Otello - Inhaltsangabe

Otello: Anja Harteros, Raymond Very Giuseppe Verdi: Otello Otello: Claudio Sgura, Pavol Breslik

Otello

Giuseppe Verdi
Arrigo Boito

 

I. Akt

Otello, Gouverneur des unter venezianischer Herrschaft stehenden Zypern, hat in einer Seeschlacht die feindlichen Türken geschlagen. Ein gewaltiger Sturm tobt. Otellos Flotte kann sich in den Hafen einer zyprischen Stadt retten. Das Volk feiert die siegreichen Soldaten. Nur Jago und Roderigo stimmen nicht in den Jubel ein: Jago, Otellos Fähnrich, weil der Feldherr ihm Cassio bei der Ernennung zum Hauptmann vorgezogen hat; der venezianische Edelmann Roderigo, weil er unglücklich in Otellos Frau Desdemona verliebt ist.

Jago sinnt auf Rache an Otello. Während der Siegesfeier macht er Cassio betrunken und stachelt Roderigo zu einem Streit mit dem Hauptmann an. Sein Plan gelingt. Montano, Otellos Vorgänger als Gouverneur von Zypern, versucht, die Streitenden zu trennen. Cassio verwundet ihn. Otello, durch den Lärm in seiner Liebesnacht mit Desdemona gestört, degradiert Cassio. Schließlich bleiben Desdemona und Otello allein zurück und bekennen einander ihre Liebe.

 

II. Akt

Jago spinnt seine Intrige weiter. Heuchlerisch rät er Cassio, Desdemona um Fürsprache bei Otello zu bitten. Er selbst jedoch schürt in einem Gespräch mit Otello dessen Mißtrauen gegenüber Cassio. Gleich darauf setzt sich Desdemona bei ihrem Mann für Cassio ein. Otello wehrt aufgebracht ab. Mit dem Taschentuch, das er ihr als erstes Liebespfand schenkte, will sie seine Stirn trocknen. Otello wirft es wütend zu Boden. Jagos Frau Emilia hebt es auf. Jago entreißt es ihr.

Otello verlangt von Jago Beweise für Desdemonas Untreue. Jago berichtet von vermeintlichen Liebesworten Cassios zu Desdemona, im Traum geäußert, und von ihrem Taschentuch, das er in Cassios Händen gesehen habe. Otello ist nun von Desdemonas Schuld überzeugt. Zusammen mit Jago schwört er Rache.

 

III. Akt

Ein Herold verkündet die Ankunft der venezianischen Gesandten. Desdemona bittet ihren Mann erneut um Cassios Begnadigung. Otello wehrt ihr Ansinnen ab und fragt Desdemona statt dessen nach dem besagten Taschentuch. Sie kann es nicht finden. Nun gerät Otello in offene Wut und bezichtigt Desdemona des Ehebruchs.

Jago verwickelt Cassio in ein Gespräch, das von Otello belauscht wird. Er lenkt es so geschickt, daß Otello die frivolen Äußerungen Cassios über dessen Geliebte Bianca auf Desdemona beziehen muß. Als Otello Desdemonas Taschentuch, das Jago heimlich in Cassios Wohnung gebracht hatte, in den Händen des vermeintlichen Nebenbuhlers erblickt, hält er Desdemonas Untreue für bewiesen. Die venezianischen Gesandten nahen. Otello und Jago beschließen, Desdemona zu töten. Otello belohnt Jago mit dem Rang eines Hauptmanns.

Otello empfängt die von Lodovico geführte Delegation. Sie überbringt ihm den Befehl des Dogen, nach Venedig zurückzukehren und Cassio als seinen Nachfolger auf Zypern einzusetzen. Otello verliert die Beherrschung und schleudert Desdemona zu Boden. Alle Umstehenden sind entsetzt. Jago rät Roderigo, Cassio zu ermorden, um Otellos und Desdemonas Abreise zu verhindern. Otello treibt die Gesellschaft in äußerster Erregung auseinander und verflucht Desdemona, bevor er ohnmächtig zusammenbricht.

 

IV. Akt

Desdemona bereitet sich zur Nacht. Voll dunkler Ahnungen nimmt sie Abschied von Emilia. Nach dem Ave Maria legt sie sich nieder und schläft ein. Otello erscheint. Nach längerer Betrachtung küßt er sie, sie erwacht. Desdemona beteuert ihre Unschuld. Doch sie kann Otello nicht von ihrer Treue überzeugen. Otello erwürgt sie.

Als Emilia mit der Nachricht hereinstürzt, Cassio habe Roderigo getötet, entdeckt sie die tote Desdemona. Auf ihre Hilfeschreie eilen Lodovico, Cassio, Jago und Montano herein. Montano berichtet, Roderigo habe im Sterben Jagos intrigantes Spiel enthüllt. Jago flieht. Otello ersticht sich.

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