Oscar Wilde meinte zu wissen: Freundschaft ist viel tragischer als Liebe, weil sie länger dauert, mehr noch: sie versucht diese zu überdauern. Freundschaft ist die höchstmögliche Stufe einer Verbindung, die bis in den Tod anhält, wie im Falle von Orsini und Gennaro in
Lucrezia Borgia.
In
Roberto Devereux wird der Freund des Titelhelden, Nottingham, zum Feind, weil er in Roberto den Liebhaber seiner Frau Sarah sieht – ganz zu schweigen von der Königin… Bei Bizets
Perlenfischer ist es ähnlich: Das platonische Ideal von Liebe, die sich in Freundschaft vollendet, bleibt unerreichbar. Nadir gelingt es nicht, seine Freundschaft zu Zurga über die mit der Priesterin Leila zu stellen. Don Carlos' und Posas Freundschaft zerbricht an den eigenen politischen und moralischen Ansprüchen. Hingegen scheitert die Freundschaft zwischen Onegin und Lenski, weil sie sich ihre Gefühle nicht mitteilen können.
Männerfreundschaft – na klar, doch die Frauen? Was ist die Verbindung etwa der Frauen in den
Dialogues des Carmélites? Freundschaft, Glaubensgemeinschaft, Gottesfurcht – Zweckgemeinschaft gegen Angst, oder doch Seelenfreundschaft bis zum gemeinsamen Tod?
GästeHans Joachim KreutzerArmin Nassehi, Lehrstuhl für Soziologie an der LMU München
Ulrich Pfisterer, Lehrstuhl für allgemeine Kunstgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Kunst Italiens
Kuba Swietlik
Mit Szenen aus und szenische Installationen inspiriert von
Webers
Der Freischütz, Verdis
Macbeth und
Don Carlo, Tschaikowskis
Eugen Onegin und Schostakowitschs Streichquartett Nr. 3
inszeniert von Georgine Balk, Anna Brunnlechner, Barbara Weber, Matthias Endlicher und Andreas Lutzenberger
MitLaura Nicorescu, Evgeniya Sotnikova, Todd Boyce, John Chest, Steven Humes, Nam Won Huh und Tareq Nazmi, Mikiko Arai
LazArt Quartett (Adrian Lazar, Isolde Lehrmann – Violine; Johannes Zahlten – Viola; Clemens Müllner – Violoncello)
Violoncello Benedikt Strohmeier
Klavier Aurelius Braun, Nikolaus Krügel, Fabian Profanter und Donald Wages
Ausstattung Andrea Hajek, Mirko Hensch
Gesamtkonzept Dramaturgie
Termin
| Einlass: 15 Minuten vor Beginn |
| Dienstag, 25. Mai 2010 |
| Vorderhaus im Nationaltheater |  | | 20.00 Uhr |  | | EUR 8.- | | Freier Verkauf |
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