Medusa - Weitere Infos

Cynthia Jansen Sabina von Walther
Medusa
Arnaldo de Felice

Uraufführung des Auftragswerks der Bayerischen Staatsoper am 13. November 2005 in der Allerheiligen Hofkirche München

 

Bei dem von der Bayerischen Staatsoper und dem Opernhaus Zürich im Jahr 2000 ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb "Teatro Minimo" wurde der junge, 1965 in Florenz geborene Arnaldo de Felice mit seinem Werk von einer hochkarätig besetzten Jury als einer der beiden Gewinner ermittelt. Der mit diesem Gewinn verbundene Kompositionsauftrag für die Bayerische Staatsoper wird nun am 13. November 2005 in der Allerheiligen Hofkirche uraufgeführt werden. Dieses architektonische Juwel Leo von Klenzes, seit wenigen Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich, strahlt nicht nur besondere Kraft und Würde aus, sondern verlangt durch seine dramatische Architektur geradezu nach einem angemessenen Musiktheater-Werk.

Arnaldo de Felice, der auch sein eigener Librettist ist, greift den Medusa-Mythos auf und überträgt ihn in unsere heutige Zeit. Die Oper spiegelt diesen Mythos, der von der Erfahrung von Schmerz durch Verlust, vom Erschrecken vor sich selbst und von der Hingabe und Aufgabe der eigenen Persönlichkeit berichtet, in der Geschichte der Protagonistin Natalia wider. Sie verliert als junge Frau bei einem Attentat die Liebe ihres Lebens. Dieser Verlust treibt Natalia in den Wahnsinn, der aus ihr eine Medusa, ein besinnungslos im Schmerz versunkenes Monstrum, macht. Schließlich begegnet sie wieder einem Mann, der sie fasziniert – doch Natalia ist nicht fähig, diese Liebe zuzulassen: Nur durch ein weiteres einschneidendes Erlebnis gelingt es ihr, sich von der Vergangenheit zu befreien und ihren Weg weiterzugehen.

Arnaldo de Felices differenzierte, kantable und durchaus melodische Tonsprache hatte schon bei seinem Wettbewerbsbeitrag den damaligen Vorsitzenden der Jury, den mittlerweile verstorbenen Luciano Berio, zutiefst bewegt und überzeugt, diesen jungen Komponisten zu fördern. Sein besonderes Gespür für orchestrale Schattierung, seine außerordentliche Kunst, Klangfarben von bezwingender Intensität und Schönheit quasi aus dem Nichts heraus entstehen zu lassen und dramatische Ausbrüche mit größter Genauigkeit und ohne Schnörkel zu entladen, haben auch mich sehr für diesen sympathischen und sensiblen Komponisten eingenommen. Es ist mir daher eine besondere Freude, seine Musik durch diese Uraufführung mit einem hochkarätig besetzten Ensemble, angeführt von Margarita De Arellano, Sabina von Walther und Nikolay Borchev, einem neuen Publikum vorstellen zu können.

Die Aufgabe, dieses Werk an dem außergewöhnlichen Spielort der Allerheiligen Hofkirche in Szene zu setzen, hat Aron Stiehl übernommen, der nach Dido and Aeneas seine zweite Inszenierung für die Bayerische Staatsoper erarbeitet. Jürgen Kirner wird sich erstmals als Bühnen- und Kostümbildner vorstellen, die musikalische Leitung liegt bei Cornelius Meister.

Sir Peter Jonas
Staatsintendant
März 2005