Le nozze di Figaro - Inhaltsangabe

Le nozze di Figaro: Vito Priante, Hanna-Elisabeth Müller Le nozze di Figaro: Ensemble und Chor Le nozze di Figaro: Hanna-Elisabeth Müller, Rachel Frenkel, Johanni van Oostrum

Le nozze di Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart
Lorenzo da Ponte

 

I. Akt

Graf Almaviva begehrt Susanna, die Braut seines Kammerdieners Figaro. Mit Geld und schönen Worten will er von Susanna das bekommen, worauf er offiziell verzichtet hat: das Recht der ersten Nacht. Da es dabei wohl nicht bleiben soll, hat der Graf den beiden ein Zimmer zugewiesen, das er leicht erreichen kann. Figaro ist ganz und gar mit der Einrichtung dieses Zimmers beschäftigt, während ihn Susanna über die wahren Absichten des Grafen aufklärt. Figaro fühlt sich der bevorstehenden Auseinandersetzung gewachsen, er vertraut auf seine List und die Kunst der Intrige.

Gefahr droht aber nicht nur vom Grafen; Marcellina glaubt sich berechtigte Hoffnungen auf eine Heirat mit Figaro machen zu können. Der Schuldschein über ein Darlehen, das sie ihm gegeben hat, verpflichtet Figaro zur Heirat, falls er nicht bezahlen kann. Marcellinas Forderung will Dr. Bartolo vor Gericht vertreten. Weitere Verwirrung stiftet der Page Cherubino, der jedem weiblichen Wesen in pubertärer Begeisterung zugetan scheint. Schon einmal ist er dem Grafen ins Gehege gekommen: bei der Gärtnerstochter Barbarina. Da der Graf ihn deshalb entlassen hat, sucht er die Fürsprache der Gräfin durch Vermittlung Susannas zu erreichen. Die Dinge überstürzen sich: Als überraschend der Graf auftaucht, versteckt sich Cherubino, und als der Musiklehrer Basilio eintritt, verbirgt sich auch der Graf. Als der feststellen muß, daß Cherubino der Mitwisser seiner Werbung um Susanna geworden ist, ernennt er ihn zum Offizier, um ihn loszuwerden. Figaro hat inzwischen seine Inszenierung begonnen: Er hat die weiblichen Untertanen des Grafen mobilisiert, um diesem für den Verzicht auf das Recht der ersten Nacht zu danken. Die Überraschung des Grafen will er dazu nutzen, ihn zu der sofortigen Vollziehung der Trauung zu bringen. Doch der verschafft sich Aufschub durch das Versprechen eines großen Festes; er hofft auf Marcellinas Einspruch.

 

II. Akt

Die Gräfin trauert der verlorenen Liebe nach; sie ist zu fast allem bereit, um ihren Gatten für sich zurückzugewinnen. Sie stimmt deshalb Figaros Plan zu, durch einen anonymen Brief die Eifersucht des Grafen zu wecken. Zugleich soll Susanna ihm das erwünschte Rendezvous versprechen. Statt ihrer soll sich aber Cherubino in ihrem Hochzeitskleid einfinden.

Gerade als Cherubino für diese Rolle umgezogen wird, kehrt der Graf vorzeitig von der Jagd zurück. Sein Mißtrauen, angefacht durch den anonymen Brief, findet sich bestätigt durch die Tatsache, daß die Tür zu den Zimmern der Gräfin verschlossen ist. Als die Gräfin ihn einläßt und er Lärm aus dem Schlafzimmer hört, dies aber ebenfalls verschlossen findet, ist ihm klar: er wird betrogen. Da die Gräfin sich weigert, ihm den Schlüssel zu geben, will er die Tür gewaltsam öffnen. Um das dazu nötige Werkzeug zu holen, verläßt er mit der Gräfin den Raum und verschließt ihn.

Susanna, die sich unbemerkt in einem Nebenraum aufgehalten hat, gelingt es, den Platz mit Cherubino zu tauschen. Der Page entkommt durch einen Sprung aus dem Fenster.

Nachdem das Grafenpaar zurückgekehrt ist, gesteht die Gräfin die Wahrheit: die Anwesenheit Cherubinos. Doch aus dem Schlafzimmer tritt Susanna – zur Überraschung der Gräfin und des Grafen. Geistesgegenwärtig stellt die Gräfin diese Überraschung als eine inszenierte Lektion dar, um den Grafen für seine Eifersucht zu strafen. Nur mit Mühe gelingt es diesem, Versöhnung und Verzeihung zu erlangen.

Leider ist der Sprung aus dem Fenster nicht unbeobachtet geblieben: der Gärtner Antonio führt Klage gegen einen Mann, der seine Blumen zerstört hat. Das im Blumenbeet gefundene Offizierspatent verweist auf Cherubino. Doch gelingt es Figaro, mit Hilfe der Gräfin und Susannas die Schuld auf sich zu nehmen. Der Akt endet tumultuarisch: Marcellina und ihre Mitstreiter erheben offizielle Klage gegen Figaro.

 

III. Akt

Eine neue Intrige wird geschmiedet, die Gräfin übernimmt die Initiative. Susanna soll dem Grafen ein Rendezvous versprechen, erscheinen wird aber die Gräfin in Susannas Hochzeitskleid.

Der Graf glaubt sich am Ziel seiner Wünsche, erkennt aber durch eine Äußerung Susannas, daß er hingehalten werden soll. Er weist den Richter Don Curzio an, das Urteil zu vollziehen: Figaro muß seine Schulden bezahlen oder Marcellina heiraten. Bei der Urteilsverkündung lösen sich geradezu märchenhaft die Verwicklungen, als sich herausstellt, daß Figaro Marcellinas und Bartolos Sohn ist, der im Säuglingsalter von Räubern entführt wurde. Nun wird es zur Doppelhochzeit kommen: Marcellina heiratet Bartolo, Susanna ihren Figaro. Die Intrige ist aber noch nicht zu Ende. Die Gräfin diktiert Susanna einen Brief an den Grafen, in dem der Ort des abendlichen Treffens genannt wird. Die Mädchen des Dorfes bringen der Gräfin ihre Huldigung dar, unter ihnen Barbarina und der verkleidete Cherubino. Wieder wird der Page entdeckt, aber gerettet durch Barbarina, der der Graf im Austausch gegen Zärtlichkeiten einige Versprechungen gemacht hat.

Bei der Trauungszeremonie steckt Susanna dem Grafen den Brief zu. Verschlossen ist der Brief mit einer Nadel. Diesmal vertraut der Graf der Verabredung.

 

IV. Akt

Figaro trifft auf Barbarina, die als Botin des Grafen die Nadel als Bestätigung an Susanna zurückbringen soll. Während sie die verlorene Nadel sucht, erfährt er von der bevorstehenden Verabredung. Die dahinterstehende Intrige kennt er nicht. Außer sich vor Eifersucht schwört er Rache, mit der er allen betrogenen Ehemännern ein Beispiel geben will. Deshalb veranlaßt er alle Beteiligten, zum Schauplatz des Treffens zu kommen. Der Kleidertausch funktioniert. Cherubino und Figaro halten die Gräfin ebenso für Susanna wie der Graf, der ihr glühende Liebeserklärungen macht. Voller Eifersucht stört der lauschende Figaro die Szene. Diese Gelegenheit benutzt die als Gräfin verkleidete Susanna, um sich Figaro zu nähern, der die Verkleidung schnell erkennt.

Der Graf ertappt die beiden und will strenges Gericht für die vermeintliche Ehebrecherin. Doch nun gibt sich die Gräfin im Kleide Susannas zu erkennen. Vor allen, die er selbst als Zeugen herbeigerufen hatte, muß der Graf beschämt seine Vorwürfe zurücknehmen und sich selbst als schuldig bekennen. Die Gräfin verzeiht ihm; das Fest kann beginnen.


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