Mitridate, rè di Ponto - Inhaltsangabe

Mitridate, rè di Ponto: Anja-Nina Bahrmann Mitridate, rè di Ponto: Barry Banks (Mitridate) Mitridate, rè di Ponto: Ensemble

Mitridate, rè di Ponto

Wolfgang Amadeus Mozart
Vittorio Amadeo Cigna-Santi nach einer Übersetzung der Tragödie von Jean Racine durch Abbate Giuseppe Parini

 

Erster Akt

Sifare ist wie sein Bruder Farnace – gegen den ausdrücklichen Befehl des Vaters Mitridate, König von Pontus  – nach Ninfea gekommen, weil er seinen Vater im Kampf gegen die Römer gefallen glaubt. Er will sich seinen Machtanteil sichern, wobei ihm der Verbündete des Vaters Arbate unterstützen will. Sifare gesteht Arbate, dass er wie sein Bruder in die Verlobte des Vaters, Aspasia, verliebt ist.

Aspasia erhofft sich ihrerseits Hilfe von Sifare gegen Farnace, die er ihr auch verspricht. Zugleich eröffnet er ihr seine Zuneigung, will sie aber nicht mit Gewalt für sich einnehmen. Lieber verzichte er auf sie.
Als Farnace Aspasia erneut bedrängt, stellt sich Sifare zwischen die beiden. Doch Arbate überbringt die überraschende Nachricht, Mitridate sei gar nicht im Kampf gefallen: Er werde bald nach Ninfea zurückkehren. Weil Aspasia weiß, wie bedingungslos der Vater Treue von seinen Söhnen und Untertanen fordert, sorgt sie sich um Sifare. Doch er will sich als Sohn gehorsam zeigen und den Konflikt mit seinem Bruder hintanstellen.

Farnace hingegen begehrt gegen den Vater auf. Er hofft dabei auf die Unterstützung des Römers Marzio, der eine Verbindung zu den übermächtigen Gegnern in Rom herstellen will.

Mitridate kehrt zusammen mit der Königstochter Ismene, die Farnace versprochen ist, nach Ninfea zurück. Er hat zwar die Schlacht gegen die Römer verloren hat, erhebt aber noch immer den Anspruch auf die Macht im eigenen Land und wirft daher seinen Söhnen vor, sie hätten gegen seine Anweisung ihre Stellung verlassen. Ismene reagiert erstaunt und verängstigt auf die Distanz ihres Verlobten.

Auch Mitridate ist misstrauisch gegenüber seinen beiden Söhnen. Nur deswegen habe er selbst das Gerücht seines Todes in Umlauf gebracht. Arbate lenkt den Verdacht aber allein auf Farnace, der Aspasia seine Hand und die Regentschaft über Ponto an seiner Seite versprochen habe. Mitridate, der hinter Farnace einen gefährlichen Rivalen um Aspasias Gunst sieht, will sich seines verhassten Sohnes entledigen.

 

Zweiter Akt

Ismene stellt Farnace zur Rede. Er bekennt seine Untreue, möchte ihr aber keine falschen Hoffnungen machen. Ismene droht mit Rache, doch er ist bereit, die Folgen zu tragen. Mitridate hat vor, Farnace zum Tode zu verurteilen und Ismene mit Sifare zu verheiraten.

Aspasia gesteht Mitridate, dass sie sich zwar seinem Befehl der Heirat nicht widersetzen werde, doch lieben könne sie ihn nicht. Wütend befiehlt Mitridate seinem Sohn Sifare, sich auch vor Aspasia auf seine Seite zu schlagen und sie zur Vernunft zu bringen.

Umso erstaunter ist Sifare, als ihm Aspasia bekennt, sie würde ihn lieben. Da sie sich aber nicht zwischen Vater und Sohn stellen möchte, würde sie lieber auf ihn verzichten. Sifare beschließt, Ninfea so bald als möglich zu verlassen und fernab von Vater und Geliebter sein Glück zu suchen. Aspasia hingegen erkennt die Ausweglosigkeit ihrer Situation.

Mitridate befürchtet, Farnace könne nicht nur sein Rivale um Aspasia sein, sondern auch noch mit dem römischen Feind kollaborieren. Er will daher seine beiden Söhne erneut auf die Probe stellen. Er erklärt ihnen, dass er die Römer erneut angreifen werde. Farnace solle in Asien gegen die Römer kämpfen. Er hingegen werde direkt gegen das Kapitol in Rom ziehen. Sifare bittet, den Kampf in Asien anführen zu dürfen – Farnace hingegen hält es für klüger, die gebliebenen Gebiete des Reiches zu sichern, und das Friedensangebot der Römer anzunehmen. Mitridate ist das bereits Beweis für Farnaces Untreue. Marzios Kumpanei verstärkt diesen Eindruck. Ismene will Mitridate beruhigen: Er könne es nicht verhindern, wenn sich Kinder gegen ihn auflehnten. Farnace reagiert erbost: Sifare sei der eigentliche Rivale Mitridates, denn er habe nicht nur Aspasia begehrt, sondern sei von ihr auch noch erhört worden. Der König inhaftiert Farnace und verurteilt ihn zu Tode.

Mitridate gibt Aspasia vor, er werde zugunsten einer seiner Söhne auf sie verzichten. Sie gesteht daraufhin ihre Liebe zu Sifare und hofft auf das Verständnis des Königs, weil sie beide den König nie betrogen haben. Doch Mitridate reagiert entsetzt und will sich rächen. Um seiner Wut zu entgehen, scheint für Aspasia und Sifare der Selbstmord der einzige entsetzliche Ausweg.

 

Dritter Akt

Arbate überbringt Mitridate die Nachricht, dass der römische Feind plötzlich die Stadt bedrohe. Mitridate will sich dem Kampf stellen. Vorher befiehlt er auch den Tod des zweiten Sohnes Sifare.

Aspasia will sich vergiften, doch kann Sifare, der von Ismene befreit wurde, sie im letzten Moment davon abhalten. Da er keinen Weg sieht, Aspasia zur Frau zu bekommen, will er lieber im Kampf als treuer Sohn den Tod suchen und folgt Mitridate in die Schlacht.

Marzio hingegen befreit Farnace aus der Gefangenschaft, um ihn zum Schulterschluss mit den Römern gegen Mitridate zu ermuntern. Doch Farnace erkennt, dass er nie Aspasias Liebe wird gewinnen können, und beschließt, seinem Vater die Treue zu halten.

Mitridate muss vor der Übermacht der Römer kapitulieren. Um nicht lebend in deren Gefangenschaft zu geraten, hat er sich selbst mit dem Schwert eine tödliche Wunde zugefügt. Er verzeiht Sifare und hofft, dieser könne mit Aspasia glücklich werden. Sifare will daraufhin den Tod des Vaters an seinem Bruder Farnace rächen. Doch Ismene klärt Farnaces Handlungsweise auf: Er habe sich nur zum Schein freundschaftlich an die Römer gewandt und so von innen heraus ein schreckliches Blutbad angerichtet. Der sterbende Mitridate verzeiht seinen beiden Söhnen, die schwören, auch weiterhin mit Gewalt gegen die Römer anzukämpfen.