Raymonda - Further information

Raymonda: Lucia Lacarra und Cyril Pierre. © Charles Tandy Raymonda: Ensemble. © Charles Tandy Raymonda: Children's Dance. © Charles Tandy
Raymonda
Ballet by Marius Petipa
New version by Ray Barra
Music by Alexander Glasunow

World Première on 7th January 1898 at the Marientheater, St. Petersburg

 

Raymonda ist das letzte große Werk von Marius Petipa, ein später Höhepunkt der prunkvollen zaristischen Ballettära St. Petersburgs, die unseren Begriff von Ballettklassik eigentlich begründet hat. Eine glanzvolle, in üppiger Glut und schweren Farben schwelgende Partitur; und eine Geschichte zwischen psychologischen Abgründen und zur Emanzipation drängenden absoluten choreographischen Formen.
Eine Frau zwischen zwei Männern: Raymonda steht am Vorabend ihrer Hochzeit mit dem ihr von früher Jugend an verlobten Jean de Brienne. Abderakhman, ein sarazenischer Ritter von großer erotischer Anziehungskraft, umwirbt sie ebenfalls und versucht, sie zu entführen. Zwar wird Abderakhman von Jeanim Kampf getötet (und das Hochzeitsfest kann seinen tanzerfüllten Lauf nehmen), aber Raymonda wird die Begegnung mit seiner aufstörenden erotischen Urkraft nicht vergessen.

Der Choreograph Ray Barra, der für München bereits Don Quijote und Schwanensee neu bearbeitete, hat auch Raymonda für ein heutiges Zeitempfinden eingerichtet. Unangetastet blieben die großen Juwelen Petipa‘scher Choreographie, darunter der Grand Pas hongrois und die vielen Soli der Titelheldin. Nicht umsonst gilt Raymonda als die vielleicht vielseitigste Rolle für eine klassische Tänzerin, die – was den Tanz betrifft - größte technische und stilistische Ansprüche an die Ballerina stellt, darüber hinaus aber eine Darstellerin fordert, die einen tiefen seelischen Konflikt sichtbar machen kann. Diesem seelischen Konflikt, der menschlichen Seite von Raymonda unter der klassischen Folie, gilt Ray Barras besonderes Augenmerk in seiner Neufassung.