Orlando - Inhaltsangabe

Georg Friedrich Händel: Orlando. David Daniels Orlando: David Daniels Georg Friedrich Händel: Orlando. David Daniels

Orlando

Georg Friedrich Händel
Unbekannter Librettist, basierend auf einem Text von Carlo Sigismondo Capece nach Ludovico Ariost

 

Erster Akt

Zoroastro macht sich Sorgen: Der große Held Orlando hat sich in die fremde Prinzessin Angelica verliebt, die seit einiger Zeit in Dorindas Haus lebt, und zeigt seitdem kaum noch Interesse an Heldentaten. Zoroastros Aufforderungen, sich wieder mehr um seine militärischen Verpflichtungen zu kümmern, weist Orlando entschieden zurück. Auch Dorinda ist nicht entgangen, dass Orlando derzeit nur noch für die Liebe lebt. Angelica jedoch erwidert Orlandos Liebe nicht; ihr Herz gehört einem geheimnisvollen Helden namens Medoro, den sie nach einer Verwundung gesundgepflegt hat. Dabei half ihr Dorinda, die nun ebenfalls in Medoro verliebt ist.

Vergeblich versucht Orlando, Angelica mit Beweisen seiner Liebe für sich einzunehmen. Dorinda entdeckt Angelicas und Medoros bis dahin wohlgehütetes Geheimnis ihrer Liebe zueinander; ihre Hoffnungen auf ein Glück mit Medoro sind damit zerstört. Mit einem Schmuckstück bedanken sich Angelica und Medoro für Dorindas Hilfe und versuchen, der Untröstlichen Hoffnung zu machen, dass auch sie eines Tages die Liebe finden wird.

 

Zweiter Akt

Durch Dorinda erfährt Orlando von der Liebe Angelicas zu Medoro; das Schmuckstück, das Dorinda von den beiden erhalten hat, war ein Geschenk Orlandos an Angelica gewesen. In einem Wutanfall schwankt Orlando zwischen den Gedanken an Rache und an Selbstmord. Zoroastro warnt Angelica und Medoro vor Orlandos Zorn und verspricht, ihnen zu helfen. Angelica und Medoro beschließen, vor Orlando zu fliehen. Während Medoro das dazu Notwendige veranlasst, entdeckt Orlando Angelica, die sich nur knapp seinem Zugriff entziehen kann. Rasend vor Wut und Eifersucht verliert Orlando den Verstand.

 


Dritter Akt

Dorinda sorgt sich um Medoros Sicherheit. Zu ihrer Verblüffung überschüttet Orlando sie plötzlich mit Liebesschwüren; doch dann wird ihr klar, dass er sie in seinem Wahn nicht erkennt: Erst sieht er in ihr seine Geliebte, dann wieder einen Feind, den es anzugreifen und zu vernichten gilt. Angelica begreift, dass Orlandos vergebliche Liebe zu ihr diesen Wahnsinn ausgelöst hat. Während sie hofft, dass Orlando wieder zur Besinnung kommen möge, macht sich Dorinda ihre eigenen Gedanken über die Liebe.

Zoroastro sieht sich in seiner Theorie bestätigt, dass Liebende nur zu oft den Verstand verlieren. Er trifft Vorkehrungen, um Orlando zu heilen und auf den Weg des Ruhms zurückzuführen.

In seiner Raserei zerstört Orlando alles, was ihm in den Weg kommt. Dabei tötet er erst Medoro und dann auch Angelica. Als er schließlich erschöpft einschläft, führt Zoroastro den Heilungsprozess an ihm durch. Orlando kommt wieder zu sich und erfährt, was er in seinem Wahn alles angerichtet hat. Niedergeschlagen will er sich selbst töten – und wird daran gehindert von Angelica und Medoro, die nur scheinbar Orlandos Raserei zum Opfer gefallen und von Zoroastro vor dem Tod bewahrt worden waren. Orlando überwindet sich selbst, akzeptiert die Liebe Angelicas und Medoros und verkündet, sich fortan wieder ganz seinen Aufgaben als Kriegsheld widmen zu wollen. Zoroastro hat sein Ziel erreicht.

© Bayerische Staatsoper