Rüdiger Trebes
Rüdiger Trebes, geboren im Saarland, studierte Gesang in München und war Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. Sein erstes Engagement führte ihn ans Staatstheater am Gärtnerplatz München. Seit 1991 singt er im Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Er gab zahlreiche Liederabende im In- und Ausland sowie Gastspiele an anderen deutschen Bühnen. Partien an der Bayerischen Staatsoper 2011/12: Sciarrone (
Tosca), Alcindoro (
La bohème), 4. Priester (
Die Zauberflöte), 6. Deputierter (
Don Carlo), Ambrogio (
Il barbiere di Siviglia), Diener (
Macbeth).
Ein Gefängniswärter
Christian Rieger
Christian Rieger, aus Neumarkt stammend, studierte an der Musikhochschule in München. Er war erster Preisträger beim Richard-Strauss-Wettbewerb 1992. Sein Operndebüt gab er 1994 am Staatstheater Oldenburg. 1995 wurde er Ensemblemitglied des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Seit Herbst 2003 singt er im Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Partien hier 2011/12: u.a. Hermann/Schlemihl (
Les Contes dʼHoffmann), Dancaïro (
Carmen), Ein Baum/Der Sessel (
L’enfant et les sortilèges), Schaunard (
La bohème), Fürst Yamadori (
Madama Butterfly), Sprecher (
Die Zauberflöte).
Stimme eines Hirten
Tölzer Knabenchor