Doktor Faust - Weitere Infos

Ferruccio Busoni: Doktor Faust. Ulrich Reß, Rüdiger Trebes, Adrian Sâmpetrean, Wolfgang Koch Ferruccio Busoni: Doktor Faust Ferruccio Busoni: Doktor Faust. Wolfgang Koch
Doktor Faust
Ferruccio Busoni
Ferruccio Busoni


 

„Von Kindheit auf hat ein Stück mich hingerissen, darin der Teufel was zu sagen hat“ – so spricht im Prolog von Ferruccio Busonis „Doktor Faust“ der Dichter, das Alter ego des Komponisten. Bekanntlich war Busoni mit seiner Begeisterung für den Faust-Stoff nicht der Erste. Bereits zu Lebzeiten des vermuteten Astrologen und Alchemisten rankten sich Legenden um sein Tun, die dann erstmalig 1587 im Volksbuch „Historia von D. Johann Fausten“ schriftlich niedergelegt wurden. Unzählige Nachschöpfungen folgten; Dichter, Komponisten und bildende Künstler waren fasziniert vom Mythos des Intellektuellen, der aus Erkenntnisdrang und Größenwahn einen Pakt mit dem Teufel schließt.
Der 1866 in Empoli bei Florenz geborene Ferruccio Busoni stand als Komponist lange Zeit im Schatten seines Rufs als Pianist.
„Doktor Faust“, die Oper, an der er fast zehn Jahre arbeitete und die er trotzdem bei seinem Tod am 27. Juli 1924 in Berlin unvollendet zurücklassen musste, ist Busonis Hauptwerk, auf das er sich mit zahlreichen musikalischen Studien vorbereitete. Im Gegensatz zur zeitgleichen Strömung des Verismo sah Busoni als eigentliche Domäne der Oper das Übernatürliche an: Die Musik hat die Aufgabe, eine Scheinwelt zu erschaffen. Als Vorlage für das von ihm selbst verfasste Libretto griff der Komponist nicht auf den übermächtigen Goethe, sondern auf eine Puppenspielvariante des Volksbuches zurück. Dies gab ihm die Möglichkeit, Weihevolles und Unterhaltsames miteinander zu verbinden und so an die von ihm bewunderte „Zauberflöte“ anzuknüpfen.