Les Contes d'Hoffmann - Inhaltsangabe

Les Contes d'Hoffmann: Joseph Calleja, Kate Lindsey Les Contes d'Hoffmann: Eri Nakamura, Joseph Calleja Les Contes d'Hoffmann: Laurent Naouri, Joseph Calleja, Brenda Rae

Les Contes d'Hoffmann

Jacques Offenbach
Libretto von Jules Barbier nach dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré

 

1. Akt

Seit seiner Affäre mit der Sängerin Stella hat der Dichter Hoffmann keinen vernünftigen Satz mehr zu Papier gebracht. Stella will ein Treffen vereinbaren, doch er versteckt sich vor ihr. Seine Selbstzweifel führen ihn zum Alkohol und er beginnt zu trinken. Die Muse Nicklausse will ihn zum Schreiben animieren und bietet alles auf, was sie kann: einen unheimlichen Lindorf, der auch schon mit Stella gesehen wurde, drei Studenten Namens Hermann, Wilhelm und Nathanael und eine Menge anderer Zechkumpanen. Sie alle versuchen, Hoffmanns Stimmung mit viel Alkohol und Liedern aufzuheitern. Doch eigentlich hoffen sie, eine seiner spannenden Geschichten zu hören. Und Hoffmann enttäuscht sie nicht: Er trägt das Gedicht vom hässlichen Gnoms Kleinzack vor – doch unvermittelt scheint er auf einmal nur noch ein schwärmerisches Bild von seiner Geliebten zu zeichnen. Als ihn die Kumpel in die Realität zurückholen verspricht er ihnen, die katastrophalen Geschichten seiner bisherigen Liebschaften zu erzählen.

2. Akt: Olympia

Spalanzani hat eine täuschend echt wirkende Puppe konstruiert: Olympia. Jetzt ist er bankrott und kann seine Schulden bei Coppélius nicht mehr bezahlen, von dem er die Augen gekauft hat. Durch den Erfolg seiner vermeintlichen Tochter Olympia erhofft er sich wieder zu sanieren und hat daher zahlreiche Gäste geladen, denen er seine Erfindung präsentieren will. Coppélius kann er mit einem Scheck abwimmeln.

Hoffmann, der sich nicht für Physik und Technik interessiert, hat sich in Olympia verliebt. Er hat von Coppélius eine Brille erworben, durch die er die Puppe für einen echten Menschen hält. Nicklausse hat nichts als Spott für ihn übrig. Doch für Hoffmann ist der Gesang Olympias ebenso ehrlich und bezaubernd wie ihre Schüchternheit. Auch die Gäste Spalanzanis sind von der Puppe begeistert. Spalanzani hofft sogar, seine Tochter an Hoffmann verheiraten zu können, doch zugleich hat er Angst, die Konstruktion könne überbeansprucht werden. Als Hoffmann mit Olympia wie wild Walzer zu tanzen beginnt, steigern sich die beiden immer weiter in ihrem Rausch.

Coppélius hingegen will Rache: Der Scheck Spalanzanis war nicht gedeckt, und so bemächtigt er sich der Puppe Olympia und zerstört sie. Erst jetzt erkennt Hoffmann, dass er sich in einen Automaten verliebt hat.

3. Akt: Antonia

Hoffmann will unbedingt die Sängerin Antonia wiedersehen, in die er sich unsterblich verliebt hat. Auch Antonia sehnt sich nach ihrem Geliebten, doch ihr Vater Crespel hält sie von der Außenwelt völlig abgeschirmt. Zudem hat er alle Noten wegsperren lassen und sich von ihr das Versprechen geben lassen, sie möge nie wieder singen. Was sie nicht weiß: ihre Mutter, die auch eine berühmte Sängerin gewesen war, starb an einer mysteriösen Krankheit, deren Symptome der Vater nun an ihr entdeckt hat. Er befürchtet, der Gesang könne auch sie dem Tode weihen. Doch Antonia gelingt es, dem Diener Frantz, der selbst als Sänger dilettiert, unbemerkt die Schlüssel für die Noten zu entwenden.

Hoffmann schafft es ebenso, Frantz zu überrumpeln, so dass er sich Zutritt in die Wohnung Crespels verschafft. Nicklausse, der immerhin froh ist, dass Antonia keine Puppe ist, sondern gleich einer Geige mit einer Seele begabt ist, animiert Hoffmann, sich mehr seiner Kunst zu widmen. Doch für Hoffmann gibt es kein Halten mehr: Antonia und er haben sich endlich wieder. Als Crespel unerwartet zurückkehrt, kann sich Hoffmann gerade noch verstecken, muss aber die Auseinandersetzung zwischen dem Vater und dem Docteur Miracle mit anhören: Miracle bietet sich an, Antonias Krankheit zu behandeln. Crespel hingegen macht Miracle mit für den Tod seiner Frau verantwortlich und heißt ihn verschwinden.

Entsetzt will auch Hoffmann von Antonia das Versprechen, nie wieder zu singen und läuft davon. Antonia glaubt, ihr Geliebter habe sich mit dem Vater verbündet. In ihrer Unsicherheit und großen Sehnsucht nach der Kunst greift sie zu den Noten und vernimmt die Stimme Miracles, der sie dazu verführt, ihrem Wunsch zu singen freien Lauf zu lassen. Als auch noch die Stimme ihrer Mutter zu ihr spricht, gibt es für sie kein Halten mehr. Sie singt und bricht darüber zusammen. Crespel und Hoffmann können sie nicht mehr retten. Sie stirbt.

4. Akt: Giulietta

Die Prostituierte Giulietta ist dem Reichtum Dapertuttos verfallen, der von ihr verlangt, die Spiegelbilder und Seelen junger Männer für ihn zu gewinnen. Zusammen mit Schlémil und Pitichinaccio ist sie dabei auch sehr erfolgreich. Doch Hoffmann scheint sich für ihre Reize nicht zu interessieren. Wein und Spiel sind für ihn nach seinen fürchterlichen Erfahrungen attraktiver. Nicklausse warnt Hoffmann, dass er mit seinem Verhalten nur neue Probleme heraufbeschwören werde.

Dapertutto stachelt Giuliettas Ehrgeiz an, in dem er ihr einen ungeheuer wertvollen Diamanten verspricht. Sogleich versucht sie, Hoffmann für sich zu gewinnen, indem sie sein Trinklied erwidert. Hoffmann setzt sich mit Schlémil und Pitichinaccio an den Spieltisch. Zunächst verliert er, doch angefeuert von Giulietta kommt er in eine Glückssträhne. Schlémil reagiert eifersüchtig auf Giuliettas Zuneigung zu Hoffmann, der sich nun doch auf das Abenteuer mit ihr einlassen will, wohingegen Pitichinaccio versucht, Nicklausse aus dem Weg zu räumen und daher einen Becher mit Gift mischt. Doch Nicklausse ist nicht nach Trinken zu Mute. Als sich Giulietta mit Hoffmann zurückziehen will, geht Schlémil unvermittelt mit dem Messer auf Hoffmann los, dieser kann sich verteidigen und tötet dabei Schlémil. Giulietta gibt vor, ihn vor weiterem Unheil bewahren zu wollen. Hoffmann ist ihr inzwischen ganz und gar verfallen. Umso leichter gelingt es ihr, ihm sein Spiegelbild zu entwenden. Dapertutto wähnt sich als Sieger. Giulietta erhält den Diamanten, an dem sie sich berauscht und greift nach einem Glas zur Erfrischung – und nimmt das für Nicklausse bestimmte Gift zu sich. Sie stirbt zum Entsetzen Pitichinaccios und Dapertuttos. Nicklausse nutzt die Gelegenheit, Hoffmann von seinem Zauber zu erlösen.

5. Akt

Die Kumpel sind von Hoffmanns Erzählungen begeistert und entsetzt zugleich. Allen ist klar: Alle drei Frauen ergeben das Portrait einer einzigen – Stella. Hoffmann ist das in seinem Rausch gleichgültig. Er bricht zusammen. Stella wendet sich angewidert von ihm ab. Also beginnt er, seine Geschichte aufzuschreiben. Die Muse Nicklausse und alle anderen Figuren umringen Hoffmann, als würden sie ihm die Lehre aus seinen Erlebnissen erklären: „Lächle über Deinen Schmerz! Die Muse lindert deinen Kummer. Denn groß ist man durch die Liebe, doch größer noch durch Leid.“