Die unmögliche Enzyklopädie extra: Freundschaft

Thelma & Louise (USA 1991). Susan Sarandon, Geena Davis. © Cinetext Thelma & Louise (USA 1991). Susan Sarandon, Geena Davis. © Cinetext

Oscar Wilde meinte zu wissen: Freundschaft ist viel tragischer als Liebe, weil sie länger dauert, mehr noch: sie versucht diese zu überdauern. Freundschaft ist die höchstmögliche Stufe einer Verbindung, die bis in den Tod anhält, wie im Falle von Orsini und Gennaro in Lucrezia Borgia.

In Roberto Devereux wird der Freund des Titelhelden, Nottingham, zum Feind, weil er in Roberto den Liebhaber seiner Frau Sarah sieht – ganz zu schweigen von der Königin… Bei Bizets Perlenfischer ist es ähnlich: Das platonische Ideal von Liebe, die sich in Freundschaft vollendet, bleibt unerreichbar. Nadir gelingt es nicht, seine Freundschaft zu Zurga über die mit der Priesterin Leila zu stellen. Don Carlos' und Posas Freundschaft zerbricht an den eigenen politischen und moralischen Ansprüchen. Hingegen scheitert die Freundschaft zwischen Onegin und Lenski, weil sie sich ihre Gefühle nicht mitteilen können.

Männerfreundschaft – na klar, doch die Frauen? Was ist die Verbindung etwa der Frauen in den Dialogues des Carmélites? Freundschaft, Glaubensgemeinschaft, Gottesfurcht – Zweckgemeinschaft gegen Angst, oder doch Seelenfreundschaft bis zum gemeinsamen Tod?

Gäste
Hans Joachim Kreutzer
Armin Nassehi, Lehrstuhl für Soziologie an der LMU München
Ulrich Pfisterer, Lehrstuhl für allgemeine Kunstgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Kunst Italiens
Kuba Swietlik

Mit Szenen aus und szenische Installationen inspiriert von
Webers Der Freischütz, Verdis Macbeth und Don Carlo, Tschaikowskis Eugen Onegin und Schostakowitschs Streichquartett Nr. 3

inszeniert von Georgine Balk, Anna Brunnlechner, Barbara Weber, Matthias Endlicher und Andreas Lutzenberger

Mit
Laura Nicorescu, Evgeniya Sotnikova, Todd Boyce, John Chest, Steven Humes, Nam Won Huh und Tareq Nazmi, Mikiko Arai

LazArt Quartett (Adrian Lazar, Isolde Lehrmann – Violine; Johannes Zahlten – Viola; Clemens Müllner – Violoncello)

Violoncello Benedikt Strohmeier

Klavier Aurelius Braun, Nikolaus Krügel, Fabian Profanter und Donald Wages

Ausstattung Andrea Hajek, Mirko Hensch

Gesamtkonzept Dramaturgie

 
Termin

Einlass: 15 Minuten vor Beginn
Dienstag, 25. Mai 2010
Vorderhaus im Nationaltheater
20.00 Uhr
EUR 8.-
Freier Verkauf