Werther - Weitere Infos

Jules Massenet: Werther Jules Massenet: Werther. Marcelo Alvarez, Sophie Koch Jules Massenet: Werther. Massimo Giordano, Vesselina Kasarova
Werther
Jules Massenet
Edouard Blau, Paul Milliet, Georges Hartmann nach Johann Wolfgang von Goethe

Uraufführung am 16. Februar 1892 in der Wiener Hofoper

 

In einem verräucherten Bierlokal in Wetzlar – so die von ihm selbst publizierte Legende – soll Jules Massenet Feuer gefangen haben für Goethes Werther-Roman: „Diese aufwühlenden Szenen, diese fesselnden Bilder – was musste das alles hergeben!“ Natürlich diente Goethes Vorlage lediglich als Inspiration für die Librettisten, die Figuren, Motive und einzelne Szenen aus dem Roman an die Konditionen eines Opernlibrettos anpassten und entsprechend veränderten. Die Handlung des Drame lyrique „Werther“ konzentriert sich ganz auf die beiden Charaktere Charlotte und Werther, deren Leidenschaften und Konflikte bis hin zu Werthers Freitod Massenet – ganz im Sinne der Opernkonventionen seiner Zeit – in vier großen Duett-Szenen entwickelte und ausbreitete.
Léon Carvalho, der Direktor der Pariser Opéra-Comique, dem Massenet sein Werk nach der Fertigstellung 1887 vorspielte, war von dem Ergebnis jedoch enttäuscht, und als in der Nacht darauf auch noch die Opéra-Comique niederbrannte, verschwand „Werther“unaufgeführt in Massenets Schublade. Der Tenor Ernest van Dyck freilich gab sich damit nicht zufrieden und wurde auf der Suche nach Interessenten für „Werther“ schließlich an der Wiener Hofoper fündig, wo das Werk 1892 in einer deutschen Übersetzung von Max Kalbeck und mit van Dyck in der Titelpartie uraufgeführt wurde. Ein knappes Jahr danach begann mit der Premiere an der Opéra-Comique der Siegeszug Werthers in Paris. Das Münchner Publikum dagegen musste sage und schreibe bis 1977 auf eine erste Begegnung mit „Werther“ warten, der nunmehr eine zweite folgt.


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