Il turco in Italia - Weitere Infos

Il turco in Italia: Nino Machaidze, Chor der Bayerischen Staatsoper Il turco in Italia: Nino Machaidze, Ildebrando D'Arcangelo Il turco in Italia: Ensemble und Chor
Il turco in Italia
Gioachino Rossini
Felice Romani

Uraufführung am 14. August 1814 im Teatro alla Scala, Mailand

 

Das Fremde und Exotische übt auf viele Menschen immer erst einmal einen besonderen Reiz aus. Doch wenn Kulturen aufeinander treffen, geht der Umgang miteinander nicht immer ohne Reibereien und bisweilen kolossale Missverständnisse ab. Für Opernkomponisten sind solche Situationen ein dankbares Terrain; so ließ Gioachino Rossini 1813 zuerst eine Italienerin in Algier stranden und schickte ein Jahr später einen Türken auf Studienreise nach Italien, der dabei zum Beispiel lernen muss, dass man eine Frau – anders als in seiner Heimat – nicht einfach dem Ehemann abkaufen kann. Vielleicht ist es dieser augenzwinkernde Umgang mit Symptomen einer Multi-Kulti-Gesellschaft, der in den vergangenen Jahren immer mehr Bühnen dazu veranlasst hat, „Il turco in Italia“ in den Spielplan aufzunehmen.
Für die Handlung dieser Oper bediente sich Librettist Felice Romani bei einer Vorlage von Mazzolà, die bereits 1788 vertont worden war. Die Titelfigur ist der türkische Fürst Selim, der die europäischen Sitten studieren will. Prosdocimo, ein Dichter, wittert einen Stoff für seine neue Komödie, denn er hat erst kurz zuvor in einem Zigeunerlager Zaida kennen gelernt, die verstoßene Geliebte Selims. Zudem erregt der reiche Fürst die Aufmerksamkeit der kapriziösen Fiorilla, was weder deren Ehemann Don Geronio noch ihrem Liebhaber Don Narciso so recht gefallen will. Auch Zaida ist nicht gerade begeistert von dieser italienischen Konkurrentin. Kann der Dichter die Konflikte lösen und die richtigen Paare zusammenführen? Und welches sind die richtigen Paare?


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