Siegfried - Inhaltsangabe

Siegfried: Lance Ryan, Statisterie der Bayerischen Staatsoper Siegfried: Lance Ryan, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke Siegfried: Lance Ryan, Catherine Naglestad

Siegfried

Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten

 
Vorgeschichte

Der mit der Weltherrschaft verbundene Ring, den der Nibelung Alberich aus dem geraubten Rheingold geschmiedet hat, wird vom Riesen Fafner in Drachengestalt gehütet. Alberichs Bruder Mime, ein Schmied, sinnt darauf, sich diesen Ring mit Hilfe seines Ziehsohns Siegfried zu gewinnen. Den Sohn des Wälsungenpaars Siegmund und Sieglinde hat ihm dessen sterbende Mutter anvertraut, sie hinterlässt ihm lediglich den Namen Siegfried und die Stücke von Siegmunds zerschlagenem Schwert Nothung. Laut Mimes Plan soll der unwissende Siegfried den Drachen töten und ihm den Ring beschaffen.

Das Schwert hatte Wotan mit seinem Speer zerschlagen, damit Siegmund im Kampf gegen Hunding falle. Da seine Tochter, die Walküre Brünnhilde, Siegmund jedoch schützen wollte, bannte Wotan sie in Schlaf. Auf Brünnhildes Drängen wurde der Fels von Feuer umgeben, das nur ein furchtloser Held durchschreiten könne.

Erster Aufzug

Mime versucht verzweifelt, ein Schwert zu schmieden, das für Siegfried taugt. Als dieser aus dem Wald mit einem Bären zurückkommt, um Mime zu erschrecken, zerschlägt ihm Siegfried das neue Schwert. Erst auf die drängenden Fragen nach seiner Herkunft erzählt ihm Mime die Geschichte seiner Geburt und zeigt ihm die Stücke des zerschlagenen Schwerts Nothung. Siegfried fordert Mime auf, daraus für ihn ein neues schmieden.

Mime wird von Wotan in Gestalt eines Wanderers aufgesucht, der ihn in eine Wissenswette verwickelt, deren Pfand der Kopf des anderen ist. Mühelos beantwortet der Wanderer Mimes Fragen nach den Bewohnern der Erdentiefe, der Erde und der wolkigen Höhen. Mime kann die Fragen nach dem Wälsungengeschlecht und dem Namen des Schwerts Nothung, mit dem Siegfried Fafner erschlagen muss, lösen. Die dritte Frage, wer Nothung neu schmiedet, kann Mime nicht beantworten und verliert damit die Wette. Nur ein furchtloser Held sei dazu fähig, erklärt ihm der Wanderer und vermacht diesem Helden Mimes Kopf. Der verängstigte Mime befragt Siegfried, ob er je das Fürchten erfahren habe, was diesem jedoch fremd ist. Mime hofft, dass Siegfried es von Fafner lernen wird. Mimes Unfähigkeit vor Augen, schmiedet sich Siegfried das Schwert entgegen aller Regeln des Handwerks selbst. Mime mischt währenddessen ein Getränk, mit dessen Hilfe er Siegfried töten möchte, nachdem dieser den Ring besorgt haben wird.

Zweiter Aufzug

Alberich lauert vor Fafners Höhle, um sich nach dessen Tod den Ring zurückzuerobern. Er erkennt die wahre Gestalt des auftauchenden Wanderers, der ihn vor Mime und Siegfried warnt. Dem vom Wanderer erweckten Fafner bietet Alberich an, die Mordabsichten Siegfrieds abzuwenden und als Lohn den Ring zu erhalten, was der gähnende Drache ablehnt.

Mime hat Siegfried zu Fafners Höhle geführt und lässt ihn dort mit dem Mordauftrag zurück. Allein im Wald sehnt sich Siegfried nach seiner unbekannten Mutter. Ein singender Waldvogel erweckt seine Aufmerksamkeit, es gelingt ihm aber nicht, mit seinem Horn dessen Melodie aufzugreifen. Stattdessen hat er mit seinem Hornruf Fafner geweckt. Siegfried tötet ihn mit seinem Schwert. Nachdem er das Blut des Drachen auf seinen Lippen geschmeckt hat, kann er den Waldvogel verstehen. Er rät ihm, sich Ring und Tarnhelm aus der Höhle zu holen, und warnt ihn vor Mime.

Alberich weist Mimes Angebot, den von Siegfried erbeuteten Schatz zu teilen, erzürnt zurück und versteckt sich. Als Siegfried mit der Beute zurückkommt, bietet Mime ihm seinen Gifttrunk zur Erfrischung an. Das Drachenblut hat Siegfried jedoch befähigt, Mimes wahre Absichten zu durchschauen. Er tötet seinen Ziehvater. Erneut vernimmt er die Stimme des Waldvogels, der ihm den Weg zu Brünnhildes Felsen weist, wo er die schlafende Frau wecken soll.

Dritter Aufzug

Der Wanderer weckt Erda aus tiefem Schlaf, die ihn einst vor seinem eigenen Untergang gewarnt und mit der er Brünnhilde gezeugt hat. Zunächst auf ihr Wissen sinnend, wie er das prophezeite Ende abwenden könne, sieht er ihre Weisheit zu Ende gehen. Er erzählt ihr von seinem Plan mit Siegfried, der schon bald gemeinsam mit der erweckten Brünnhilde die Welt erlösen werde, und schickt sie in den ewigen Schlaf.

Vom Waldvogel geleitet, trifft Siegfried auf den Wanderer, der ihn nicht zum Brünnhildenfelsen vorlassen will. Stattdessen prüft er, wie viel Siegfried über seine Sendung weiß. Als er dessen Furchtlosigkeit bemerkt, hält er ihm seinen Speer entgegen. Siegfried erkennt den Mörder seines Vaters und zerschlägt mit seinem Schwert den Speer. Der Wanderer verschwindet, der Weg ist jetzt frei. Das Feuer durchschreitend, findet Siegfried die schlafende Brünnhilde. Zum ersten Mal in seinem Leben erblickt er eine Frau, als er Brünnhilde ihres Schilds entkleidet. Er hält sein Gefühl für Furcht und weckt Brünnhilde mit einem Kuss. Sie sieht in ihm den Helden, mit dem sie Wotans Wille, den Untergang der Götter, ausführen kann. Siegfried überwältigt sie mit seiner Liebe, der sich beide hingeben.