Idomeneo - Inhaltsangabe

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Idomeneo

Wolfgang Amadeus Mozart
Giambattista Varesco

 

Der Ort ist die Hafenstadt Kydonia auf Kreta, Stadt des Königs Idomeneo. Die Zeit: nach dem Ende des Trojanischen Krieges, nach der Vernichtung Trojas durch die vereinigten Griechen.
Idomeneo, der mit 80 Schiffen nach Troja fuhr und im Krieg Viele getötet hat, wird mit seiner Flotte zurückerwartet. Von seinem Sohn Idamante, von der mykenischen Königstochter Elettra, von der trojanischen Königstochter Ilia und dem kretischen Volk.
Elettra hat sich hilfesuchend nach Kreta geflüchtet, nachdem ihre Familie sich gegenseitig weitgehend ausgelöscht hat: Erst tötete ihre Mutter Klytämnestra ihren Vater Agamemnon, dann ihr Bruder Oreste die Mutter.
Ilia ist mit anderen Trojanern als Kriegsgefangene auf Kreta. Elettra und Ilia lieben Idamante: Elettra offen und fordernd, Ilia zunächst heimlich.
Die Nachrichten über die Rückkehr der kretischen Flotte sind widersprüchlich: Baldige Heimkunft oder völliger Untergang?


I

In Ilia toben die Leidenschaften: Hass gegen die griechischen Sieger, Liebe zu „dem Feind“ Idamante. Idamante hat Ilia aus einem Meeresssturm gerettet; seit sie ihn gesehen hat, liebt sie ihn und er sie. Zu dem Gewissenskonflikt zwischen Hass und Liebe kommt das Wissen, dass eigentlich die Griechin Elettra für Idamante bestimmt ist.
Idamante lässt als Zeichen des Friedens noch vor der Rückkehr Idomeneos die trojanischen Gefangenen frei, obwohl Elettra ihn daran zu hindern versucht.
Die überraschende Meldung vom Tod des Idomeneo verursacht allgemeine Bestürzung: Trauer bei Idamante, er eilt zum Strand, Mitleid bei Ilia, Zorn und Verzweiflung bei Elettra.
Durch das Eingreifen Poseidons wird Idomeneo aus einem Sturm gerettet. Doch Idomeneo hat seine Rettung an ein Versprechen gebunden: Das erste Lebewesen, das ihm an Land begegnet, wird er dem Meeresgott opfern. Idamante, sein Sohn, ist der erste Mensch, den er trifft. Idomeneo ist entsetzt und bereut sein Versprechen. Nur das kretische Volk kann sich über die Rückkehr der Überlebenden freuen, es feiert zu Ehren Poseidons, ohne zu wissen, dass von ihm Verderben droht.


II

Idomeneo berät mit seinem Vertrauten Arbace, wie das Opfer des Sohnes zu vermeiden sei. Sie wollen Idamante mit Elettra nach Mykene schicken, weit weg von Kreta. Idomeneo erkennt, dass Ilia Idamante liebt und Idamante Ilia. Hierin sieht er eine weitere Schuld: „Zu eilfertig, Idamante, warst du entschlossen, jene Ketten zu lösen …Das ist das Vergehen, um dessetwillen dich der Himmel bestraft … Ja, ja, der Sohn der Vater und Ilia, alle drei werden wir Opfer auf Neptuns Altar, von dem gleichen Leid gebeugt, einer vom Schwert und zwei vom Schmerz durchbohrt.“
Nur Elettra schöpft Hoffnung: Sie vertraut darauf, in Idamante „neue Liebe“ zu erwecken, wenn sie mit ihm allein ist.
Die Abfahrt scheitert am Zorn des Meeresgottes, konkret wird sie durch einen Sturm verhindert, außerdem wird ein furchtbares Untier zur Bedrohung.
„Wer trägt die Schuld?“ fragt das Volk. Idomeneo bietet sich als Opfer an.


III

Ilia bekennt den Lüften ihre Liebe zu Idamante. Der erklärt ihr, dass er den Tod suche, um dem Konflikt zwischen Liebe zu ihr, der Trojanerin, und seiner „vaterländischen Pflicht“ den Griechen gegenüber zu entgehen. Den Tod will er im Kampf gegen das Meeresungeheuer suchen. Ilia und Idamante erkennen und bekennen ihre gegenseitige Liebe. Idomeneo und Elettra überraschen sie dabei: Elettra will Rache, Idomeneo will die Abfahrt Idamantes, um ihn zu retten, wobei er allerdings Idamante zum Mitschuldigen macht: „Ohne dich wäre der Gott wohl wieder versöhnt!“
Tod und Verderben, die das Untier verursacht, bringen die Stadt zum Aufruhr, das Volk fordert vom König, dem Gott zu opfern. Jetzt erst verkündet Idomeneo öffentlich, wer das Opfer ist. Trotz der allgemeinen Bestürzung und Trauer, soll Idamante geopfert werden.
Idamante wird als gefeierter Held zum Opferaltar geführt, er hat das Untier erschlagen. Im letzten Moment bietet sich Ilia als Opfer an.
Die Lösung erfolgt durch die Stimme des Gottes: Idomeneo soll die Herrschaft verlieren, Idamante und Ilia sollen herrschen.

Hans-Joachim Ruckhäberle
© Bayerische Staatsoper