Doktor Faust - Inhaltsangabe

Ferruccio Busoni: Doktor Faust. Ulrich Reß, Rüdiger Trebes, Adrian Sâmpetrean, Wolfgang Koch Ferruccio Busoni: Doktor Faust Ferruccio Busoni: Doktor Faust. Wolfgang Koch

Doktor Faust

Ferruccio Busoni
Ferruccio Busoni

 

Vorspiel I
Faust, auf der Zielgeraden seines Lebens und mit dem bisher Geleisteten unzufrieden, erfährt von seinem Assistenten Wagner, dass drei Studenten ihm das Buch Clavis Astartis Magica anvertrauen wollen. Faust kennt dieses Buch und sieht darin die Möglichkeit, seine Krise zu überwinden.

Vorspiel II
Um Mitternacht beginnt Faust mit Hilfe des Buches die Geisterbeschwörung. Er fragt fünf Geister, wie schnell sie seine Wünsche erfüllen können, aber keine der Antworten befriedigt ihn. Als er die Hoffnung fast aufgegeben hat, erscheint Mephistopheles, der schnell wie der Gedanke des Menschen ist. Faust nennt Mephistopheles seinen Wunsch, ein Genie zu werden. Mephistopheles verlangt, dass Faust ihm nach der Erfüllung dieses Wunsches in alle Ewigkeit diene. Faust lehnt ab, wird aber von Mephistopheles darauf hingewiesen, dass Gläubiger und der Bruder eines von Faust verführten Mädchens, Gretchen, ihn töten wollen. Faust erkennt, dass er in der Falle sitzt, und befiehlt Mephistopheles, seine Widersacher zu ermorden. Mephistopheles fordert von Faust, den Vertrag zu unterschreiben.

Zwischenspiel
Ein Soldat, Bruder des von Faust in den Tod getriebenen Mädchens, beschwört in der Kirche Gott, Faust zu bestrafen. Faust weist Mephistopheles an, den Soldaten zu töten. Als Mönch verkleidet kündigt Mephistopheles dem Soldaten sein nahes Ende an. Eine Patrouille, auf der Suche nach dem Soldaten, tötet diesen.

Hauptspiel – Erstes Bild
Bei der Hochzeit des Herzogs von Parma tritt Faust als „Star“ auf. Die Herzogin verfällt ihm sofort. Faust beschließt, sie zu erobern. Er lädt sie ein, sich berühmte Liebespaare aus der Geschichte zu wünschen, die er für sie erscheinen lassen wird. Faust provoziert einen Skandal und fordert die Herzogin auf, ihm zu folgen. Der Herzog beendet eifersüchtig die Vorstellung. Mephistopheles warnt Faust, am gemeinsamen Mahl teilzunehmen, die Speisen seien vergiftet. Die Herzogin ist bereit, mit Faust zu gehen. Gemeinsam fliehen sie. Mephistopheles verhindert, dass der Herzog das Paar verfolgt.

Hauptspiel – Zweites Bild
In einer Schenke trinkt Faust mit Studenten. Unbeabsichtigt provoziert er einen Streit zwischen Katholiken und Protestanten. Ein Student wünscht, dass Faust über seine Erfahrungen in der Liebe berichtet. Faust erzählt von der Herzogin. In diesem Augenblick erscheint Mephistopheles und berichtet, dass sie gestorben sei. Mit sich bringt er das neugeborene, angeblich auf dem Weg in die Schenke verstorbene gemeinsame Kind Fausts und der Herzogin. Als sich die Studenten entsetzt geben, zeigt Mephistopheles, dass das Baby eigentlich eine Strohpuppe ist. Mephistopheles verbrennt das Stroh und verspricht, daraus das Bild der schönen Helena entstehen zu lassen. Faust erkennt, dass der Mensch dem Vollkommenen nicht gewachsen ist. Die drei Studenten berichten Faust, dass seine Frist um Mitternacht abläuft.

Hauptspiel – Letztes Bild
Ein Nachtwächter verkündet die Uhrzeit. Wagner hat mittlerweile Fausts Stelle als Rektor angetreten und ist in sein Haus eingezogen. Die Studenten singen ihm ein Ständchen. Faust möchte einer Bettlerin, die vor der Kirche sitzt, sein letztes Gut geben. Doch bei der Bettlerin handelt es sich um die Herzogin, die Faust auffordert, vor Mitternacht sein Werk zu vollenden. Der Soldat verwehrt Faust den Zutritt zur Kirche, doch Faust erkennt, dass er nur eine Erscheinung ist. Fausts Gebet bleibt unbeantwortet. Er bricht zusammen. Ein Passant entdeckt den Toten.

© Bayerische Staatsoper