Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen"
Nur ein Furchtloser kann Mimes naiven Traum ausführen: das zerbrochene Schwert neu schmieden, Fafner töten, diesem den Ring wegnehmen, Mime ins offene Messer laufen – und die Macht gehörte Mime. Doch der fürchtet sich selbst zu sehr: vor dem Wanderer, bei dessen Rätselspiel er seinen Kopf verliert; vor dem Drachen, den ihm der Ziehsohn erschlagen soll; vor seinem Bruder, den er im Wald trifft; vor dem furchtlosen Siegfried, der sich dank Vogelstimme den Ring holt und Mime erschlägt.
Auch Wotans Plan vom freien Helden geht nicht auf: Mit dem Schwert zerschlägt ihm Siegfried seinen Speer und steht furchtlos vor Brünnhilde. Ihr Körper lässt ihn erschauern und: fürchten. Im Sonnenglanz finden sie ihre Liebe.
Felsenhöhle, Wald, Wildnis, Felsenhöhe: Der Zweite Tag des Werks gehört der Natur. Doch die Gestalt des harmlosen, naturverbundenen Wanderers schützt den Göttervater nicht vor seinem Fluch.
In deutscher Sprache mit Übertiteln
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