Simplicius Simplicissimus - Biographien

Simplicius Simplicissimus: Claudia Mahnke

Simplicius Simplicissimus

Karl Amadeus Hartmann
Hermann Scherchen, Wolfgang Petzet und Karl Amadeus Hartmann nach dem Roman "Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch" von Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Gastspiel der Staatsoper Stuttgart

Beitrag der Bayerischen Staatsoper zum Karl-Amadeus Hartmann-Jahr in Bayern

Festspiel-Premiere

Prinzregententheater

Münchner Opern-Festspiele 2005
Montag, 27. Juni 2005

Musikalische Leitung


Kwamé Ryan
Ryan Kwamé
in Kanada geboren und aufgewachsen in Trinidad, studierte Dirigieren, Kontrabass, Violine, Gesang und Klavier in Oakham sowie Musikwissenschaften in Cambridge und setzte seine Studien bei Peter Eötvös fort. 1998 war er musikalischer Assistent von Lothar Zagrosek, bevor er von 1999 bis 2003 Generalmusikdirektor in Freiburg wurde. Ryan arbeitete bereits u.a. mit den Radiosinfonieorchestern München, Baden-Baden und Freiburg, Stuttgart und Saarbrücken, mit den Bamberger Sinfonikern, dem Netherlands Radio Chamber Orchestra, dem Ensemble Modern und dem Südfunkchor Stuttgart zusammen. Gastengagements führten ihn zu zahlreichen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Festival Musica in Straßburg, der Berliner Biennale, Eclat in Stuttgart, zu den Donaueschinger Musiktagen, Wien Modern, zum Festival d'Automne in Paris sowie dem Edinburgh Festiva. Zuletzt war er mit Drei Schwestern von Peter Eötvös an der Opéra de Lyon und mit L'Espace dernier von Matthias Pintscher an der Opéra de la Bastille in Paris zu hören. Zu seinen Engagements 2004/05 zählten Konzerte mit dem Orchester der Hamburgischen Staatsoper, Berliner Sinfonie, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, dem Scottish Chamber Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, Royal Scottish National Orchestra und Baltimore Symphony Orchestra. Dirigat an der Bayerischen Staatsoper: Simplicius Simplicissimus von Karl Amadeus Hartmann als Gastspiel der Staatsoper Stuttgart.

Bühne


Karl Kneidl
Karl Kneidl
wurde 1940 in Nürnberg geboren, war Schüler des Schweizer Malers und Bühnenbildners Ambrosius Humm und absolvierte eine Lehre als Bau- und Möbelschreiner. Als Bühnen- und Kostümbildner arbeitete er in zahlreichen deutschen Städten. 1974 wurde er Professor für Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf und erhielt 1986 den Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Seine erste eigene Inszenierung als Regisseur war Jewgenij Schwarz' Die Schneekönigin in Stuttgart, daran schlossen sich Regiearbeiten in Frankfurt, Darmstadt, Zürich, Hannover, Mannheim, Berlin und Düsseldorf an. Er schuf die Ausstattungen für Peter Palitzschs Perikles am Berliner Ensemble, Dorsts Don Karlos in Bonn, Warten auf Godot in Frankfurt und Glaube, Liebe, Hoffnung in Zürich. Für Peter Zadek stattete er Pinters Mondlicht, Der Kirschgarten, Rosmersholm, Bash von Neil LaBute und am Berliner Ensemble Peer Gynt aus. In Stuttgart entwarf er Kostüme und Bühnenbild zu Il trovatore, Die Walküre und Die verkaufte Braut. Bühnenbild an der Bayerischen Staatsoper: Simplicius Simplicissimus als Gastspiel der Staatsoper Stuttgart.

Kostüme


Silke Willrett
Silke Willrett
wurde 1974 in Stuttgart geboren und besuchte ab 1995 die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sie studierte bei Moritz Baumgartl, Sotirious Michou und in der Klasse für Bühnen- und Kostümbild von Jürgen Rose. Nach ihrem Studium assistierte sie zwei Jahre lang an Schauspiel und Oper der Staatstheater Stuttgart. Sie erarbeitete Bühnenbild und Kostüme für einige Schauspielproduktionen, für The Jumping Frog von Lukas Foss wie für Cupid and Death von Christopher Gibbons und Matthew Locke an der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart. An der Bayerischen Staatsoper sind ihre Kostüme zu Simplicius Simplicissimus im Rahmen des Gastspiels der Staatsoper Stuttgart zu sehen.

Chor


Johannes Knecht
Johannes Knecht
wurde in Speyer geboren. Er studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Germanistik und Orchestermusik in Saarbrücken, bevor er als Geiger ins Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern engagiert wurde. Nach einem Kapellmeisterstudium, u.a. bei Volker Wangenheim und Frieder Bernius, ging er als Dirigent ans Stadttheater Pforzheim. Engagements als Chordirektor und Kapellmeister führten ihn über Coburg und Wuppertal nach Stuttgart, wo er seit der Spielzeit 2001/02 stellvertretender Chordirektor ist. Gastengagements verbinden ihn u.a. mit dem SWR Vokalensemble, dem WDR-Rundfunkchor und dem RIAS-Kammerchor. Johannes Knecht leitete den Chor der Staatsoper Stuttgart in La clemenza di Tito, Masaniello furioso, Tosca, Les Contes d'Hoffmann, Die Fledermaus und Le nozze di Figaro, ferner in Don Giovanni, La Bohème, Il barbiere di Siviglia, Una cosa rara, Die zauberflöte, Der Wildschütz sowie Götterdämmerung und war für die Einstudierung von L'Orfeo und Simplicius Simplicissimus zuständig. An der Bayerischen Staatsoper leitet er den Chor der Staatsoper Stuttgart im Rahmen deren Gastspiels von Simplicius Simplicissimus.

Dramaturgie


Klaus Zehelein
Klaus Zehelein
wurde am 5. September 1940 in Frankfurt/Main geboren. Er studierte nach dem Abitur Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt/Main. Von 1959 bis 1966 belegte er regelmäßig die Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. Ein erstes Engagement als Dramaturg erhielt Klaus Zehelein 1967 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel. 1970 wechselte er von dort als Chefdramaturg an das Staatstheater Oldenburg (bis 1977) und übernahm zudem eine Lehrtätigkeit als Dozent für Musiksoziologie an der Universität Oldenburg. 1977 kam Klaus Zehelein als Chefdramaturg an die Städtischen Bühnen Frankfurt/Main und avancierte hier später zum koordinierten Operndirektor. Nebenher blieb Klaus Zehelein in der akademischen Lehre als Dozent an der State University of Minnesota sowie am Collège International de Philosophie in Paris engagiert. Gastprofessuren führten ihn an die Universität Gießen (Institut für angewandte Theaterwissenschaft) und 1986-1992 an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Nach einer zweijährigen Tätigkeit als freier Schauspiel- und Operndramaturg in Berlin, Frankfurt, Brüssel und Wien wurde Klaus Zehelein 1989 Künstlerischer Direktor des Hamburger Thalia Theaters. Seit 1991 ist er Opernintendant in Stuttgart und seit Mai 2003 auch Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Im Herbst 2006 übernimmt er die Präsidentschaft der Bayerischen Theaterakademie in München. Für die Dramaturgie an der Oper Frankfurt wurde Klaus Zehelein 1983 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Unter seiner Leitung ist die Staatsoper Stuttgart 1994, 1998, 1999, 2000 und 2002 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zum "Opernhaus des Jahres" gewählt worden. Für besondere Verdienste um das Land Baden-Württemberg verlieh Ministerpräsident Erwin Teufel ihm im Jahr 2001 die Verdienstmedaille des Landes und im September 2003 den Titel Professor.

Dramaturgie


Jens Schroth
Jens Schroth
Jahrgang 1973, studierte Musiktheorie, Neue Medien und Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Matthias Hermann, Helmut Lachenmann und Marco Stroppa. Nach seinem Studium unterrichtete er dort Analyse Neuer Musik und Tonsatz. Gleichzeitig arbeitete er vor allem in interdisziplinären Bereichen, so mit dem Bildhauer Matthias Kunisch, den Architekten Peter Ippolito und Elke Banabak. Seit 2002 ist Jens Schroth in der Dramaturgie der Staatsoper Stuttgart tätig. Er betreute als Dramaturg oder Co-Dramaturg unter anderem Opernproduktionen von Andrea Breth, Christof Nel, Nigel Lowery und Manfred Weiß sowie Ballettproduktionen von Hans Kresnik, Christian Spuck und Nina Kurzeja. Simplicius Simplicissimus ist nun als Gastspiel der Staatsoper Stuttgart an der Bayerischen Staatsoper zu sehen.

Simplicius Simplicissimus


Claudia Mahnke
Claudia Mahnke
Claudia Mahnke studierte an der Musikhochschule Dresden und erhielt 1992 ihr erstes Festengagement in Chemnitz. Beim Internationalen Belvedere-Wettbewerb in Wien errang sie 1995 den Dritten Preis. Gastspiele führten sie an die San Francisco Opera, die Komische Oper Berlin, die Opéra National de Lyon, nach Korea sowie nach Essen. Ihr Repertoire reicht von Rossini über Strauss bis Zemlinsky. Ab 1996 war sie Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart und wurde 2006 dort Kammersängerin. Für die Titelpartie in Simplicius Simplicissimus wurde sie zur Sängerin des Jahres gewählt und gastierte darin auch in München. Seit 2007 ist sie Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. Partie an der Bayerischen Staatsoper: Silla (Palestrina).

Einsiedel


Frank van Aken
Frank van Aken
studierte Gesang u.a. in Utrecht und am Opernstudio des Königlichen Konservatorium in Den Haag. 1994 gewann er den Christina-Deutekom-Wettbewerb und debütierte ein Jahr später als Macduff (Macbeth) bei der Niederländischen Reisopera und sang kurz darauf Cavaradossi (Tosca) in Rom. Seither hatte er Engagements u.a. als Florestan (Fidelio), Radames (Aida) und Siegmund (Die Walküre) in Meiningen, Kalaf (Turandot), Don Carlo und Bacchus (Ariadne auf Naxos) an der Komischen Oper Berlin und Lohengrin und Stolzing (Die Meistersinger von Nürnberg) an der Deutschen Oper am Rhein. Konzertauftritte u.a. in der Verbotenen Stadt in Peking. Partie an der Bayerischen Staatsoper: Max (Der Freischütz), Einsiedel (Simplicius Simplicissimus, Gastspiel der Staatsoper Stuttgart

Gouverneur


Heinz Göhrig
Heinz Göhrig
wurde in Heidelberg geboren und studierte Gesang an der dortigen Staatlichen Hochschule für Musik bei Erika Köth und Aldo Baldin. Von 1985 bis 1988 war er an den Städtischen Bühnen in Freiburg engagiert. Seit 1988 ist er Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, wo er mit mehreren Partien in der Uraufführung von Hans Zenders Don Quijote de la Mancha, als Steuermann (Der fliegende Holländer), David (Die Meistersinger von Nürnberg), Cassio (Otello) sowie als Pedrillo (Die Entführung aus dem Serail), ferner als Pietro (Die Gezeichneten), Mime (Siegfried) und Corrado (Una cosa rara) zu hören war. 1997 gastierte er an der Oper Bonn als Mime in Das Rheingold und 2001 als Scaramuccio in Jossi Wielers Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen. 1998 wurde Heinz Göhrig zum Baden-Württembergischen Kammersänger ernannt. Partien an der Bayerischen Staatsoper: Titelpartie Der junge Lord, Gouverneur (Simplicius Simplicissimus, Gastspiel der Staatsoper Stuttgart).

Landsknecht


Michael Ebbecke
Michael Ebbecke
ist Kammersänger der Staatsoper Stuttgart und sang hier viele herausragende Partien seines Faches wie Don Giovanni, Graf Almaviva (Le nozze di Figaro), Germont (La traviata), Wolfram (Tannhäuser), Heerrufer (Lohengrin) und die Partie des Verdi in der Stuttgarter Uraufführung von Adriana Hölszkys Oper Giuseppe e Sylvia. Gastengagements führten ihn nach Buenos Aires, Genf, Lissabon, Prag, Paris, Mailand, Madrid, Wien und Zürich. In Stuttgart war er zuletzt als Fritz Kothner in Die Meistersinger von Nürnberg, Ein anderer Mann/Ephraimit in Moses und Aron, Jochanaan in Salome und Podestà in Die Gezeichneten zu erleben. Partie an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen des Gastspiels der Staatsoper Stuttgart: Landsknecht (Simplicius Simplicissimus).

Hauptmann


Mark Munkittrick
Mark Munkittrick
wurde in Boston geboren. Nach dem Studium der Politikwissenschaft lehrte er Englisch an der Universität von Teheran. Während dieser Zeit debütierte er an der dortigen Königlichen Oper. Sein amerikanisches Debüt gab er bei einem Opernkonzert in der Carnegie Hall, dem ein Engagement an der New York City Opera folgte. 1979 wurde er in Karlsruhe verpflichtet; seit 1985 ist er Mitglied der Staatsoper Stuttgart. Hier war er u.a. als Escamillo (Carmen), Bill (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny), Reinmar (Tannhäuser), Erzbischof (König Roger) und in verschiedenen Rollen in Al gran sole carico d'amore zu hören, ferner als Taddeo (L'italiana in Algeri), Bartolo (Il barbiere di Siviglia), Plutone (L'Orfeo), Hans Foltz (Die Meistersinger von Nürnberg) sowie zuletzt als Micha (Die verkaufte Braut) und Alberich (Siegfried). Partie an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen des Gastspiels der Staatsoper Stuttgarter: Hauptmann (Simplicius Simplicissimus).

Bauer


Wolfgang Probst
Wolfgang Probst
Wolfgang Probst, Wotan in Das Rheingold und Theologe in Doktor Faust, studierte in seiner Geburtsstadt München Gesang. Seit 1971 ist er Ensemblemitglied in Stuttgart, wo er die Titelpartie in Der fliegende Holländer, König Heinrich, Klingsor, Orest, Jochanaan in Salome, Herzog Blaubart, Boris Ismailow in Lady Macbeth von Mzensk, Hans Sachs, Schigolch in Lulu, Kaspar in Der Freischütz, Antonio in Giuseppe e Sylvia und Ein Gefolterter in Intolleranza 1960 sang. Ferner war er als Direttore in Sitten und Unsitten des Theaters, Frank in Die Irren aus Vorsatz, Paolo Orsini in Rienzi und Don Pizarro in Fidelio zu hören. Zuletzt sang er Kecal in Die verkaufte Braut und Herzog Adorno in Die Gezeichneten. Er wirkte bei den Salzburger Festspielen mit, gastierte an der Deutschen Oper Berlin, in München, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Dallas und Buenos Aires, Stockholm, Paris, Basel, Zürich, Bologna, Venedig und Neapel.

Dame


Márcia Haydée Foto: Hagen Schmitt
Márcia Haydée
zählt zu den bedeutendsten internationalen Tänzerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In Rio de Janeiro geboren, studierte sie an der Sadler's Wells School in London. Bereits als Elevin trat sie am Teatro Municipial in Rio de Janeiro auf und trat ihr erstes mehrjähriges Engegement beim Grand Ballet du Marquis de Cuevas an.

Als Márcia Haydée an das Stuttgarter Ballett kam, wurde ihr Talent vom damaligen Ballettdirektor John Cranko sofort erkannt und gefördert. Cranko kreierte für sie die berühmt gewordenen Frauenrollen in Balletten wie Der Widerspenstigen Zähmung und Onegin. Er ebnete damit den Weg für ihre außerordentliche Karriere in den folgenden Jahrzehnten, in denen weitere bedeutende Choreographen wie Kenneth MacMillan, Maurice Béjart oder John Neumeier (Die Kameliendame, 1978), inspiriert von ihrer Tanzkunst, Ballette für sie schufen, die heute ebenso weltweit zum Repertoire namhafter Compagnien gehören. 1976 übernahm Márcia Haydée, die weltweit in den bekanntesten Theatern gastierte, die Direktion des Stuttgarter Balletts, das sie bis 1996 leitete.

Nach ihrem Abschied währte ihre Pause von der Bühne nicht lange. Zusammen mit Jean Christophe Blavier, dem Regisseur George Tabori, dem Klarinettisten Giora Feidmann, dem Tänzer Vladimir Malakhov und zuletzt dem Tänzer Ismail Ivo entwickelte sie an verschiedenen Theatern in der ganzen Welt vielbeachtete Tanzstücke.