Giselle - Mats Ek

Mats Ek: Giselle. Gözde Özgür, Matej Urban Mats Ek: Giselle. Ensemble Mats Ek: Giselle. Gözde Özgür, LukᚠSlavickı
Mats Ek
Musik von Adolphe Adam

Der schwedische Choreograph Mats Ek gilt weltweit als Spezialist, der alte Ballett-Geschichten neu erzählt.

Giselle, eines der großen Ballette des 19. Jahrhunderts, handelt von der betrogenen Liebe des Bauernmädchens Giselle. Herzog Albrecht, als Bauer verkleidet, erschleicht sich ihre Zuneigung, bis sie erkennen muss, dass er in Wahrheit mit Bathilde verlobt ist. Giselle wird wahnsinnig und stirbt an gebrochenem Herzen. Als Geisterwesen entsteigt sie um Mitternacht dem Grab und tanzt im Kreise der Wilis - der rachdurstigen Geister betrogener Bräute, die jeden Mann, der ihnen um diese Stunde begegnet, zu Tode tanzen. Giselles Liebe aber reicht über den Tod hinaus und sie rettet Albrecht, der sie betrogen hat, das Leben.

Zur traditionellen Musik von Adolphe Adam schuf Mats Ek eine völlig neue Choreographie in seinem eigenen, modernen Idiom. Er verlegte die Handlung in die Gegenwart. Die um ihre Liebe betrogene Giselle erwacht im 2. Akt nicht zu einem Geisterdasein als Wili, sondern befindet sich in einer Heilanstalt. Aber auch in dieser radikal zeitgenössischen Fassung bleibt die Essenz des Werkes erhalten und der Zuschauer wird zum Zeugen des erschütternden Läuterungsprozesses, den Albrecht durchlebt.

Die Münchner Premiere der modernen Fassung von Giselle im Dezember 1996 wurde zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Bayerischen Staatsballetts.

Mit der Figur der Giselle schuf Mats Ek eine Rolle, die an die Interpretin Anforderungen stellt, als handle es sich um ein zweistündiges Solo. Obwohl neben den vier Protagonisten Giselle, Albrecht, Hilarion und Bathilde Bauern, Freunde und Wilis (Kranke) in das Geschehen verstrickt sind, bleibt um Giselle eine Aura, als sei sie das ganze Stück hindurch mit sich allein. Es ist Giselles  Perspektive, aus der der Choreograph  - und damit auch der Zuschauer - die Welt sieht; und obwohl Giselle scheinbar die Kranke ist, bleibt sie bis zum Schluss unangreifbar in ihrer menschlichen Integrität.



 
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