Medea in Corinto

G.S. Mayr: Medea in Corinto. Nadja Michael (Medea) G.S. Mayr: Medea in Corinto. R. Vargas, A. Miles, E. Tsallagova, O. Exner, F. Petrozzi, Chor der Bay G.S. Mayr: Medea in Corinto. Medea (Nadja Michael), Giasone (Ramón Vargas), Denys Mogylyov (Amor)
Giovanni Simone Mayr
Felice Romani

Melodramma tragico in zwei Akten
Die Tat ist auch heute noch unfassbar: Weil ihr Mann Jason sie für die korinthische Königstochter Kreusa verlassen will, bringt die Zauberin Medea außerhalb jeglicher geistiger und körperlicher Kontrolle ihre Kinder um und mutiert zur unmenschlichen Rächerin. Seit der Antike ist der Medea-Stoff zu einem Topos entgrenzter mütterlicher Grausamkeit geworden, bei der sich die Liebe in Gewalt wendet und die Regeln menschlicher Bindung außer Kraft setzt. Ihre magischen und dämonischen Kräfte, ihr seherisches Wissen zeichnen Medea als Figur, die Urängste auslöst und daher aus der gesellschaftliche Ordnung verdammt gehört.

Mit Medea in Corinto gelang Giovanni Simone Mayr, dem wohl wichtigsten italienischen Opernkomponisten zwischen Mozart und Rossini, 1813 in Neapel einer seiner größten Erfolge – doch eigentlich stammte der Komponist aus der Nähe von Ingolstadt und wurde erst in seiner italienischen Wahlheimat von Johann Simon zu Giovanni Simone und auch zu einem der bedeutendsten Kompositionslehrer seiner Zeit. Und die Musik dieser schier unmöglichen und unorthodoxen Opernfigur verschafft sich – nachdem sie fast 200 Jahre kaum gespielt wurde – langsam wieder ihr Recht, auch wenn sie sich angesichts des Stoffes jeglicher Behaglichkeit verweigert.



 
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