Ariadne auf Naxos - Weitere Infos

Richard Strauss: Ariadne auf Naxos. Adrianne Pieczonka, Burkhard Fritz Ariadne auf Naxos: Jane Archibald, Statisterie Richard Strauss: Ariadne auf Naxos. Ensemble
Ariadne auf Naxos
Richard Strauss
Hugo von Hofmannsthal

Uraufführung am 4. Oktober 1916 an der Hofoper Wien

 

Jeder Mann – ein Gott! Mit dieser These versucht Zerbinetta die liebeskranke Ariadne zu trösten. Doch diese bleibt uneinsichtig: ohne Theseus, der sie verließ, hat das Leben für sie keinen Sinn. Sie möchte sterben. Dass es zum Austausch zwischen diesen höchst gegensätzlichen Frauengestalten kommt, verdankt sich einer turbulenten Vorgeschichte. Im Hause
des reichsten Mannes von Wien laufen die Vorbereitungen für einen Opernabend auf Hochtouren. Die tragische Oper „Ariadne“ soll gegeben werden, gefolgt vom heiteren Intermezzo „Zerbinetta und ihre Liebhaber“. Da platzt in die Betriebsamkeit ein neuer Wunsch des Mäzens: Um den Beginn des Feuerwerkes nicht zu gefährden, sollten beide Opern zeitgleich auf einer Bühne gegeben werden…
Theater auf dem Theater: Strauss und Hofmannsthal konstruieren in ihrer dritten gemeinsamen Schöpfung ein geistreiches Spiel von Bezügen, Stilzitaten und Allusionen, bedienen sich dabei großzügig aus dem Fundus der Kulturgeschichte – von der seit der Antike als Inbegriff der verlassenen Frau geltenden Ariadne bis zu Commedia dell’arte-Figuren, von der Parodie eines Lenz-Gedichtes bis zum Brahmsschen Wiegenlied. Die selbstauferlegte kühle Distanz aber können die beiden Autoren nicht aufrecht halten: Die von einem 35-köpfigen Kammerensemble gespielte Musik steigert sich zur Apotheose, wenn Ariadne, den Todesgott erwartend, am Ende der Oper mit Bacchus zu einem neuen Leben aufbricht. Hat Zerbinetta also doch Recht behalten? Hinter dem ironisch gebrochenen vergnüglichen Spiel verbirgt sich ein existentielles Thema: Um sich selbst treu zu bleiben, muss der Mensch sich verwandeln.