Die Walküre - Inhaltsangabe

Die Walküre: Katarina Dalayman (Brünnhilde, Vordergrund), Ensemble (Walküren) Die Walküre: Thomas J. Mayer (Wotan), Katarina Dalayman (Brünnhilde) Die Walküre: Tomasz Konieczny, Elisabeth Kulman

Die Walküre

Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten

 

Vorgeschichte

Der Ring, den sich Alberich unter dem Verzicht auf die Liebe hat schmieden lassen und der ihm die Weltherrschaft sichern sollte, ist zusammen mit dem Nibelungenhort durch Wotans Betrug an den Riesen Fafner gefallen. Inzwischen sind Jahre vergangen. In einen Lindwurm verwandelt hütet Fafner in einem Wald den Schatz, den sowohl Alberich als auch Wotan begehren. Ohne Liebe hat Alberich einen Sohn gezeugt, der ihm als Werkzeug dienen soll, den Ring zurück zu gewinnen. Auch Wotan hat Strategien entwickelt, um wieder in den Besitz des Rings zu kommen und sich zugleich vor der Bedrohung durch Alberich und sein Heer zu schützen. Walküren, Töchter seines Willens, bringen ihm ein Heer toter Helden nach Walhall. Mit einer Menschenfrau zeugte er den Sohn Siegmund, der ihm als freier Held den Ring zurück bringen soll. Siegmund ist mit seiner Zwillingschwester Sieglinde als Wälsungenpaar zur Welt gekommen, aber schon als Kinder wurden sie durch die Kriegsumstände getrennt. Wotan hat Siegmund im Gewand eines Wolfes jahrelang zum Rebellen erzogen, bevor er spurlos verschwand.

 

1. Akt

Auf der Flucht vor seinen Verfolgern und auf der Suche nach Schutz während eines heftigen Gewitters findet ein Fremder in einer um eine Esche gebauten Hütte Unterschlupf. Die Frau des Hauses gibt ihm zu trinken, beide sind unmittelbar voneinander angezogen. Ihr Gatte Hunding kehrt heim, mit dem die Frau in einer Zwangsehe lebt. Auch er gewährt dem Fremden Gastrecht, bittet ihn zu Tisch und erfährt aus dessen Schilderungen, dass dieser eigentlich Feind seiner Sippe ist. Für die eine Nacht gesteht er ihm Schutz zu, doch für den nächsten Morgen fordert er ihn zum Zweikampf auf.

Der waffenlose Fremde erinnert sich der Worte seines Vaters, in höchster Not ein Schwert zu finden. Die Frau hat inzwischen Hunding einen Schlaftrunk gereicht. Sie will dem Gast bei der Flucht helfen und zeigt ihm ein Schwert in der Esche, das bisher niemand aus dem Stamm ziehen konnte. Durch das Erzählen ihrer Lebensgeschichte erkennen die beiden einander. Sieglinde nennt ihren Bruder bei seinem richtigen Namen: Siegmund. Als Zwillinge und als Liebende finden sie ihre Identität und ihr Glück in einer Liebesnacht und begeben sich schließlich mitsamt dem Schwert auf die Flucht.

 

2. Akt

Wotan fordert seine Lieblingstochter, die mit der Göttin Erda gezeugte Walküre Brünnhilde, auf, Siegmund auf seiner Flucht beizustehen. Seine Gattin Fricka stimmt ihn jedoch um, indem sie ihm vor Augen führt, dass Siegmund und Sieglinde gegen das Recht der Ehe verstoßen haben und Wotans Sohn keineswegs der freie Held ist, der den Hort und den Ring erobern kann. Siegmund ist das Werkzeug Wotans, und so muss Wotan seiner Frau versprechen, ihn durch Hundings Hand töten zu lassen.

Wotan sieht keinen Ausweg. Seiner Tochter Brünnhilde offenbart er seinen Schmerz, seine Begierden, seine Abhängigkeiten und Zwänge, die ihn nicht anders handeln lassen. Er beauftragt die Tochter, sich auf Hundings Seite zu schlagen. Brünnhilde ist tief erschüttert. Sie trifft auf Siegmund, der den Schlaf der von der Flucht erschöpften Sieglinde bewacht. Ihm verheißt sie den Tod und verspricht, ihn nach Walhall ins Heldenheer des Vaters zu bringen. Siegmund verweigert sich jedoch ihrem Ansinnen, als er hören muss, dass er Sieglinde dort nicht treffen werde. Brünnhilde erlebt durch die Unzertrennlichkeit der beiden zum ersten Mal die Liebe und entscheidet sich gegen den Willen ihres Vaters: Die beiden Wälsungen sollen leben. Hunding hat inzwischen die Flüchtlinge eingeholt und fordert Siegmund zum Kampf auf. Trotz seines Schwertes und der Unterstützung durch Brünnhilde fällt Siegmund Hunding zum Opfer, da Wotan in den Kampf eingreift und mit seinem Speer Siegmunds Schwert zerstört. Frickas Wille ist durchgesetzt. Hunding wird von Wotan ermordet. Brünnhilde sammelt die Stücke von Siegmunds zerbrochenen Schwert Nothung auf und ergreift mit Sieglinde die Flucht.

 

3. Akt

Auf dem Weg nach Walhall versammeln sich die Walküren. Brünnhilde bittet ihre Schwestern um Unterstützung, damit sie sich und Sieglinde vor dem Zorn Wotans schützen kann. Doch diese wollen sich nicht gegen den Vater auflehnen. Sieglinde will Siegmund in den Tod folgen. Sie lässt sich erst umstimmen, als Brünnhilde ihr offenbart, dass sie mit dem Kind ihres Bruders schwanger sei. Brünnhilde gibt dem Ungeborenen den Namen Siegfried und bittet Sieglinde, dem dereinst größten Helden der Welt die Stücke des Schwertes seines Vaters aufzubewahren. Sieglinde flieht in den Wald, in dem Fafner haust, wo allein sie vor Wotan sicher ist. Brünnhilde liefert sich Wotan aus, der ihr aus Zorn über den Ungehorsam die Göttlichkeit nimmt, sie in einen tiefen Schlaf versetzt und zur leichten Beute des erst besten Mannes macht. Brünnhilde kann ihrem Vater gerade noch abringen, einen Flammenring um sie zu legen, so dass nur ein furchtloser Held zu ihr gelangen kann.