Les Ballets Russes

Bronislawa Nijinska: Les Biches

Musik von Nikolai Rimski-Korsakow, Francis Poulenc und Peter I. Tschaikowsky

Ekstatisches Zurücktauchen in die Vergangenheit, Schwelgen in luxuriösen Farben, raffinierteste Ausschweifungen und strengstes Formbewusstsein als Synonym für Avantgarde: diese Widersprüche vereinte Serge Diaghilew in seinem Lebenswerk, den Ballets Russes. Von Paris im Jahre 1909 ausgehend eroberte sich diese Tanzavantgarde die Welt und wurde im Tanzland Deutschland mit offenen Armen empfangen, das – wie wir gesehen haben - zeitgleich seinen eigenen Aufbruch feiert. Die stilistische Vielfalt der Werke dieser Hommage an die Ballets Russes, ihre rätselhafte Mischung aus kühnster Gegenwärtigkeit und Vergötterung einer opulenten Exotik, haben bis heute ihre Faszination nicht verloren. Auch hier blieb das Bayerische Staatsballett seiner Konzeption einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Tradition treu.
Penible Rekonstruktion einer überbordenden Bildwelt, die fast schon verloren schien, in Shéhéherazade, einer tragischen Episode von Liebe, Leidenschaft und Tod. Federleichter Witz der zwanziger Jahre im Ambiente einer idealischen Côte d'Azur. Hier treiben zur ersten Erotik erwachende junge Damen, "Backfische" (Les Biches), ihre Scherze mit einer mehr als bereitwilligen männlichen Jugend.
"Es war einmal ein In-Alle-Ewigkeit" könnte man den Titel von Terence Kohlers Once Upon An Ever After vielleicht übersetzen. Genau so lange wie Tschaikowskys (natürlich Tschaikowsky!) "Pathétique" dauert, lässt Kohler die Tänzer sich in die bekanntesten Figuren der großen russischen Handlungsballette verwandeln. Giselle und Albrecht werden vertrieben von Rotbart, dem wiederum die Dornenranken vor Auroras Schloss sich in den Weg stellen… Wie dieses Kommen und Gehen, dieses durch die großen Geschichten Fliegen, so verwandelt sich auch rosalies dazu konzipiertes, grandioses Licht-Objekt Bühnenbild stetig und "ever after".



 
 
Besetzungen

Les Biches



Musikalische Leitung N.N. (26.09.2014, 27.09.2014, 12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
Valery Ovsianikov (12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
Choreographie Bronislawa Nijinska
Bühne und Kostüme Marie Laurencin
Musik Francis Poulenc
Licht Christian Kass

L'Après-midi d'un faune

Licht Christian Kass
Choreographie Vaslav Nijinsky
Musik Claude Debussy
Bühne und Kostüm Léon Bakst

Once Upon An Ever After



Musikalische Leitung Valery Ovsianikov (12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
N.N. (12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
Choreographie Terence Kohler
Musik Peter I. Tschaikowsky
Bühne, Kostüme und Lichtinstallation rosalie

Shéhérazade



Musikalische Leitung N.N. (26.09.2014, 27.09.2014, 12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
Valery Ovsianikov (12.10.2014, 28.10.2014, 26.04.2015, 05.06.2015, 07.06.2015)
Choreographische Rekonstruktion Isabelle Fokine
Choreographie Mikhail Fokine
Bühne und Kostüme nach den Original-Entwürfen von Léon Bakst
Musik Nikolai Rimski-Korsakow
Realisierung Bühnenbild Ulrich Franz
Realisierung Kostüme Astrid Eisenberger
Licht Christian Kass



Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester