Turandot - Inhaltsangabe

Turandot: Iréne Theorin Turandot: Yonghoon Lee, Serena Farnocchia, Alastair Miles Turandot: Markus Eiche, Yonghoon Lee, Emanuele D'Aguanno, Alexander Kaimbacher

Turandot

Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni

 

Turandot, Prinzessin aus Eis

Im Jahr 2046 steht das ehemals wohlhabende Europa ganz unter Chinas Herrschaft. Vor mehr als 30 Jahren hatte China Europa aus einer finanziellen Krise gerettet, indem es die Schulden, den Besitz und die natürlichen Ressourcen Europas komplett aufkaufte. China ist jetzt die neue Weltmacht.

Turandot, die Prinzessin aus Eis, kontrolliert gleich Big Brother jeden europäischen Bürger: Sie sollen auch den letzten Cent zurückzahlen und die Verschuldung ihrer Elterngeneration begleichen.

 

I. Akt

In einer kalten Eis-Arena warten die Bürger auf das große Spektakel der öffentlichen Hinrichtungen. Der Mandarino, virtueller Vertreter der Turandot, gibt bekannt, dass Prinzessin Turandot nur den Prinzen heiraten werde, der ihre drei Rätsel löst. Da der letzte Kandidat – immerhin der Prinz von Persien – die Rätsel nicht lösen konnte, soll er geköpft werden. Als Appetitanreger für die Hinrichtung wird ein Eishockey-Spiel gegeben. Im Gedränge fällt Timur, ein blinder Alter, zu Boden. Seine Dienerin Liù bittet um Hilfe. Ein Fremder, dessen Namen Calaf niemand weiß, eilt herbei und erkennt in dem Mann seinen eigenen Vater, den ehemaligen König der Tartaren, der fliehen musste und seinen Sohn für tot hielt.
Das Spektakel der Hinrichtung schreitet voran. Nach dem Einzug des Henkers Pu-Tin-Pao und seiner Helfer wird der Prinz von Persien vorgeführt und erregt das Mitleid des Publikums. Die Menschen verhüllen ihre Augen vor Prinzessin Turandot, die ungerührt das Zeichen zur Hinrichtung gibt. Ungeachtet dessen ist Calaf geblendet von der Schönheit der Prinzessin und beschließt trotz der Warnungen von Timur, Liù und den Ministern Ping, Pang und Pong, sich mit drei Gongschlägen als neuer Kandidat anzukündigen.

 

II. Akt

Ping, Pang und Pong beklagen die Opfer von Turandots Willkür. Unter dem Einfluss von Alkohol ersehnen sie bessere Zeiten und Frieden in ihrer Heimat. Erinnerungen und Sehnsucht an ein warmes und sinnliches Leben treten vor ihr geistiges Auge.

Das Volk, ordentlich und effizient, bereitet das Spektakel der Brautwerbung des neuen Kandidaten vor. Vor dem Eis-Wolkenkratzer des öffentlichen Fernsehens findet eine Parade für den Kaiser statt. Kaiser Altoum versucht erfolglos, den unbekannten Prinzen von seinem Abenteuer abzuhalten. Da erscheint die Prinzessin aus Eis: Sie erzählt die Geschichte ihrer Vorfahrin, Prinzessin Lo-u-ling, die von einem Fremden – wie Calaf – vergewaltigt wurde, und deren Leid sich tief in ihre Seele eingegraben habe. Aus diesem  Grund schütze sie sich durch das grausame Werbungsritual und stelle jedem Anwerber vor drei Rätsel. Calaf jedoch löst ein Rätsel nach dem anderen. Die Eishülle der Prinzessin schmilzt. Nachdem der ihr unbekannte Prinz das letzte Rätsel gelöst hat, fordert dieser seinen Preis. Doch Turandot fleht zu ihrem Vater, er möge sein Versprechen brechen und sie nicht dem Fremden ausliefern. Calaf bietet Turandot daraufhin seinerseits ein Rätsel an: Wenn sie bis zum nächsten Morgen seinen Namen errate, ginge er in den Tod.

 

III. Akt

Niemand schläft in der Stadt. Alle Bürger wollen den Namen des Fremden wissen. Ping, Pang und Pong dringen auf Calaf ein, der sich ihren Bestechungsversuchen widersetzt. Hierauf werden Timur und Liù, die mit dem Fremden zusammen gesehen worden sind, herangeschleppt. Da sie um die wahre Identität des Fremden zu wissen scheinen, fordert Turandot den Namen des erfolgreichen Kandidaten. Liù stellt sich vor Timur und behauptet, nur ihr allein sei der Name bekannt. Der Folterknecht Pu-Tin-Pao wird gerufen, um sie der Bambusfolter zu unterziehen, bei der ein Bambus langsam durch den Körper des Opfers wächst. Doch Liù schweigt und gesteht Turandot, dass die Liebe ihr Kraft für dieses Opfer gebe.  Sie bringt sich um, ohne den Namen verraten zu haben.
Doch Liùs Opfer verwandelt die Gesellschaft. Die alte Tao-Philosophie lebt auf, und Turandot versteht die Bedeutung der Liebe.

Hier endet Puccinis Manuskript. Liù ist jetzt Poesie...

Carlus Padrissa
Übersetzung: Esteban Muñoz