Hänsel und Gretel (Inszenierung 1965) - Inhaltsangabe

Hänsel und Gretel. Laura Tatulescu (Gretel), Heike Grötzinger (Knusperhexe), Okka von der Damerau (H Hänsel und Gretel. Laura Tatulescu (Gretel), Okka von der Damerau (Hänsel) Hänsel und Gretel.  Okka von der Damerau (Hänsel), Laura Tatulescu (Gretel)

Hänsel und Gretel (Inszenierung 1965)

Engelbert Humperdinck
Adelheid Wette

 

1. Bild

Hänsel und Gretel, die Kinder eines Besenbinders, sind bei der Arbeit. Um den verdrossenen und hungrigen Bruder etwas aufzuheitern, verrät seine Schwester ihm ein Geheimnis: Die Nachbarin habe einen Topf mit Milch gebracht, und am Abend würde es einen süßen Reisbrei geben.

Vor lauter Freude bemerken die beiden nicht, daß die Mutter zurückkehrt. Zornig darüber, daß die Kinder so wenig geschafft haben und im Zimmer herumtanzen, kommt sie mit dem Stock. Dabei stößt die Mutter an den Tisch und wirft die Milch um. Nun ist das schöne Abendessen dahin, und die Geschwister werden in den Wald geschickt, um als Ersatz dafür eine Mahlzeit aus Beeren zu sammeln.

Kurz darauf kommt der Vater vergnügt und auch ein wenig angeheitert aus der Stadt zurück. Er hat seine Besen gut verkauft und bringt leckere Sachen zu essen mit. Seine Freude vergeht jedoch, als er hört, daß die Kinder noch allein im Wald sind. Die Eltern machen sich nun auf den Weg, Hänsel und Gretel zu suchen.

 

2. Bild

Gretel sitzt unter einem Baum und bindet sich ein Kränzchen aus Blumen, Hänsel kommt zu ihr und bringt einen Korb voll frisch gepflückter Erdbeeren mit.

Der Kuckuck ruft, die Kinder vergessen vor lauter Spielen und Naschen, daß sie die Mahlzeit heimbringen sollten. Es wird Nacht, Hänsel kennt sich nicht mehr aus, und die Kinder fangen an, sich zu fürchten.

Sie legen sich auf einen Mooshügel; das Sandmännchen kommt und bringt ihnen den Schlaf. Auf einer goldenen Treppe steigen Engel vom Himmel herab und beschützen sie.

 

3. Bild

Das Taumännchen ist am Morgen gekommen und läßt die Kinder erwachen. Während sie sich noch ihre nächtlichen Träume erzählen, teilen sich plötzlich die Nebel - und das Knusperhäuschen steht da. Bedeckt mit Zuckerwerk und herrlichen Lebkuchen lockt es Hänsel und Gretel an; selbst eine bedrohlich fragende Stimme aus dem Innern kann die Naschenden nicht stören.

So schleicht die Hexe heran  und hält Hänsel mit einer Schlinge fest. Sie sperrt ihn in einen Verschlag, weil er noch gemästet werden soll, damit er später einen   leckeren Braten abgibt. Die Hexe heizt den Backofen und reitet vor Freude auf einem Besen.

Gretel soll als erste drankommen, aber sie überlistet die Hexe: als sie in den Backofen kriechen soll, um nach den Lebkuchen zu sehen, sagt sie der Alten, das müsse man ihr erst einmal vormachen.

Sobald sie ihren Kopf in das Ofenloch steckt, springen Hänsel und Gretel hinzu, stoßen die Hexe selbst in den Ofen und versperren die Tür. Dabei fliegt das Dach des Ofens in die Luft, aus den Lebkuchen werden wieder Kinder; stattdessen ist die Hexe nun selbst zu einem riesigen Lebkuchen verbacken. Ein himmlisches Gericht sorgte dafür, daß sie ihrem eigenen Zauber erlag.

© Bayerische Staatsoper