La Cenerentola (Opernstudio) - Inhaltsangabe

La Cenerentola: Das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper La Cenerentola. Tara Erraught La Cenerentola. Nam Won Huh, Tara Erraught, Il Hong, Todd Boyce

La Cenerentola (Opernstudio)

Gioachino Rossini
Jacopo Ferretti

 

Cenerentola ist als Waise mit ihrem Stiefvater und den beiden Halbschwestern Tisbe und Clorinda aufgewachsen. Ihre Mutter, eine Witwe hatte sie in eine zweite Ehe gebracht und ihrem zweiten Mann, Magnifico, zwei weitere Töchter geboren, bevor sie gestorben ist. Die junge Frau wird zuhause von ihrer Familie weggesperrt und seelisch erniedrigt. Alle drei Frauen sind im heiratsfähigen Alter, doch kommt im Haus ihres Vaters kaum ein Mann vorbei. So träumen Clorinda und Tisbe von einem möglichen Liebhaber und vertreiben sich die Zeit damit, sich um Kosmetik und Garderobe zu kümmern, während Cenerentola sich um das langsam verfallende Haus und den Haushalt sorgt. Magnificos Wunsch nach einem männlichen Erben hat sich nie erfüllt und so sieht er seine einzige Chance auf Aufstieg und Glück nur in der Möglichkeit, seine beiden leiblichen Töchter schnell an wohlhabende Männer zu verheiraten. Er verbringt die meiste Zeit des Tages im Bett und träumt sich in bessere Zeiten.

Die Mädchen erreicht die Nachricht, dass ein junger Prinz auf Brautsuche die Häuser der Umgebung seines Schlosses abklappert, um alleinstehende junge Frauen persönlich auf ein Fest einzuladen. Diese Nachricht versetzt Clorinda und Tisbe in hysterische Vorfreude. Der Vater, als er von der Nachricht hört, fordert die Töchter auf, mit größtmöglichem Einsatz in diesen Heiratswettbewerb zu gehen. Ein junger, ungeschickter Mann, Ramiro, scheinbar Diener und Vorbote des Prinzen, betritt das Haus und stolpert Cenerentola in die Arme. Die beiden empfinden sofort große Zärtlichkeit füreinander. Der Prinz macht den Töchtern Magnificos mit Schmeicheleien den Hof und schleppt sie auf das Schloss ab. Cenerentola kommt dem aufbrechenden Stiefvater in die Quere und fleht ihn vor dem Prinzen und seinem Diener an, sie auch für eine Weile auf das Fest gehen zu lassen. Magnifico versucht vergeblich, sie mit Gewaltandrohungen zum Schweigen zu bringen.

Der Vertreter einer Behörde behauptet die schriftlich bewiesene Existenz einer dritten Tochter und verlangt, diese zu sehen. Magnifico erklärt das Mädchen für verstorben und bezeichnet Cenerentola auf die Fragen der Männer hin als Dienstmagd. Alle beargwöhnen Magnificos groben Umgang mit der jungen Frau, sind aber froh, irgendwann endlich zum Fest aufzubrechen. Der unbekannte Besucher in Zivil entpuppt sich als Bote des Himmels. Er spricht Cenerentola Mut zu und beschafft ihr die nötigen Mittel, auf das Fest zu gehen.

Auf dem Schloss bedient sich Magnifico mit Erlaubnis des Prinzen ungehemmt am Weinkeller. Der Prinz bedient sich derweil an den freigiebigen Töchtern Magnificos, verliert aber bald die Lust an ihnen und macht sich vor Ramiro über ihre Dummheit lustig. Uneingeladen erscheint eine verschleierte Unbekannte. Alle sind bezaubert von der Aura, die sie umgibt, erkennen aber Cenerentola nicht. Ramiro verliebt sich ein zweites Mal am gleichen Tag. Die Unbekannte scheint sich für ihn zu interessieren, bevor sie sich davonmacht, gibt sie ihm einen ihrer Schuhe und fordert ihn auf, nach ihr zu suchen.

Das Auftauchen der Unbekannten hat das ausschweifende Fest für eine Weile unterbrochen, aber beim Essen kommen alle recht schnell wieder in Stimmung.
Ramiro, der der eigentliche Prinz ist und nur für eine Weile mit seinem Diener Dandini die Rolle getauscht hatte, fühlt das erste Mal im Leben echte Liebe. Er beendet den Rollentausch, entscheidet, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und begibt sich auf die Suche nach der Unbekannten. Dandini, eben noch Prinz und jetzt wieder Diener, enthüllt Magnifico das Spiel und nicht ohne Genugtuung wirft er alle aus dem Palast.

Als wäre der nächtliche Ausflug nur ein Traum gewesen, findet sich Cenerentola zuhause wieder. Sturm und Regen scheinen das verfallende Haus vollends zu zerstören. Cenerentola wünscht ein neues Wunder: der Sturm legt sich und gleichzeitig treffen all jene ein, die sich eben noch auf dem Schloss befanden: ihre Halbschwestern, ihr Stiefvater, der Prinz Ramiro und dessen Diener Dandini. Ramiro erkennt in Cenerentola die beiden Frauen wieder, in die er sich verliebt hat. Sie muss erkennen, dass der liebenswerte junge Mann vom Vortag ein Prinz ist. Ramiro macht Cenerentola einen Heiratsantrag, Cenerentolas Familie amüsiert der scheinbar gelungene Scherz, bis ihnen das Lachen vergeht. Cenerentola heiratet den Prinzen, sie vergibt ihrer Familie und bittet ihren Stiefvater und ihre Schwestern, ihr Glück zu teilen und weiter bei ihr zu leben.