Lucia di Lammermoor (Inszenierung 1991) - Inhaltsangabe

Lucia di Lammermoor (Inszenierung 1991)

Gaetano Donizetti
Salvatore Cammarano

 

Vorgeschichte

Die beiden Adelsgeschlechter Ashton und Ravenswood sind in blutiger Familienfehde zerstritten. Nachdem Ravenswood in einer Schlacht gefallen ist, wurde sein Sohn Edgardo, der letzte Uberlebende seiner Familie, von seinen Besitzungen vertrieben. Schloß und Ländereien fielen an seinen Widersacher, Lord Enrico Ashton. Um sich vor seinem eigenen Untergang zu retten, plant Enrico die Verheiratung seiner Schwester Lucia mit dem reichen und bei Hofe einflußreichen Lord Arturo Bucklaw.

 

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Normanno, ein untergebener Offizier Enricos, befiehlt den Gefolgsleuten, im ehemaligen Herrschaftsbereich der Ravenswoods einen Unbekannten zu verfolgen, der zuvor in der Nähe gesehen worden war. Im Gespräch mit Normanno und dem Kaplan Raimondo beklagt Enrico, daß seine Schwester sich weigere, den Mann zu heiraten, der allein ihn retten könne. Raimondo versucht, Lucias Verhalten mit ihrer Trauer um die verstorbene Mutter zu erklären. Normanno hingegen berichtet seinem Herrn von seinem sicheren Verdacht, daß Lucia einen anderen Mann liebe: Enricos Todfeind Edgardo di Ravenswood. Die zurückkehrenden Gefolgsleute erhärten diesen Verdacht: Der Unbekannte war tatsächlich Edgardo. Enricos Wut ist grenzenlos.

 

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Während Lucia auf Edgardo wartet, erzählt sie ihrer Zofe Alisa von einer Vision, die sie gehabt hat. An einer Quelle im Schloßpark habe sie ein Gespenst gesehen, genau an jener Stelle, wo nach einer alten Sage ein Vorfahre der Ravenswoods seine Geliebte umgebracht haben soll. Alisa deutet die Erscheinung als böses Vorzeichen; in Gedanken an Edgardo hat Lucia kein Ohr für Alisas Warnungen.

Edgardo erscheint. Er will sich für längere Zeit von Lucia verabschieden, da er in politischer Mission ins Ausland muß. Zuvor will er noch bei Lucias Bruder um ihre Hand anhalten, wodurch auch die alte Familienfehde begraben werden soll. Lucia, die um die unversöhnliche Feindseligkeit ihres Bruders weiß, versucht, Edgardo von diesem Plan abzubringen. Es gelingt ihr, seine aufbrausende Wut zu besänftigen. Beide schwören sich vor Gott ewige Treue, zum Zeichen ihrer unzertrennlichen Liebe tauschen sie ihre Ringe und versprechen, sich gegenseitig Briefe zu schreiben.

 

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Enrico hat mit Hilfe Normannos eine Intrige eingefädelt, um seinen Heiratsplan durchzusetzen. Um Lucia gefügig zu machen, haben sie sämtliche Briefe der Liebenden abfangen lassen und stattdessen ein Schreiben fingiert, das Edgardos Untreue beweisen soll.

Enrico hat Lucia zu sich bestellt und kündigt ihr die Ankunft ihres Bräutigams Arturo noch für den selben Abend an. Er dringt auf eine schnelle Entscheidung Lucias und legt ihr den gefälschten Brief vor. Lucia ist verzweifelt über die vermeintliche Untreue Edgardos. Raimondo redet ihr im gleichen Sinne zu wie ihr Bruder und fordert das Opfer zum Wohle der Familie Ashton. Schließlich gelingt es, Lucias Widerstand zu brechen. Wie betäubt ergibt sie sich ihrem Schicksal.

 

4. Bild

Lord Arturo Bucklaw sonnt sich bei seiner Ankunft auf Schloß Ravenswood im Beifall der Festgesellschaft und versichert, den glanzvollen Weiterbestand der Familie Ashton zu garantieren. Enrico bittet ihn vorsorglich um Nachsicht für die traurige Stimmung seiner Schwester, die noch immer um ihre verstorbene Mutter trauere.

Lucia wird von ihrem Bruder erneut instruiert und schließlich gezwungen, den Heiratsvertrag zu unterschreiben. In diesem Augenblick dringt Edgardo in den Festsaal und fordert sein Recht als legitimer Bräutigam. Als ihm jedoch der unterschriebene Vertrag vorgelegt wird, entreißt er Lucia den Verlobungsring, verflucht ihre Liebe und verwünscht zugleich das ganze Haus, dem er seine Rache androht.

 

5. Bild

Edgardo verbringt die Nacht im Turm seines zerstörten Wohnsitzes. Draußen tobt ein schweres Unwetter. Enrico dringt bei ihm ein und reizt seinen Widersacher, bis dieser ihn zum Duell fordert, das am nächsten Morgen bei den Gräbern der Ravenswoods stattfinden soll.

 

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Auf Schloß Ravenswood geht die Hochzeitsfeier weiter, nachdem sich das Brautpaar zurückgezogen hat. Die ausgelassene Stimmung wird unterbrochen von Raimondo. Er berichtet, Lucia habe ihren Bräutigam im Hochzeitsbett getötet.

Ruhig tritt Lucia unter die entsetzten Gäste. In ihrer Geistesverwirrung beschwört sie Szenen der Vergangenheit herauf. Sie glaubt erneut, das Gespenst an der Quelle zu sehen, das sie von Edgardo trennen wolle. Dann aber phantasiert sie sich Edgardo herbei und wähnt sich schließlich mit ihm am Altar vereint.

Als Enrico zurückkehrt, weist Lucia ihm in einem Moment geistiger Klarheit die alleinige Schuld an dem Mord zu. Ihre Umwelt nimmt sie nicht mehr wahr, sie ruft nur noch nach ihrem Geliebten und ersehnt ihrer beider Vereinigung im Himmel.

 

7. Bild

Edgardo wartet bei den Gräbern seiner Familie auf Enrico. Noch immer hält er Lucia für schuldig. In seiner Verzweiflung hofft er, im Duell den Tod zu finden. Da erfährt er, daß Lucia im Sterben liegt. Noch bevor er zu ihr eilen kann, ertönt die Totenglocke, und Raimondo überbringt die Nachricht ihres Todes. Edgardo erkennt die Wahrhaftigkeit ihrer Liebe zu ihm und ersticht sich, bevor es die Umstehenden verhindern können. Sterbend wünscht er sich die Vereinigung mit Lucia im Himmel.