Ballett von John Cranko
Musik von Peter I. Tschaikowsky
arrangiert von Kurt-Heinz Stolze
Nach dem Versroman von Alexander Puschkin
Wenn ein abendfüllendes Ballett dieser Jahrhunderhälfte die Chance hat, zum Klassiker à la
Schwanensee zu werden, so ist das, nach übereinstimmender Meinung von Zuschauern, Tänzern und Kritikern, wohl John Crankos
Onegin. Entstanden im Jahre 1965, berührt die Geschichte der jungen Tatjana, die sich in den arroganten Dandy Onegin verliebt und von ihm aufs grausamste abgewiesen wird, ein weltweites Publikum zwischen Peking und New York. Seit fast vierzig Jahren wird
Onegin in München getanzt, und weder Publikum noch Tänzer werden dieser Choreographie müde. Und keine große Ballerina möchte auf eine Rolle verzichten, in der sie wie sonst nirgends im Ballettrepertoire die Entwicklung zeigen kann vom blaustrümpfigen Teenager zur reifen Frau, die in einer hochdramatischen Auseinandersetzung die Entscheidung zu treffen hat zwischen Leidenschaft und Pflicht.
Die verhältnismäßig kurze Zeit von Herbst 1967 bis Sommer 1970, in der er, neben seiner Verpflichtung in Stuttgart, in München Ballettdirektor war, hat die Compagnie geprägt bis heute. „Romeo und Julia“, „Onegin“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ - seine drei maßstabsetzenden abendfüllenden Werke – bilden eine der unverrückbaren Konstanten in unserem Repertoire, mit Liebe und Stolz weitergegeben von einer Tänzergeneration an die nächste.
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