Luisa Miller - Weitere Infos

Giuseppe Verdi: Luisa Miller Giuseppe Verdi: Luisa Miller. Elena Maximova Giuseppe Verdi: Luisa Miller. Krassimira Stoyanova, Ramón Vargas
Luisa Miller
Giuseppe Verdi
Salvatore Cammarano nach Friedrich Schillers Kabale und Liebe

Uraufführung am 8. Dezember 1849 im Teatro S Carlo, Neapel

 

Wenn Väter fest davon überzeugt sind, nur das Beste für ihre opponierenden Kinder im Sinn zu haben, kann das auch in der Oper katastrophal enden.
Miller, Soldat im Ruhestand, missfällt der Geliebte seiner Tochter Luisa – Rodolfo – von Beginn an. Dessen Vater, Graf Walter, ist über Leichen gegangen, um seinem Sohn eine blendende Zukunft zu ermöglichen. Die Liebe zu einem bürgerlichen Mädchen passt nicht in Walters Plan, er will die Heirat Rodolfos mit einer „guten Partie“, Herzogin Federica, durchsetzen – um jeden Preis. Die unbeschwerte Welt der Liebenden zerbricht schnell: Rodolfo vertraut dem intriganten Schlossverwalter Wurm mehr als seinen Gefühlen, Luisa sieht keine Möglichkeit, dem eifersüchtig Rasenden ihre angebliche Untreue zu erklären. Die Sprachlosigkeit ist unüberwindbar. In einem Akt der Selbstjustiz vergiftet Rodolfo Luisa und sich selbst.
Als „Dichter der Freiheit“ war Schiller im noch ungeeinten Italien außergewöhnlich populär. Seine dramatischen Stoffe und leidenschaftlichen Figuren besaßen auch eine große Anziehungskraft auf Komponisten. Nach „Giovanna d’Arco“ und „I masnadieri“ vertonte Verdi 1849, am Ende der von ihm später so genannten Galeerenjahre, Schillers „Kabale und Liebe“. Im Gegensatz zu seinen grandios-patriotischen Werken des Risorgimento bot das bürgerliche Trauerspiel Verdi die Möglichkeit, das Individuum ins Zentrum der Komposition zu rücken. Mit anfangs lyrischen, später pathetischen Klangfarben zeichnet der Komponist ein genaues Abbild der komplexen Charaktere, ihrer Liebes- und Generationskonflikte.


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