Falstaff - Inhaltsangabe

Giuseppe Verdi: Falstaff. Ambrogio Maestri Giuseppe Verdi: Falstaff. Anthony Mee, Simon Keenlyside, Anatoli Kotscherga Giuseppe Verdi: Falstaff. Anja Harteros, Marjana Lipovsek, Chen Reiss, Ann-Katrin Naidu

Falstaff

Giuseppe Verdi
Arrigo Boito

 

I. Akt, 1. Bild

Sir John Falstaff residiert mit seinen Dienern Bardolfo und Pistola im Gasthaus "Zum Hosenbande" in Windsor. Dr. Cajus beschuldigt die beiden Diener, ihn betrunken gemacht und ausgeraubt zu haben. Als sie diese Vorwürfe zurückweisen und Falstaff sich auf ihre Seite stellt, verläßt Dr. Cajus wütend das Gasthaus.

Falstaffs Barschaft reicht nicht mehr aus, um die Rechnung des Wirts zu begleichen. Deshalb hat der Ritter Liebesbriefe an zwei Damen in Windsor geschrieben: Alice Ford und Meg Page, die beide mit vermögenden Männern verheiratet sind. Bardolfo und Pistola weigern sich, die Briefe zu überbringen, da solche Kuppeldienste gegen ihre Ehre verstoßen. Daraufhin hält ihnen Falstaff eine Moralpredigt über die Ehre – in seinen Augen ein leeres Wort ohne praktischen Nutzen – und wirft sie hinaus.


I. Akt, 2. Bild

Falstaffs junger Page hat Alice und Meg die Briefe zugestellt. Bald entdecken die beiden Freundinnen, daß jede von ihnen die gleiche Liebeserklärung von Falstaff erhalten hat. Zusammen mit ihrer Nachbarin Mrs. Quickly und Alices Tochter Nannetta schmieden sie einen Plan, um Falstaff hereinzulegen.

Bardolfo und Pistola verraten währenddessen Falstaffs Absichten an Mr. Ford, Alices eifersüchtigen Ehemann. Dr. Cajus, den Ford als Gatten für Nannetta ausersehen hat, stimmt in die Schimpftiraden gegen Falstaff ein. Gemeinsam entwickeln sie eine Strategie, wie sie es dem Ritter heimzahlen und zugleich Alices Treue auf die Probe stellen können.

In all dem Trubel gelingt es Nannetta und dem jungen Fenton, sich heimlich zu treffen und sich ihrer gegenseitigen Liebe zu versichern.


II. Akt, 1. Bild

Bardolfo und Pistola kehren scheinbar reumütig in Falstaffs Dienste zurück. Mrs. Quickly überbringt dem Ritter Botschaften von Alice und Meg: Beide seien heftig in ihn verliebt, und Alice lasse Falstaff ausrichten, ihr Gatte sei jeden Tag zwischen zwei und drei Uhr nicht zu Hause. Falstaff versichert, Alice pünktlich zu dieser Stunde aufzusuchen.

Kaum ist Mrs. Quickly gegangen, meldet Bardolfo einen neuen Besucher an. Unter falschem Namen sowie mit Wein und einem vollen Geldbeutel bewaffnet sucht Ford die Bekanntschaft Falstaffs. Er behauptet, daß er in Alice verliebt sei und von ihr abgewiesen würde, und er bittet den Ritter, sie zu erobern und damit ihre Tugend zu erschüttern. Falstaff versichert ihm, daß Alice bereits in einer halben Stunde in seinen Armen liegen würde, da er von ihr erfahren habe, wann ihr Ehemann nicht zu Hause sei. Während sich Falstaff für das Rendezvous in Schale wirft, macht Ford seiner rasenden Eifersucht Luft.


II. Akt, 2. Bild

Im Hause Fords treffen Alice, Meg, Nannetta und Mrs. Quickly die letzten Vorbereitungen für den Streich, den sie Falstaff spielen wollen: Das Rendezvous, so der Plan, soll durch die Meldung der angeblichen Rückkehr Fords gestört und Falstaff dadurch in Todesangst versetzt werden.

Falstaff erscheint und umwirbt Alice. Verabredungsgemäß platzt Meg dazwischen und treibt Falstaff mit der Behauptung, Ford komme nach Hause, hinter einen Wandschirm. Als aber gleich darauf Mrs. Quickly mit der gleichen Warnung den Raum betritt, wird den Frauen klar, daß aus dem Spiel Ernst geworden ist: Tatsächlich stürmt Ford mit Dr. Cajus, Fenton, Bardolfo und Pistola im Schlepptau sein Haus, um den angeblichen Liebhaber seiner Frau zu suchen. Während die Männer das Unterste zuoberst kehren, gelingt es den Frauen, Falstaff unbemerkt in einem zuvor bereitgestellten Wäschekorb zu verstecken. Auf Alices Befehl wird der Inhalt des Korbes samt Falstaff in die Themse gekippt. Bei diesem Anblick begreift Ford, daß er seine Frau zu Unrecht verdächtigt hat.


III. Akt, 1. Bild

Nach seinem unfreiwilligen Bad sucht Falstaff Trost im Glühwein und philosophiert über das Alter und über den Lauf der Welt. Mrs. Quickly bringt erneut Botschaft von Alice: Diese sei untröstlich über Falstaffs Mißgeschick und bitte ihn zu einem zweiten Stelldichein. Um Mitternacht solle Falstaff in der Maske des Schwarzen Jägers in den Park kommen. Wieder beißt der Ritter an – zum Vergnügen der Verschwörer, die die Szene versteckt beobachten.

Die Frauen planen, Falstaff im nächtlichen Park mit einer Geistermaskerade zu erschrecken. Auch Ford beteiligt sich nunmehr an dem Rachefeldzug gegen den Ritter. Bei dieser Gelegenheit will er außerdem seine Tochter Nannetta mit Dr. Cajus verheiraten. Doch Mrs. Quickly belauscht seine Absprache mit Dr. Cajus und warnt Nannetta und Alice.


III. Akt, 2. Bild

Kurz vor Mitternacht trifft Fenton im Park auf Nannetta im Kostüm der Elfenkönigin. Um Fords Pläne zu durchkreuzen, verkleidet Alice Fenton als Mönch.

Kaum haben sich beim zwölften Glockenschlag Alice und Falstaff getroffen, als Meg die Ankunft einer Geisterschar meldet. Während die Frauen fliehen, wirft sich Falstaff starr vor Schreck zu Boden. Die Elfenkönigin (Nannetta) und ihr Gefolge (Bürger von Windsor) entdecken ihn, mahnen den Sünder zu Umkehr und Reue und verprügeln ihn. Erst als Falstaff unter einer der Masken Bardolfo erkennt, läßt die Meute von ihm ab.

Zum Abschluß der Maskerade vermählt Ford die Elfenkönigin mit Dr. Cajus. Ein zweites Paar – ein dicht verschleiertes Mädchen und ein Mönch – bittet ebenfalls um Fords Segen. Erst nach der anschließenden Demaskierung erkennt Ford in dem zweiten Paar seine Tochter und Fenton, während Dr. Cajus unter der Maske der Elfenkönigin Bardolfo vorfindet. Ford trägt seine Niederlage mit Fassung und stimmt zusammen mit allen anderen in Falstaffs Bilanz ein: "Alles auf der Welt ist Spaß."

© Bayerische Staatsoper