Xerxes (Serse) - Weitere Infos

Georg Friedrich Händel: Serse Georg Friedrich Händel: Serse Georg Friedrich Händel: Serse
Xerxes (Serse)
Georg Friedrich Händel
Unbekannter Librettist nach Operntexten von Silvio Stampiglia und Nicolò Graf Minato

Uraufführung am 15. April 1738, Haymarket Theatre London

 

Als Georg Friedrich Händel 1738 seine letzte Oper für das King's Theatre in London
vollendete, ließ er den Text (eine anonyme Fassung von Silvio Stampiglias 70 Jahre älterem Libretto) gesondert in einem Buch veröffentlichen, an dessen Beginn er die Handlung humorvoll zusammenfaßte: "Das Gewebe dieses Dramas ist so überaus leicht zu verstehen, daß es den Leser nur beschweren würde, ihm zur Erklärung eine lange Inhaltsangabe vorzusetzen. Einige törichte Akte und die Unbesonnenheit Serses (so etwa, daß er sich in einen Baum verliebt und eine Brücke über den Hellespont bauen läßt, um Asien mit Europa zu vereinen) sind das Fundament der Handlung. Das übrige ist erdichtet."

Serse (beziehungsweise Xerxes, wie die gängige Bezeichnung im Deutschen lautet), eine von Händels beliebtesten Opern, ist einem breiteren Publikum vor allem deswegen bekannt, weil sie mit einer der berühmtesten Arien beginnt, die jemals geschrieben wurden und in der Serse einen Lobgesang auf eine Platane anstimmt: "Ombra mai fu", auch als "Largo" bekannt. Der historische Hintergrund (der "Baum" und die "Brücke") basiert auf Berichten aus der Zeit des Perserkönigs Xerxes I. im fünften vorchristlichen Jahrhundert, als dieser gegen Griechenland zog.

Hauptsächlich jedoch geht es in der Oper darum, daß Serse und sein Bruder Arsamene um die Liebe Romildas und Romilda und ihre ränkesüchtige Schwester Atalanta um Arsamenes Liebe wetteifern. Die Lösung des Knotens führt Amastre, Prinzessin von Tagor herbei, die Serse versprochen ist, aber von ihm verlassen wurde. Die Oper ist Händels schönste satirische Komödie und vielleicht dasjenige seiner Werke, das sich am weitesten vom Standardtyp der Opera seria entfernt. Es mag sein, daß andere Opern Händels größere Musik enthalten, aber hier haben wir eine Partitur vor uns, die sich gewandt zwischen Farce und Tragödie bewegt und immer einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Figuren zeigt.

Ann Murray wird die Titelpartie des Serse übernehmen, dessen herrscherliche Willkür dem heiteren Drama seine unterschwellige Spannung verleiht. Yvonne Kenny singt die Romilda und Julie Kaufmann ihre Schwester Atalanta. Der Counter-Tenor Christopher Robson erscheint als Serses Bruder Arsamene, Kathleen Kuhlmann als Amastre, die von Serse verlassen wurde, ihn aber trotzdem noch liebt. Regie führt Martin Duncan, neuer Intendant des renommierten Sprechtheaters im englischen Nottingham, Ultz wird die Ausstattung zu dieser Inszenierung übernehmen. Der Dirigent ist Ivor Bolton, der 1994 mit der Neuinszenierung von Giulio Cesare, seinem Münchner Debüt, einen Riesenerfolg hatte. Die Premiere findet am 26. Februar 1996 statt.

Sir Peter Jonas
März 1995