Die Bassariden - Inhaltsangabe

Hans Werner Henze: Die Bassariden. Michael Volle, Gabriele Schnaut, Eir Inderhaug Hans Werner Henze: Die Bassariden Hans Werner Henze: Die Bassariden. Nikolai Schukoff

Die Bassariden

Hans Werner Henze
Wystan Hugh Auden, Chester Kallman nach Euripides

 

König Pentheus, der neue Herrscher der Stadt Theben, stellt den Volksglauben an die Verbindung seiner Tante Semele mit dem Göttervater Zeus in Frage und somit den Wahrheitsgehalt der Legende um die Geburt des Dionysos.
Pentheus will nicht wahrhaben, dass die Götter sich fleischlicher Lust hingeben. Sinnlichkeit setzt er gleich mit Unreinheit.
Und da Pentheus sich reine Götter wünscht, er selbst ein reiner Herrscher sein will, verbietet er den Kult um Dionysos, den Gott des Rausches.

Doch ein Fremder erscheint in Theben und verführt das Volk zu geheimnisvollen Riten auf dem nahen Berg Kytheron. Man sagt, er sei ein Priester des Dionysos. Der greise Seher Teiresias und schließlich auch die Mutter von Pentheus, Agaue und ihre kleine Schwester Autonoe folgen ebenfalls dem Ruf des Fremden.

Niemand scheint den Weisungen des Pentheus zu gehorchen. Er verhört seine eigene Mutter, um näheres über die Riten zu erfahren. Endlich stellt er sich einem Gespräch mit dem Fremden selbst. Dieser fordert ihn auf, sich nicht länger dem Gott Dionysos und seiner Macht zu widersetzen.

Als Pentheus den Fremden festnehmen will, erschüttert ein Erdbeben die Stadt. Die Gefangenen, darunter auch Agaue und Autonoe können in der Unruhe entkommen und fliehen auf den Kytheron.

Nur der Fremde bleibt und gewinnt nach und nach das Vertrauen von Pentheus, der sich plötzlich in Isolation befindet. Pentheus bedrängt den Fremden: Was hat es mit den Riten auf sich? Wer ist rein, wer unrein? Und was ist seine Mutter? Des Fremden Antwort ist rätselhaft: Die Reinen sind rein, die Unreinen unrein, dort wie überall.

In einer Vision erscheint Pentheus die eigene Mutter als lüsterne Venus, die gemeinsam mit Autonoe den Hauptmann seiner Wache verführt.

Pentheus will Gewissheit; er will selbst auf den Kytheron und die kultischen Vorgänge beobachten. Der Fremde rät ihm, Frauenkleider zu tragen, um unerkannt zu bleiben. Pentheus wehrt sich nicht dagegen.

Beroe, die Amme von Pentheus und auch Kadmos, sein Grossvater, haben in dem Fremden Dionysos längst erkannt.

Auf dem Kytheron hetzt Dionysos nun seine Anhängerinnen, darunter Agaue und Autonoe, auf den Feind und Eindringling Pentheus. Agaue erschlägt ihren eigenen Sohn.

Am nächsten Morgen bringt Kadmos die in die Stadt zurückgekehrte Agaue zur Besinnung: Sie begreift, den abgeschlagenen Kopf des Pentheus im Arm, ihre Tat.

Dionysos gibt sich allen zu erkennen und erklärt die Motivation seines Handelns. Er wollte Rache für die Missachtung, die ihm von Pentheus widerfuhr, und er hat Rache genommen Unerbittlich straft er weiterhin die Familie des Pentheus mit Tod und Verbannung.

Agaue muss für alle stellvertretend die Frage tun, ob Gott zu sein bedeutet, ein Unmensch zu sein.

Den Übrigen bleibt nichts anderes, als scheu die Macht des Dionysischen, des
Leben bringenden und Leben nehmenden, anzuerkennen. Doch ist das Dionysische
göttlich?

Christof Loy

© Bayerische Staatsoper