La clemenza di Tito (Inszenierung 1999) - Inhaltsangabe

La clemenza di Tito (Inszenierung 1999)

Wolfgang Amadeus Mozart
Caterino Tommaso Mazzolà nach dem Text von Pietro Metastasio

 

1. Akt

Im Jahr 80 n. Chr.; Tito ist Kaiser von Rom.

Vitellia ist die Tochter des entthronten Kaisers Vitellius. Sie ist besessen von dem Gedanken, daß Tito nur Kaiser werden konnte, weil sein Vater sich Vitellius’ Thron bemächtigte, und sie ist empört darüber, daß Tito nun plant, die ausländische Prinzessin Berenice zu heiraten. Sie verlangt seinen Tod und stachelt den ihr hörigen Verehrer Sesto, einen engen Freund von Tito, dazu an, den Anschlag für sie zu begehen (Duett: Come ti piace imponi).

Sestos Freund Annio bringt die Nachricht, daß Berenice gerade Rom verlassen habe. Als Vitellia erkennt, daß sie an der Reihe sein könnte, Kaiserin zu werden, wechselt sie plötzlich ihre Gefühle und versucht, Sesto zu verstehen zu geben, das Attentat nicht auszuführen (Arie: Deh se piacer mi vuoi).

Annio möchte Sestos Schwester Servilia heiraten und bittet diesen, Titos Erlaubnis für diese Verbindung einzuholen. Sesto will alles tun, um seinem Freund zu helfen (Duettino: Deh prendi un dolce amplesso).

In einer öffentlichen Huldigung bieten Abgesandte aller Tito unterstellten Provinzen ihren jährlichen Tribut. (Chor: Serbate, oh Dei custodi). Publio, Titos rechte Hand, berichtet, daß der Senat Tito mit dem Bau eines Tempels ehren will. Tito aber verfügt, daß alles Kapital den Überlebenden des vom Vesuv-Ausbruch zerstörten Pompeji zugute kommen soll.

Tito erzählt Sesto und Annio, daß er Berenice verbannt habe, um eine Römerin zur Frau nehmen zu können – Servilia! Sesto und Annio sind zutiefst erschüttert, müssen sich aber mit der Situation abfinden. Tito ist glücklich, Sestos Familie auf diese Weise zu fördern (Arie: Del più sublime soglio).

Annio überbringt Servilia die verheerende Nachricht – beide versichern sich ihrer gegenseitigen Liebe, obwohl sie nun niemals zusammensein können (Duett: Ah perdona al primo affetto)

Servilia bekennt Tito, daß sie Annio liebe, sich aber natürlich niemals den Wünschen des Kaisers widersetzen wolle. Tito ist erfreut, daß jemand es wagt, ihm die Wahrheit zu sagen, und rühmt Servilia als ein Vorbild für andere (Arie: Ah, se fosse intorno al trono).

Vitellia glaubt, Servilia werde die neue Kaiserin, und kommt erneut zu der Überzeugung, daß Tito getötet werden muß; das Kapitol soll in Brand gesteckt und Tito im Tumult ermordet werden. Sesto gelobt, alles zu tun, was sie verlangt (Arie: Parto, ma tu ben mio).

Kaum hat sich Sesto auf den Weg gemacht, bringen Publio und Annio die Nachricht, daß Tito sich nun Vitellia zur Kaiserin erwählt habe. Sie wird dadurch zutiefst verwirrt (Terzett: Vengo… aspettate…).

Inzwischen hat Sesto Vitellias Rachepläne in die Tat umgesetzt (Begleitetes Rezitativ: Oh Dei, che smania è questa). Das Kapitol steht in Flammen, und inmitten von Schrecken und Chaos entdeckt man den Leichnam des ermordeten Tito (Quintett und Chor: Deh, conservate, o Dei). Das Volk trauert...

 

II. Akt

Annio macht Sesto ausfindig, der verkleidet aus der Stadt fliehen will, und berichtet ihm, daß nicht Tito, sondern ein anderer getötet wurde. Sesto bekennt, daß er das Haupt der Verschwörung ist. Annio rät seinem Freund, zu Tito zu gehen und alles zu gestehen (Arie: Torna di Tito a lato).

Vitellia versucht hingegen, Sesto zur Flucht zu überreden. Sie werden von Publio unterbrochen, der Sesto verhaftet, um ihn vor den Senat zu führen. Er enthüllt, daß es der Mitverschwörer Lentulo – verkleidet als Tito – war, der verwundet wurde. Sesto nimmt von der verstörten Vitellia Abschied (Trio: Se al volto mai ti senti)

Die Opfer des Brands im Kapitol bezeugen Tito ihren Dank für seine Hilfe (Chor: Ah grazie si rendano). Tito, der kaum an den Verrat Sestos glauben kann, wartet auf das Urteil des Senats. Publio rät Tito, seine Meinung über Sesto zu überdenken (Arie: Tardi s’avvede).

Annio will um Gnade bitten. Publio kommt mit dem Urteilsspruch zurück, daß Sesto für schuldig befunden wurde. Annio fleht Tito an (Arie: Tu fosti tradito). Alleingelassen ringt Tito mit seinem Gewissen, das Todesurteil zu unterschreiben. Er beneidet das unkomplizierte Leben einfacher Menschen (Begleitetes Rezitativ: Che orror! che tradimento!).

Sesto wird vorgeführt, zitternd und kaum fähig, Tito und Publio in die Augen zu sehen (Terzett: Quello di Tito è il volto). Allein mit Sesto, versucht Tito, das Verhalten seines Freundes zu verstehen. Sesto bricht zusammen, verrät aber Vitellia nicht. Tito, verwirrt und ärgerlich, verurteilt Sesto. Bevor Sesto zur Vollstreckung des Todesurteils abgeführt wird, erinnert er Tito an ihre vergangene Freundschaft (Rondo: Deh per questo istante solo).

Zurückgezogen zerreißt Tito danach das Todesurteil. Wenn er keine Milde zeigen darf, will er lieber nicht Kaiser sein (Arie: Se all’impero, amici Dei).

Vitellia ist sicher, daß Sesto ihre Rolle in der mörderischen Verschwörung aufgedeckt hat.

Annio und Servilia wollen Vitellia überzeugen, daß sie als zukünftige Kaiserin die einzige ist, die Sesto retten kann. Vitellia erkennt, daß Sesto geschwiegen hat, und weint vor Reue. Servilia wischt ihr die Tränen fort und verlangt Taten (Arie: S’altro che lacrime).

Alleingelassen versinkt Vitellia in Selbstbetrachtung und beschließt, alles zu bekennen (Begleitetes Rezitativ: Ecco il punto, oh Vitellia). Alle ihre Hoffnungen auf Heirat und Ruhm zerrinnen (Rondo: Non più di fiori vaghe catene).

Im Kolosseum wartet die Menge darauf, daß die Verschwörer den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Die Würdenträger Roms preisen Tito (Chor: Che del ciel, che degli Dei). Sesto wird zur öffentlichen Bekanntmachung seines Urteils vor Tito geführt. Vitellia bricht zusammen und gesteht ihre Schuld. In einem Akt großer Milde vergibt Tito seinen Feinden (Begleitetes Rezitativ: Ma che giorno è mai questo?). Alle sind überrascht und erfreut (Sextett und Chor: Tu, è ver, m’assolvi, Augusto).

Martin Duncan


Übersetzung aus dem Englischen: Peter Heilker

© Bayerische Staatsoper