Chowanschtschina - Weitere Infos

Modest Mussorgsky: Chowanschtschina. John Daszak, Doris Soffel Modest Mussorgsky: Chowanschtschina Modest Mussorgsky: Chowanschtschina. Klaus Florian Vogt, Camilla Nylund, Paata Burchuladze
Chowanschtschina
Modest Mussorgsky

Uraufführung am 25. November 1960, Kirov Theater, Leningrad

 

Modest Mussorgsky hinterließ seine Oper „Chowanschtschina“ unvollendet. Bei einer Privatdarbietung der eigentlich fertigen Oper am Klavier im Jahre 1879 stieß Mussorgsky bei seinen Komponistenfreunden des „Mächtigen Häufleins“ auf Unverständnis – und er unterließ die Instrumentierung. Die Geschichte seiner Heimat, die Zerrissenheit von Bevölkerung und Herrscher und die Seele von Väterchen Russland verdichten sich bei Mussorgsky zu einem „musikalischen Volksdrama“. Ausgangspunkt der Oper ist die causa des Fürstengeschlechts der Chowansky – russisch: Chowanschtschina. Ein noch mittelalterliches Russland im ausgehenden 17. Jahrhundert, geprägt durch Macht und Intrigen autokratischer Fürsten und Sekten, und die Neuzeit, personifiziert durch die Regentschaft Zar Peters I., stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Chowanskys wagen die Machtprobe, hetzen die Armee der Strelitzen in einen Aufstand und werden vernichtend geschlagen. Eigentliche Opfer sind die Altgläubigen – ihnen bleibt am Ende nur der Massenselbstmord.
Viele Komponisten haben eine Instrumentierung der Oper vorgenommen: am eindrucksvollsten wohl Dmitri Schostakowitsch, der den fertigen Klavierauszug als Grundlage nahm. Lediglich der Schluss unserer Neuproduktion stammt aus der Feder Igor Strawinskys, der einen alternativen Chorentwurf Mussorgskys bearbeitete.

© Bayerische Staatsoper