Götterdämmerung - Inhaltsangabe

Götterdämmerung: Anna Gabler (Gutrune), Nina Stemme (Brünnhilde) Götterdämmerung: Nina Stemme (Brünnhilde), Stephen Gould (Siegfried), Anna Gabler (Gutrune), Chor un Götterdämmerung: Stephen Gould (Siegfried), Chor und Statisterie

Götterdämmerung

Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten

 
Vorspiel

Die drei Nornen, Töchter der allwissenden Erda, spinnen das Schicksalsseil und erinnern noch einmal an die Vorgeschichte: Wotan hatte vom Quell der Weisheit getrunken, ein Auge eingebüßt und sich aus der Weltesche einen Speer geschnitzt, mit dessen eingeritzten Gesetzen er sich die Weltherrschaft sicherte. Siegfried zerschlug ihm im Zweikampf den göttlichen Speer mit seinem Schwert Nothung. Die Esche ist seither verdorrt, die Quelle versiegt. Wotan ließ um die Götterburg Walhall das Holz der Weltesche aufschichten und erwartet nun sein Ende. Weiter in die Zukunft können die Nornen nicht sehen, denn plötzlich reißt das Seil: die Götterdämmerung beginnt.

Nach inniger Zweisamkeit verlässt Siegfried Brünnhilde und schenkt ihr als Zeichen seiner Treue und Liebe den Ring des Nibelungen. Zu seinem Schutz zeichnet Brünnhilde Runen auf seinen Leib, spart aber seinen Rücken aus. Sie überlässt ihm ihr Pferd Grane. Sie versichern sich ihrer Liebe und nehmen Abschied.

Erster Aufzug

Die Gibichungen herrschen uneingeschränkt am Rhein. Beide Königskinder, Gunther und Gutrune, wollen mit der richtigen Heirat ihren Reichtum und ihre Macht besiegeln. Hagen, der Sohn Alberichs, ist auf den Besitz des Rings der Nibelungen aus, der die Weltherrschaft verspricht. Er berichtet seinem Halbbruder Gunther von der schönsten Frau der Welt, die nur der stärkste Held aus ihrem Feuerring befreien könne: Brünnhilde. Siegfried sei dieser Held, der nach dem Tod seiner Zwillingseltern im Wald aufwuchs, den Drachen bezwang, den Ring des Nibelungen und den Schatz erbeutete. Hagen schlägt vor, dass Gunther sich mit Siegfrieds Hilfe Brünnhilde erobere und Gutrune ihm einen Vergessenstrunk anbieten möge. Mit diesem Trank verlöre der Held die Erinnerung an seine frühere Liebe und verliebe sich gleichzeitig in Gutrune. Tatsächlich taucht Siegfried am Hof auf, und Hagens Plan wird Schritt für Schritt wahr: Der heimatlose Siegfried, froh, in eine Herrscherfamilie aufgenommen zu werden und gefügig gemacht durch den Trank, will durch seine Tarnkappe Brünnhilde für Gunther erobern und Gutrune heiraten. Dem gemeinsamen Vorhaben der Doppelhochzeit wird mit einer Blutsbrüderschaft zwischen Siegfried und Gunter Nachdruck verliehen.

Die Walkürenschwester Waltraute sucht Brünnhilde trotz väterlichen Verbots in ihrer Einöde auf, um ihr vom erwarteten Ende der Götter und Wotans letztem Wunsch zu berichten: Wenn der Ring des Nibelungen dem Rhein zurückzugeben würde, wäre die Welt von Fluch und Unheil befreit. Brünnhilde schlägt dies aus.

Für sie ist der Ring ein Liebespfand, das mehr wiegt als das Wohl der Götter. Kaum hat Brünnhilde die Schwester vertrieben, glaubt sie Siegfrieds Rückkehr zu erleben. Stattdessen tritt ihr ein fremder Mann – Siegfried in Gestalt Gunthers – entgegen, der ihr den Ring entreißt und sie zur Brautnacht zwingt. Zum Zeichen der Treue gegenüber seinem Blutsbruder Gunther legt Siegfried dabei sein Schwert zwischen sich und die Braut.

Zweiter Aufzug

Im Schlaf wird Hagen von seinem Vater überrascht, der ihn als Werkzeug gezeugt hat, um sich den Ring zurückzuerobern. Zum Hass erzogen, sagt sich Hagen von ihm los, um den Ring einzig für sich zu gewinnen. Siegfried berichtet Hagen und Gutrune von der geglückten Brautfahrt; Hagen ruft seine Mannen zusammen. Sie sollen die Ankunft des Paares gebührend vorbereiten. Brünnhilde wird von Gunther als seine Braut vorgeführt. Sie bemerkt, dass Siegfried sie nicht mehr erkennt und eine andere liebt. Schließlich entdeckt sie den Ring an seiner Hand, von dem sie glaubt, Gunther habe ihn sich gewaltsam genommen, um sie zur Braut zu wählen. Verletzt durch den doppelten Betrug, bezichtigt Brünnhilde Siegfried öffentlich des Treuebruchs. Siegfried nimmt in seiner Verblendung ihren Zorn nicht ernst und will Hochzeit feiern. Gekränkt verrät Brünnhilde Hagen die Stelle, an der Siegfried verwundbar ist. Zusammen mit Gunther beschließen sie, Siegfried auf der Jagd zu ermorden. Gunther und Brünnhilde glauben sich auf diese Weise gerächt, Hagen indes spekuliert nur auf den Ring.

Dritter Aufzug

Auf der Jagd begegnet Siegfried den Rheintöchtern, die von ihm die Rückgabe des Rings verlangen und ihm den Tod voraussagen. Siegfried glaubt ihren Verführungen und Drohungen nicht. Bei einer Jagdrast erzählt er Gunther und Hagen seine Lebensgeschichte und erhält durch einen neuen Trank die Erinnerung an sein Liebesglück mit Brünnhilde zurück. Gunther sieht sich nun endgültig betrogen. Hagen sticht dem ahnungslosen Helden den Speer in den ungeschützten Rücken. Sterbend nimmt Siegfried Abschied von seiner Geliebten.

Aufgescheucht von schlechten Träumen erwartet Gutrune die Rückkehr Siegfrieds, doch Hagen berichtet ihr von dessen Tod. Gutrune klagt ihre Brüder des Mordes an. Hagen bekennt sich zur Tat als Rache für Siegfrieds Meineid und fordert den Ring für sich. Gunther stellt sich ihm entgegen, Hagen erschlägt auch ihn. Brünnhilde folgt ihrem geliebten Sieg fried in den brennenden Scheiterhaufen, gibt zuvor den Ring dem Rhein zurück, legt Feuer an Walhall und vollzieht so das Ende der Götterherrschaft. Hagen stürzt sich beim Anblick der Rheintöchter in die Flut, um ihnen den Ring zu entreißen. Er ertrinkt.