Der fliegende Holländer - Weitere Infos

Der fliegende Holländer: Adrianne Pieczonka, Alan Held Der fliegende Holländer: Alan Held Der fliegende Holländer: Chor der Bayerischen Staatsoper
Der fliegende Holländer
Richard Wagner

Uraufführung am 2. Januar 1843, Hoftheater, Dresden

 

Als Richard Wagner 1840 in Paris die Geschichte vom fliegenden Holländer nach einer Erzählung Heinrich Heines in einem Textentwurf für ein Opernlibretto skizzierte, war noch nicht daran zu denken, dass er die Arbeit an diesem Stück später als den eigentlichen Beginn seiner Dichter-Komponisten-Existenz apostrophieren würde. Er hatte seinen Text zunächst in französischer Sprache verfasst und hoffte, von der Pariser Grande Opéra einen Kompositionsauftrag für eine kleine Oper zu erhalten, wie man sie damals gerade als einaktigen Vorspann für einen Ballettabend vergab. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Der Kompositionsauftrag erging an einen französischen Musiker, dem Wagner sein Holländer-Szenarium gegen 500 Franc Autorenhonorar abtreten musste.

Wie zum Trotz dichtete und komponierte Wagner daraufhin in kürzester Zeit sein eigenes Holländer-Drama, mit dem ihm ein kühner Vorstoß in die Zukunft der Oper als Musikdrama gelingen sollte. Durch die Beschäftigung mit der Sage von dem fluchbeladenen Seemann, der alle sieben Jahre an Land kommt, um hier Erlösung zu finden, entdeckte Wagner den Mythos als musiktheatralischen Urstoff. Ihm sprach der Komponist die unvergleichliche Wirkung zu, "jederzeit wahr" und "für alle Zeiten unerschöpflich" zu sein, was nichts anderes heißt, als dass er fortwährend einer neuen und zeitgemäßen Deutung wie Rezeption bedarf. Der Regisseur Peter Konwitschny hat diesen Anspruch mit seinen Inszenierungen von Wagners Parsifal und Tristan und Isolde an der Bayerischen Staatsoper bereits zweimal eingelöst. Der fliegende Holländer ist die dritte Wagner-Oper, die mit Peter Konwitschny verabredet wurde. Wir hatten die Arbeit mit ihm an der Entwicklung dieser Produktion bereits begonnen, als das Bolschoi Theater in Moskau mit der Bitte an uns herantrat, das Stück als Koproduktion herauszubringen. Das Ergebnis war, dass Peter Konwitschny zusammen mit seinem Designer Johannes Leiacker das Konzept hier in München entworfen hat; Bühnenbild, Requisiten, Kostüme und alle anderen Elemente der Produktion wurden ebenfalls in München hergestellt und nach Moskau geschickt, begleitet von unserem Produktionsstab. Peter Konwitschnys Inszenierung wurde von den Moskauern bejubelt, und die Münchner Fassung wird nun am 26. Februar 2006 unter der musikalischen Leitung von Adam Fischer im Nationaltheater Premiere haben.

Für die Münchner Aufführung konnte ein Spitzenensemble international ausgewiesener Wagner-Interpreten verpflichtet werden. In der Titelpartie wird der finnische Bariton Juha Uusitalo zu erleben sein, der dem Münchner Opernpublikum durch seinen Gunther in Götterdämmerung bereits bestens bekannt ist. Kurt Moll singt den Daland, Stephen Gould den Erik. Anja Kampe gibt als Senta ihr Rollendebüt und ihr Debüt an der Bayerischen Staatsoper.

Sir Peter Jonas
Staatsintendant
März 2005