Tamerlano - Inhaltsangabe

Georg Friedrich Händel: Tamerlano Georg Friedrich Händel: Tamerlano Georg Friedrich Händel: Tamerlano. David Daniels

Tamerlano

Georg Friedrich Händel
Nicola Francesco Haym nach Agostino Piovene und Ippolito Zanelli

 

Erster Teil

Der Tartarenherrscher Tamerlano hat den türkischen Sultan Bajazet in der Schlacht von Ankara besiegt; seitdem leben Bajazet und dessen Tochter Asteria als Gefangene im Palast Tamerlanos. Der griechische Thronerbe Andronico, ein Verbündeter des Tamerlano, versucht, Bajazet das Los der Gefangenschaft zu erleichtern, da er und Asteria einander lieben.

Um Andronico für dessen Verdienste zu belohnen, bietet Tamerlano ihm an, ihn mit Irene, der Erbin des Königreichs Trapezunt, zu verheiraten. Zwar ist er selber mit Irene verlobt, doch er hat sich in Asteria verliebt und daher beschlossen, auf das Bündnis mit der ihm noch unbekannten Prinzessin zu verzichten. Als Tamerlano Asteria verkündet, sie zur Frau nehmen zu wollen und dass Andronico Irene heiraten wird, fühlt Asteria sich von Andronico verraten.

Irene erfährt durch Andronico von Tamerlanos Sinneswandel. Unterstützt von seinem Freund Leone überredet Andronico die Prinzessin, sich als ihre eigene Botin auszugeben und so unerkannt Tamerlano womöglich doch noch für sich zu gewinnen.

Tamerlano informiert Andronico, dass Asteria der Vermählung mit ihm zugestimmt habe. Andronico befürchtet, Asteria verloren zu haben, und setzt seine Hoffnung auf Bajazet, der einer Verbindung Asterias mit Tamerlano niemals zustimmen würde.

Leone präsentiert Irene als Botin der Verlobten Tamerlanos. Diese klagt den Herrscher und Asteria wegen des Irene zugefügten Unrechts an. Tamerlano bekennt seine Schuld gegenüber Irene, betont jedoch, dass die Ehe mit dem griechischen Prinzen eine durchaus akzeptable Alternative für die Prinzessin sei. Irene hingegen ist noch nicht bereit, ihre Hoffnungen auf die Ehe mit Tamerlano aufzugeben.


Zweiter Teil

Bajazet macht Andronico bittere Vorwürfe, Asteria nicht von ihrem Jawort an Tamerlano abgehalten zu haben, und beschließt, die Verbindung seiner Tochter mit seinem Feind unter allen Umständen zu verhindern.

Wütend konfrontiert Bajazet Tamerlano und Asteria und gerät mit seinem Gegner in einen heftigen Streit. Andronico und Irene begegnen Asteria nunmehr mit offener Verachtung, und Bajazet fordert seine Tochter auf, das Maß ihres Verrats vollzumachen und ihn zu töten. Nun vermag Asteria sich nicht mehr länger zu verstellen und erklärt, dass sie Tamerlanos Antrag nur zum Schein angenommen hat, um dadurch in seine Nähe zu gelangen und ihn ermorden zu können. Während Bajazet, Andronico und Irene Asteria Abbitte leisten, kündigt Tamerlano an, Bajazet und Asteria grausam zu bestrafen.

Bajazet gelingt es, Asteria einen Teil des Giftes zukommen zu lassen, das er heimlich bei sich trägt; er hofft, dass sie sich damit neuen Demütigungen seitens Tamerlano durch den Tod entziehen können.

Tamerlanos Gefühle für Asteria sind noch nicht erloschen; er ist bereit, ihr noch eine Chance zu geben. Doch nun hält Andronico sich nicht mehr länger zurück und gesteht offen seine Liebe zu Asteria. Als sich auch Asteria zu ihrer Liebe zu dem Prinzen bekennt, schlägt Tamerlanos Zuneigung in Hass um, und er befiehlt, Bajazet hinzurichten und Asteria den Sklaven zu übergeben. Asteria bittet ihn, ihren Vater zu verschonen, was Bajazet zum Anlass nimmt, Tamerlano erneut zu beschimpfen. Tamerlano ändert seinen Sinn und beschließt, Asteria, Bajazet und Andronico öffentlich zu erniedrigen.

Leone ermutigt Irene, den nunmehr freigewordenen Platz an Tamerlanos Seite für sich in Anspruch zu nehmen; doch noch ist Irene nicht davon überzeugt, dass Tamerlano sich innerlich ganz von Asteria gelöst hat.

Tamerlano befiehlt Asteria, ihn wie eine Sklavin zu bedienen und ihm den Kelch zu reichen. Heimlich schüttet Asteria das von ihrem Vater erhaltene Gift in den Trunk, doch Irene beobachtet sie dabei und warnt Tamerlano, wobei sie sich dem Herrscher endlich als Prinzessin von Trapezunt zu erkennen gibt. Tamerlano befiehlt Asteria, zuerst ihren Vater oder ihren Geliebten aus dem Kelch trinken zu lassen. Damit ist auch Asterias zweiter Mordplan gescheitert. Andronico kann im letzten Moment verhindern, dass Asteria sich in ihrer Qual selbst vergiftet. Um seine Gegner weiter zu demütigen, ordnet Tamerlano an, dass Asteria vor den Augen ihres Vaters von Sklaven vergewaltigt werden soll.

Nun sieht Bajazet für sich nur noch einen Weg, Tamerlano zu besiegen. Er nimmt das Gift, das er bei sich trägt, und droht seinem Feind sterbend mit unversöhnlicher Rache selbst im Tode.

Betroffen durch Bajazets Suizid, kommt Tamerlano zur Besinnung. Er bekennt sich zu Irene und schenkt Asteria und Andronico die Freiheit.


Ingrid Zellner
© Bayerische Staatsoper